Teure Teile in schlampiger Verarbeitung sind besser als man denkt

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In diesem Beitrag experimentiere ich mal und stelle dir eine einfache, aber hinterlistige Frage. — Beantworte die Frage für dich nur in Gedanken. Denn das Ergebnis kann man, auf die eine oder andere Art, auf fast alle Projekte übertragen.

Nehmen wir an, du willst dein Haus oder deine Wohnung neu einrichten. Was wäre dir dabei lieber? Eine vom Fachmann aufwendige, millimetergenaue und präzise ausgeführte Wertarbeit aus minderwertigem Billigmaterial und billigen Teilen?

Oder eine von Amateuren weniger genaue, etwas nachlässig gemachte Einrichtung, aber aus allerbestem und solidem, teurem Material oder hochwertigen Teilen? Beides gibt es in der selben Zeit für den gleichen Preis. Der Stil, sprich die gesamte Einrichtung ist auch die selbe. Und alles funktioniert soweit und entspricht gerade so den gängigen Normen.

 

Jetzt kannst du nur zwischen diesen beiden Extremen wählen. Was nimmst du?

Ich gebe dir meine persönliche Antwort gleich vorne weg: Ich würde eindeutig letzteres wählen. Also den „Pfusch“ aus hochwertigem Material. Schon rein aus Überzeugung.

Warum ich mich für die nachlässig verarbeiteten Top-Materialien entscheiden würde, hat mehrere Gründe, die ich hier kurz mal aufzähle:

  • auf den ersten Blick sieht beides gleich aus und erfüllt seine Funktion
  • hochwertiges Material lässt sich nicht völlig schlecht verbauen, damit schwindet der sichtbare und fühlbare Unterschied zur anderen Variante auf ein Minimum (Kein Besucher würde die schlechte Verarbeitung bemerken. Schlechtes Material schon.)
  • ich will einfach nur wohnen und nicht täglich alle Fugen zehntelmillimetergenau nachmessen
  • beim ‚Pfusch‘ mit gutem Material kann man notfalls immer noch nachbessern, und zwar schnell und ohne dass eben dieses Material, da es ja hochwertig ist, darunter leidet
  • beim Billigmaterial, so perfekt es auch verarbeitet wurde, treten schnell Materialermüdung auf, es geht trotzdem eher kaputt oder es verformt sich bei häufiger Benutzung bis zur Funktionsuntüchtigkeit. Nachbessern bringt hier nichts und es muss wiederholt eingebaut werden. Dadurch wird es mittel- und langfristig eher teurer als bei der anderen Variante.
  • Gutes Material ist auch bei schlechterer Verarbeitung solider und passt sich durch die Benutzung – trotz „Schieflage“ mit der Zeit ein.
  • Niemand, auch kein Amateur, baut totalen Mist. Falls doch, fällt es sofort auf oder genauso schnell wieder zusammen. Bekommt man eine Garantie gewährt, passiert der Fall noch während dieser Zeit und seltener danach. Beim perfekt verarbeitetem Billigmaterial kommen die Probleme erst nach der Garantiezeit.

Ich sehe es so: Bei der von mir gewählten Variante mit Top-Material und ’nachlässiger‘ Verarbeitung wird aus meiner Sicht (als „Bewohner“) beim Mobiliar nicht an der falschen Stelle gespart wie bei der anderen Variante mit korrekt gebautem, aber minderwertigem Werkstoff. Wieso? Das lernen wir von der Industrie:

Große Konzerne machen häufig genau den Fehler, den ich vermeiden würde. VW zum Beispiel will Premiumfahrzeuge verkaufen. Die Fahrzeuge sind – weltweit verglichen – nach den höchsten Standards akribisch entwickelt und präzise gebaut. Die Ingenieure im eigenen Haus sind stolz auf sich. Aber dem Kunden nützt das herzlich wenig wenn diese exakt verarbeiteten Spielzeuge kaputt gehen oder falsche Werte vorgaukeln. (Hier ist es nicht nur das Material, sondern vor allem die Komponente in ihrer effizientesten, aber kundenfeindlichsten Form.)

