Die Alternative zur Prostitution

Image by Alpha of Greedy Gourmets

Prostitution ist zu glauben, Dinge, die man hasst gegen Bezahlung zu tun, weil man keine andere Wahl hat.

Einige Leute, die nicht nur die Sonnenseiten des Lebens genießen oder genossen haben, würden mir da zustimmen. Vorerst.

Aber: Das mit dem „weil man keine andere Wahl hat“ ist eher eine Ansichts- oder Aussichtssache.

Je nach dem, wie viel Sichtweisen, Ansichten oder Blickwinkel du auf eine Situation oder Sachlage oder Panne hast, soviel Aussichten hast du letztendlich.

Und aussichtslos ist es nur für den, der gar nichts von dem sieht (oder sehen will).

Du weißt ja, man hat immer eine Wahl.

 

Wer die Wahl hat, hat die Qual

Bekannte, etablierte Leute in kreativen Berufen erzählen gern von ihren Prostitutionsphasen, die natürlich längst vorbei sind. Damit meinen die ihre Anfangsjahre, wo sie sich noch nicht den Namen gemacht haben, den sie heute haben.

Ein Designer beispielsweise nimmt anstatt tolle Produkte zu designen dann eben Aufträge oder Jobs an, wo er ermüdende oder monotone Drecksarbeiten durchführt, die sonst keiner (der etabliert ist) machen würde. Warum?

Er bekommt nichts anderes, kein anderen Job, kein tolleres Projekt. Und er selber ist ja noch lange nicht so berühmt, dass er sich die Aufträge aussuchen kann. Denkt er, weil er nun mal denkt, keine andere Wahl zu haben.

Fakt ist, die Leute hätten schon eine Wahl. Sie wählen nur nicht gern. Weiter lesen…

Immer dann…

German cops gathering in the middle of the street to discuss the working of their gun. Classic.
Original image by maartmeester Maarten van Maanen

…wenn das Wetter am schönsten ist und die Bullen mal was wichtigeres zu tun haben, als auf Kosten des Steuerzahlers an der nächsten Ecke herumzulungern, geht das Motorrad kaputt.

…wenn du kreativ sein und lustvoll und konzentriert arbeiten könntest, fängt der heimwerkende Nachbar an, mehr Lärm zu machen als es ein in Deutschland zugelassenes Motorrad je könnte.

…wenn du gerade dabei bist, eine attraktive Frau oder einen attraktiven Mann kennen zu lernen, gibt es irgend einen Notfall oder irgend eine Dringlichkeit (von jemand anderem), die dafür sorgt, dass du diesen Menschen nie wieder siehst.

…wenn du denkst, ‚jetzt ist endlich Ruhe‘, geht der Stress erst richtig los.

…wenn du dich fühlst, als könntest du Bäume ausreißen und gleichzeitig die Welt umarmen, fährt dich jemand um.

…wenn du dich sicher fühlst, denkst du hinterher „Mann, das war aber knapp!“.

…wenn du dich wie auf Messers Schneide fühlst, denkst du hinterher „Da war aber noch reichlich Spielraum, da hätte ich noch mehr raus holen können.“

 

Soooo, und jetzt dasselbe nochmal auf Klokain: Weiter lesen…

Falsche Geschichten, Falsche Leute

Original Image by Jason Goulding

Mir hängt immer noch der Spruch eines Porsche-Abteilungleiters in den Ohren, der vor versammelter Mannschaft im Frühjahr 2001 mit seinem Mund in meine Richtung furzte: „Wir sind hier nicht, um die schöne Landschaft zu genießen, sondern um den uns gestellten Anforderungen gerecht zu werden und demnach Ergebnisse vorzuweisen.“

Der klang ganz so, als ob ich mich für so was wie Landschaft interessieren würde. Vor allem in der Gegend. Oder dachte der, ich bin freiwillig da, um erst mal auf dem häßlichen Betriebsgelände ‚German Urlaub‘ zu machen?!

Mit „Wir“ hat er „Sie“ gemeint, also mich, den „amerikanisch aussehenden Ossi“ (das hab ich gehört). Amerikaner und Ossi, das ist wohl die brisanteste Mischung der schlimmsten Feindbilder, die man sich in Greater Stuttgart vorstellen kann. So war jedenfalls mein erster Eindruck.

Der mürrische Porsche-Mann fuhr fort: „Wie sie wissen, entwickeln wir hier keine Trabis, sondern die besten Fahrzeuge der Welt, um die uns jeder andere Hersteller beneidet. Und damit das so bleibt, stellen wir täglich an uns selbst die höchsten Ansprüche. Ich erwarte das auf ein Mindestmaß auch von ihnen.“

Jeder Untersturmbannführer hätte sich nicht besser ausdrücken können. Ich kann dir sagen…. Weiter lesen…

Wie du dir reale Chancen mit einem kalkulierten Risiko eröffnest

Image by Evgeniy Isaev

Unkalkulierte Risiken einzugehen ist nur was für Kamikaze und berauschte Hornochsen. Ein kalkuliertes Risiko einzugehen ist die beste Art genau dort Veränderungen in Gang zu setzen, wo sie bisher nicht möglich waren. Egal wo.

Jemand, der seine Risiken kalkuliert, weiß, was ihn erwartet. Er ist von seiner Schlauheit nicht anders als der, der jedes Risiko vermeidet. — Mit dem Unterschied, dass ersterer gezielt Möglichkeiten zu Veränderungen herbei führen kann.

Ein deutscher Angestellter würde es kaum wagen, mit eigenen Ideen sein Leben und das anderer in eine neue unternehmerische Richtung zu lenken. Das Risiko wäre ihm zu hoch. Aufgrund seiner Anpassung und auf die Gefahr hin, sein Gesicht (Job, Einkommen, Status, Weib) zu verlieren, ist er es gewohnt, seiner Angst das Denken zu überlassen. Und Verantwortung, auch das ist er gewohnt, trägt immer das BDSM. (Boss, Dienststelle, Staat, Mutti.) Weiter lesen…