Überspitzt ausgedrückt, die Kunden bekommen perfekt verarbeiteten Schrott. Solche Anbieter (da gibt es mehrere) benehmen sich wie der berüchtigte Chirurg, der die Operation als gelungen (technisch ausgewichst) feiert, während der Patient schon tot (Kunde vergrault) ist.

 

Was bedeutet das für Macher und Kreative?

Gut, Industrieprodukte und persönliche Vorhaben sind nicht dasselbe. Aber das Ursache-Wirkungs-Prinzip lässt sich nicht überlisten. Das gilt für den Koch genauso wie für den Gehirnchirurg. Das Essen muss genauso gelingen (und schmecken) wie die Operation (mit lebenden Patienten).

Den Deutschen (Angestellten) und besonders denen in der Industrie wird anerzogen, höchste Ansprüche an sich zu stellen. Dabei verleitet ein immer höher werdender Leistungsdruck zum Bescheißen anstatt zu besserer Kundenzufriendenheit. Und wenn du dann die Werbung siehst, dann wirst du das Gefühl nicht los, dass du verarscht wirst.

Eines ist klar, Perfektion ist nicht machbar und Stolz ist tödlich. Also sollte man ehrlich zu sich und anderen sein.

Es gibt Autoren, die ein Buch oder einen Film nie fertig bekommen. Das Kunstwerk ist ständig „im Werden“. So lange wird nicht geliefert. Oft nie. Werke von Künstlern, Kommerzielle Konzepte oder private Projekte müssen nur eines sein: Gut genug sein, um den zu überzeugen, der damit angesprochen werden soll. Dafür braucht man viel Geduld — wieder mit sich und mit anderen.

Gut genug heißt nicht, dass es mit der heißen Nadel gestrickt und dann fehlerhaft (oder unvollendet) auf den Markt geschmissen wird. Sondern es muss komplettiert und in der für den potentiellen Interessenten entscheidenen Eigenschaft herausragend sein. Der Rest geht unter ferner liefen.

Kreativität und Produktivität brauchen die richtige Bausubstanz, die richtige Basis. Das heißt, der Kern, um was es eigentlich geht, der muss stimmen. Nachbessern kann man immer noch. Oder besser noch: Das unvollkommene oder fehlerhafte als Inspiration für Neues nehmen. Aber das wesentliche muss, wie gutes Ausgangsmaterial, da sein.

Im anderen Fall wäre es so, als wenn man ein Qualitätshaus mit anfälligem Material mit großem Arbeitsaufwand auf sumpfigem Untergrund baut. Oder ein komplexes Auto produziert, das an der falschen Stelle so komplex ist, dass es schon wieder verboten gehört.

Wie ein Schluck Essig aus der Pulle

Du kennst bestimmt diese Art von Menschen, von denen du bereits beleidigt bist, wenn du sie nur siehst. Oder wenn du hörst, wie die Sprechen — besonders wenn sie ‚Sprecher‘ sind. Oder jene jungen Frauen, die einen auf Oma machen und so altbacken gekleidet sind, dass denen die Motten in Formation aus dem Rock fliegen.

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Du kennst vielleicht auch diese Leute, bei denen dir eine Mischung aus Verwunderung und Grusel überkommt, wenn du siehst, wie hässlich die aussehen. Ich meine hiermit jene, die mehr aus sich machen könnten. Entweder durch ihre natürliche Schönheit. Oder durch Geld. Oder beides.

Der Geschmack der Deutschen ist – diplomatisch ausgedrückt – sehr ‚homogen‘.

Ästhetik ist hierzulande auf wundersame Art stark vereinheitlicht. Ästhetik bedeutet nicht Schönheit oder Formvollendung. Sondern nur, ob und wie man diese wahrnimmt. Ästhetik heißt also nur, ob und wie „schön“, „geschmackvoll“ oder „angenehm“ man Dinge wahrnimmt. Ein anderes Wort für Ästhetik wäre Geschmack(sache).

Geschmack ist wie Humor. Man muss es in ähnlicher Form selber haben, um es wahrnehmen zu können.

Beides war noch nie ein Ding der Deutschen. Und falls Ästhetik (wie Humor) für einen Deutschen – gezwungenermaßen – mal doch wichtig sein sollte, dann flieht derjenige entweder ins Ausland oder holt es sich von dort.

Und wenn wir schon ‚im Ausland‘ sind: Da ich früher viel gereist bin, habe ich mitbekommen, dass verschiedene Länder eben auch verschiedenen Wahrnehmungen von Ästhetik (wie auch von Humor) haben. An jene der englischsprachigen Länder habe ich mich auf meinen ersten Begegnungen schnell gewöhnt.

Ein Satz den Deutsche im Gespräch von beispielsweise Engländern häufig hören ist: „This is a joke!“. Warum? Weil ein Witz gemacht wird und der Deutsche als einziger dabei keine Miene verzieht… oder verwundert guckt, weil er in Gedanken noch versucht, das Gesagte einzuordnen, statt darüber zu lachen. Weil er es wörtlich nimmt.

Wenn ein Amerikaner dir eine besonders vollmundige „Versprechung“ macht, dann ist das (meist) kein Versprechen. Sondern ein persönlicher Witz, der das Miteinander erleichtern und Vertrauen schaffen soll. Kein Witz. Dessen „Versprechen“ sagt nichts weiter als: „Ich verstehe dich.“; „Wir ticken ähnlich.“; „Ich weiß, was dich beschäftigt.“; „Ich habe dich durchschaut.“; Das vollmundige als Übertreibung unterstreicht dies auf humorvolle Art. – Ein Deutscher nimmt auch hier alles wörtlich. Und ist eventuell frustriert, weil er (vergeblich) auf die Einhaltung des Versprechens wartet, da er den Humor der Leute nicht hat (oder kennt).

Natürlich machen Amis auch echte Versprechen. Und da hilft es die Nuancen zu erkennen: Ernster, sachlicher Ausdruck. Genaue Daten oder Bedingungen. Wiederholung oder Betonung der Dringlichkeit.

Bei den Franzosen liegt der Humor eher in der Gestik zusammen mit einer subtilen Wortwahl. Die Ästhetik ist allgegenwärtig und häufig extravagant. Aber jetzt reicht es. Gehen wir zurück nach Deutschland.

Im Norden und im Rheinland gibt es eine eine brachialere Art des Humors als im Osten oder Neu Syrien. Mit der Ästhetik ist es fast wieder umgekehrt. Allerdings wirkt dies – zumindest auf mich – noch plastischer, wenn man von einer Auslandsreise zurück kommt.

Schon diese Typen am Flughafen, deren extrem harte Sprache, ihre grimmigen Gesichter, die Fisuren etc. All das verstört mich. In den ersten Momenten sieht für mich fast jeder Deutsche wie Thomas de Maizière aus. Der wirkt auf mich jedes Mal wie ein Schluck Essig direkt aus der Pulle. Irgendwie widerlich. — Nicht alle sind so, aber zu viele.

Oder sieh dir mal den neuen Zuchtmeister von VW, Alexander Dobrindt, an. Innere Werte gibt’s bei dem genauso wenig wie Wahrhaftigkeit oder gar Logik. Und außerdem: Jeder Leistungssportler ist redegewandter und kein Trauerspiel rührt mich mehr zu Tränen als der.

Und die Frauen? Die meisten deutschen Frauen wirken älter als sie sind. Die sehen aus, als ob sie den ganzen Tag den Keller ausgefegt haben, um ihren Mann zu entgehen und zum Dank von wollustigen Kakerlaken angegriffen wurden, bevor sie zur Beerdigung gehen. Die wirken eher praktisch oder doktorhaft (kalt) als ansehnlich, eher derb und schweine-artig (solarium-gebraten, ungepflegt) als weiblich, eher sauer als süß. — Nicht alle sind so, aber zu viele. Und das, obwohl die anders könnten. Denn natürliche Schönheit mit entsprechendem Potential ist bei denen durchaus vorhanden.

Gut, bei Andrea Sawatzki und Günther Jauch mache ich mir keine Hoffnungen. Die können nichts für ihr Aussehen. Was mich aber wundert, ist, dass solche Figuren nur in Deutschland beliebt beim anderen Geschlecht sind. Die beiden würde ich nicht mal als Vogelscheuchen in den Garten stellen. Da blieben nicht nur die Vögel fern, sondern auch gleich alle Pflanzen, Insekten und Würmer.

So, jetzt kommt’s: Humor und Ästhetik hängen mit Kreativität zusammmen.

Die meisten kreativen Prozesse entstehen im Vereinen von Widersprüchen, im Kombinieren von Dingen, die bisher so nicht zusammen gehörten. Kleine Details und Feinheiten spielen dabei eine große Rolle. Dies zu erkennen bedeutet einen Sinn für Ästhetik zu haben. Oder für Humor und Witz. Und wer damit Kunst erschafft, auch und gerade in kommerzieller Form, der muss sich trauen, das Erkannte (Ästhetik, Witz, Humor) in neuer Form für andere als Mehrwert deutlich zu machen.

Man sagt, Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Man sagt auch, Schönheit liegt in den Augen des Betrachters. Das heißt manchmal, dass man Humor und Schönheit dort erkennt, wo es nicht beabsichtigt ist und es dafür eigentlich auch keinen offiziellen Grund gibt. Die Absicht kommt nur von dir. Und deine Absicht ist schon mal ein Grund.

Eingeborene und Parallelgesellschaften

Mit dem heutigen Beitrag mute ich dir ein mehr zu als sonst. Er ist lang und launig. Lies einfach so weit, wie du kommst. Oder starte mittendrin.

In den Medien und von Politikern wird in letzter Zeit immer öfter von Parallelgesellschaften gefaselt. Wegen der Flüchtlinge. Und wegen der Konflikte untereinander, die sie mitbringen. Noch. Den Deutschen stehen nun viele neue Einwanderer gegenüber. Dabei sind Parallelgesellschaften nicht die eigentliche Gefahr, sondern ein Paralleluniversum.

Ich bin, im Gegensatz zu allen anderen Deutschen, weder für noch gegen Flüchtligsströme nach Deutschland. Ich trage weder eine rosarote Brille, noch bin ich ein Schwarzmaler. Ich bin ein vorsichtiger Optimist.

Es ist so: Wenn Muttis älter werden, muss man öfters mal auf sie aufpassen. Denn nicht immer treffen sie rational vernünftige Entscheidungen. Und ihren eigenen Willen haben sie sowieso. Trotzdem lieben wir sie. Und wir müssen mit ihren Entscheidungen leben. Denn Muttis kann man sich nicht aussuchen. Sie sind halt da, so wie Merkel.

Aus deutscher Sicht sieht es so aus: Kaum hat Mutti mal die Tür offen gelassen, schon stehen lauter fremde Leute mit Sack und Pack mitten im Hausflur, die den gerade neu gekauften Teppich dreckig latschen, dazu noch frech in den Kühlschrank greifen, dabei die Miene verziehen und dann – sich gegenseitig anrempelnd – laut vor dem Klo anstehen.

Wie in einer Familie regt sich ein Teil wahnsinnig über Muttis Unvernunft auf. Andere sind – ohne darüber nachzudenken – immer auf Muttis Seite.

Eines gleich vorneweg. Man muss verrückt sein, um mit dem Flüchtlingsansturm klar zu kommen. Genauso verrückt, wie diejenige, die die neue Lage erschaffen hat. (Mutti.) Und der Begriff „verrückt“ ist hier jenseits von Gut und Böse.

Rückgängig kann man wohl jetzt kaum noch viel machen. Die Frage ist also, wie geht man nun damit um? Die Situation, wie sie gerade in Deutschland entsteht, habe ich in gereifter Form mal in einer spiegelverkehrten Version erlebt. Vielleicht kann man daraus was lernen.

 

Am anderen Ende der Welt

Ich war Mitte der Neunziger mal für zwei Wochen in Christchurch, auf der Südinsel von Neuseeland. Und ich wollte einen saufen. So lies ich mich per Taxi in eine Art Trinkhalle fahren, die mir als „100% authentisch“ empfohlen wurde. Als ich hinein ging, war mir schon nach der ersten Sekunde klar, was die meinten und für was die mich hielten: Verrückt.

Es war laut. Der Laden war relativ geräumig, von der Größe her gut vergleichbar mit einer kleinen deutschen Dorfdisco mit schummrigen Licht. Nur schmuddeliger. Darin befanden sich aneinandergereihte Stehtische. Das heißt, es gab zwar einige Sitzmöglichkeiten, aber meist mehr oder weniger lange Tische, an denen die Gäste standen und tranken. Was die Atmosphäre anging, die einzig realistische Darstellung eines solchen Lokals habe ich danach nur in dem Film Once were Warriors gesehen…

Bereits nach einer Minute war mir klar, von wo sich die Filmemacher von Star Trek die Sitten und das Benehmen der Klingonen abgeguckt haben: Von angetrunkenen Maoris, ein altes Kriegervolk polynesischer Abstammung (wie Hawaiianer oder Samoaner).

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Ich war also in einem Maori-Pub. Und dort geht freiwillig kein Weißer rein, wie ich später erfuhr. Das ganze befand sich, diplomatisch ausgedrückt, in einer nicht ganz so wohlhabenden Gegend auf „Maori-Territorium“, das von Gangs beherrscht wird.

Da waren Typen drin, die aussahen, wie Dwayne Johnson auf Crack. Und muskelbepackte Frauen. Der Laden war voll von denen. Einige waren im Gesicht tätowiert. Manche fuchtelten mit ihrer Pistole rum. Manche rammten nur ihr Messer in den Tisch. (Richtige Messer!) Auf mich wirkten die wild und animalisch. Und das schlimmste war, ich war noch nüchtern… und noch verrückter, als ich selber glaubte zu sein.

Ich dachte mir, du bist so weit gereist, jetzt bleibst du hier und trinkst zumindest ein Bier. Es gab zwar Bedienungen. Da aber alle Tische und Stehtische voll waren, ging ich direkt zum Tresen und bestellte – sehr achtsam – exakt das selbe komische Billig-Starkbier aus der Literpulle, dass all die Maoris tranken. Ich glaube, es hieß „Lion Brown“ oder so. Und alle tranken nur diese eine Sorte. Hinter dem Tresen arbeitete auch ein Weißer, der trank gewöhnliches Lager-Bier.

Am Tresen selber konnte ich nicht stehen bleiben, denn da war Betrieb. So ging ich langsam durch die Reihen, nahm immer wieder einen kräftigen Schluck aus der Literpulle und ging zu einer Jukebox, die, als ich den Laden gerade betrat, kurz zuvor noch mit Rockmusik lief.

Ich weiß nicht, was mich geritten hatte und so fütterte ich den Automaten, um „Stimmung“ in die Bude zu kriegen. Aber da war nicht viel Musik zur Auswahl, die ich kannte. Schließlich fand ich ein paar Titel von Aerosmith und Mötley Crüe und mein Bauchgefühl sagte, dass passt schon. Und ich drückte auf den Knopf… Kickstart my Heart

Alles O.K.. Keiner nahm Notiz. Nur konnte ich nicht die ganze Zeit in diesem überfüllten Laden an der Jukebox oder zwischen den Tischen rumstehen. So sah ich, dass an einem der Tische etwas Platz war und fragte, ob ich mich da mit hinstellen könnte. Da sah mir einer der riesigen Maori tief in die glasigen Augen, hob langsam mit seinem zu mir geneigten Kopf eine Augenbraue, fing leicht an zu grinsen und brummte tief und ganz langsam „Sure!“.

Ich hatte daraufhin ein unangenehmes Schweigen erwartet. Aber die Fragen prasselten auf mich ein. Erst recht, nachdem klar war, dass ich aus Deutschland zu Besuch da war. Die waren nicht abweisend, sondern extrem neugierig, wer ich sei und woher ich komme. Lustig (übereinander witzelnd) waren sie obendrein. Und ich war derzeit der einzige Nicht-Maori dort. Und ich war fasziniert von denen. (Und die womöglich von mir.)

Fakt ist, ich habe mich ganz normal mit denen unterhalten. Eigentlich mit allen, die mit am selben Tisch standen. Nach ungefähr einer Stunde kam ein gut gekleideter Maori in den Laden, sah mich und rief laut „Hello Lutz!“. Dann kam er an den Tisch und begrüßte mich und die neben mir persönlich. So, ich brauchte einen Moment, um zu realisieren, was da gerade bizarres ablief. Vielleicht war ich schon im Delirium. Denn dieser Maori gehörte jedenfalls nicht zu denen, die mir diese Adresse empfohlen hatten. Das waren Weiße. Dennoch kannte er mich mit Namen und die anderen am Tisch.

Er half mir auf die Sprünge, indem er fragte, ob ich mich an ihm erinnere, als ich ein paar Tage zuvor einen Nachtklub besuchte, wo er als Türsteher arbeitete. Ich gab zu, dass ich ihn nicht sofort erkannt habe. Aber dann gab es genug zu erzählen. (Und da half es mir, dass ich, wie die, eine voluminöse Stimme habe und selber nicht gerade der kleinste bin.)

Das ging bis zu einem gewissen Punkt. Denn auf einmal kamen drei Weiße (zwei ältere Herren und eine junge Frau) in den Laden und gingen hinter den Tresen und redeten mit dem anderen Weißen. Die guckten immer auf mich, als ob sie über mich redeten. So war es auch. Dann kam der älteste von den Weißen direkt auf mich zu, und forderte mich höflich aber bestimmt auf, mit ihm mit zu kommen.

Er führte mich in einen Nebenraum, wo noch einige weitere Weiße, unter anderem zwei Polizisten, standen. Dann nahm er mir mein Bier weg und ging zurück zum Tresen. Gerade als ich ihm hinterher rufen wollte, was das soll, sagte der eine Polizist zu mir: „Junge, was ist los mit dir? Bist du lebensmüde? Oder verrückt? ‚Die‘ legen dich ohne zu zögern um. Du kannst froh sein, dass dir keiner von denen an den Kragen gegangen ist!“

Dieser Polizist meinte natürlich die Maoris. Da kam auch schon der alte Weiße wieder. Er gab mir ein frisches helles Lagerbier auf Kosten des Hauses und war überzeugt, das ich das billige Gesöff, was ich zuvor hatte, nicht vertragen würde. Denn „den Dreck saufen nur die Maoris“.

Der alte Weiße stellte sich schließlich als Inhaber des Ladens vor und stellte mir die junge – und durchaus attraktive – Dame, mit der er den Laden betrat, als seine Tochter vor. Dann stellten wir uns alle gegenseitig vor. Dabei kam, wenig überraschend, heraus, dass die sich um meine Sicherheit sorgten. Die Tatsache, dass ich aus Deutschland komme, war denen zu Folge wohl der einzige Grund, warum die Maoris mich nicht zerhackten, roh auffraßen und mit „Lion Brown“ herunter spülten. (Was ich allerdings bis heute bezweifle.)

Nach einer Stunde im Nebenraum fuhr die junge Frau mit mir in die City, um etwas zu essen. Dabei erfuhr ich nicht nur, dass es für Weiße „zu gefährlich“ sei, in einen Maori-Pub zu gehen. Sondern, dass der Konflikt zwischen Ureinwohnern und Weißen nach wie vor besteht und dies Neuseeland’s versteckte Schattenseite sei.

Das verblüffende war, dass die Maori mich akzeptierten. Denn erst im Laufe des Gesprächs erfuhren sie, dass ich Deutscher und auf Besuch dort sei. Offenbar haben die nichts gegen Deutsche (oder andere Ausländer) oder Weiße generell. Die haben allerdings ein zerrüttetes Verhältnis zu ihren ehemaligen Kolonialisten, die ihnen das Land ‚geklaut‘ hatten. So die Aussage der Weißen, die deshalb ein schlechtes Gewissen haben oder sich eine Art von geerbter Kollektivschuld geben. So schüren die ihre eigenen Ängste und Ressentiments.

Das die meisten Maoris arm sind und in einer Parallelgesellschaft leben, hängt auch damit zusammen, dass diese seit Generationen klein gehalten wurden. Erst seit einigen Jahren arbeitet man das auf. Die Neuseeländer nennen sich seit jeher „Kiwis“, die Weißen Kiwis nennen die Maoris heutzutage „The Real Kiwis“. Na bitte, es geht doch.

Wie bisher in Neuseeland werden auch in Good Old Germany die Eingeborenen (Deutsche) auf kriminelle Art klein gehalten. Nicht von vielen zugewanderten Asylanten. Sondern von wenigen, also dem Herrschaftssystem der eigenen Eliten, die davon leben, Ängste zu schüren. – Und daher keine Lösungen parat haben (wollen).

 

Nicht das Ende der Welt

Ich drücke mich mal vorsichtig optimistisch aus. Nicht alle, aber viele flüchtende Immigranten, die nach Deutschland kommen, sind doch potentielle Unternehmer, weil sie sich ein neues Leben aufbauen wollen. Das sollte man erlauben. Die kommen meist nicht aus einem Ghetto, wo Armut vererbt wird, sondern aus ursprünglich moderaten Verhältnissen. Die bringen möglicherweise frischen Wüstenwind in die verkrustete Wirtschaft und könnten die sozialen Strukturen ein Stück weit aufbrechen. Und damit den Weg für und mit anderen, also Deutschen zu mehr Selbstbestimmung bereiten. Konflikte verschwinden, wenn man was gemeinsam hat (wie ein Bier mit den Maori) oder was Neues aufbaut, was vielen nützt. Nichts gemeinsam haben wir mit den Machteliten. Und wer „die Wirtschaft“ ist, ist derjenige, der wirtschaftet. Und nicht irgendwer da oben.

Wer als Zugewanderter nicht mit deutschen oder europäischen Sitten klarkommt, der sollte wieder rausfliegen. Genauso diejenigen, die ihren Jihad fortführen wollen, keine Steuern zahlen, intolerant sind oder sich daneben benehmen. Denn wenn es nach mir ginge, dann wären alle auf Bewährung hier. Die amerikanische Greencard ist auch nur ‚auf Bewährung‘. So trennt man die Spreu vom Weizen.

Wenn man aber die Leute (als künstlerische Unternehmer oder unternehmerische Künstler, also Entrepreneure) frei wirtschaften lässt und für alle Deutschen und Einwanderer die allgemeine Bürokratie herunter fährt, fährt man automatisch den Wohlstand hoch. Kunst wie Unternehmertum müssen frei sein, um sich entfalten zu können. In diesem Fall lohnt es sich, mal einen Blick auf die Anfänge eines Einwanderungslandes wie die USA zu werfen. Da konnte jeder Heini was aufbauen. In den Anfangszeiten gab es weder Abhängigkeiten von irgend einer Großindustrie noch Lobbyismus. Die Wirtschaft haben Einwanderer aufgebaut. Und deren Kultur beherrscht als kommerzielle Kunst die Welt.

Der deutsche Wohlstand könnte eine Zukunft haben. Aber der liegt nicht in einem Angestelltenverhältnis bei VW oder als Beamter oder – Gott bewahre – als Hartz 4-Empfänger. Und der liegt auch nicht darin, als billige Arbeitskraft zu verenden und wieder mal Mutti die Schuld zu geben. Sondern darin, „die Wirtschaft“ zu übernehmen und Einfluss zu gewinnen, um die Wirtschaft oder die Kunstszene zu sein.

Wie mittlerweile jeder Normalbürger mitbekommen hat, beginnt die deutsche Industrie(politik), sich allmählich zu demontieren. Somit ist die typisch deutsche Vollkasko- und Angestelltenmentalität ein passives Auslaufmodell wie der VW-Diesel in Kalifornien. Allein daran weiter festzuhalten wäre verrückt, im negativem Sinne. Braucht man in Deutschland erst eine deftige Krise, um das zu kapieren?

Positive Verrücktheit bedeutet, die Flucht nach vorn anzutreten und Neues zu erlauben, Kreativität zu fördern und dann mal was zu wagen. Das heißt aktiv sein. Somit bin ich auch ein Flüchtling, einer, der nach vorn ‚flüchtet‘. Und zwar abseits von der Industriedenke des hiesigen Bildungs- und Mediensystems.

Angepasste Jasager und Autoritäten wie Funktionäre, die von einem korrupten System profitieren und auf Nummer Sicher gehen, haben wir mehr als genug. Genauso alle Sorten von Verwalter. (Daher jeglicher Verwaltungsaufwand.) Und die gehen genauso wenig von selbst, wie die Asylanten oder die Angst der Deutschen vor „Überfremdung“ (plus Arbeitsplatz- und Sozialleistungsklau, der von der falschen Denkweise als Abhängiger herrührt.)

 

Nur der aktive kann den passiven von Thron schubsen (Oder letzteren zumindest unbequemer machen.)

Wenn alle passiv bleiben, greifen irgendwann Verrückte ein. Da kann man nur hoffen, das die Verrückten nicht pathologisch (geschädigt) sind. Andererseits, wenn ich nicht verrückt wäre, dann wäre ich nie mit auch nur einen einzigen Maori in Kontakt gekommen. Oder ich hätte keinen Blog gestartet.

Typisch deutsche Reserviertheit, Passivität (Zuschauer-Syndrom) und Angst (vor Veränderung) erhalten keinen Wohlstand, erschaffen schon gar keinen, aber höhlen diesen aus. Anstatt die Gesellschaft innovativ zu erneuern, versucht der verdummte Bürger vom alten System zu retten was zu retten ist. (Flüchtlinge stören natürlich dabei und bekommen den Frust ab.) Aus Angst vor einer ‚ungewissen‘ Zukunft, versuchen viele, ihre alten Herrscher (z.B. Konzerne als Arbeitgeber samt Sozialsystem) zu erhalten. Nichts weiter.

Und noch eins. Mutti könnte weiter denken. Kann sie anscheinend aber nicht. (Flüchtlinge bringen beim jetzigen System zum Beispiel Druck in den Arbeitsmarkt und die Sozialsysteme.) Wenn sie schon quasi über Nacht alle Flüchtlinge (und die, die sonst noch dabei sind) Tür und Tor öffnet, warum schafft sie nicht genauso schnell die Bürokratie für Gründer ab?

Es ginge aber auch anders: Was man mit und durch viele Flüchtlinge ändern kann, ist freies (kreatives, unternehmerisches, selbstbestimmtes) Denken von unten in die deutschen Köpfe zu kriegen. Genau dazu fehlte es bisher nur an Beispielen und den richtigen Impulsen. (Das Bildungssystem kann da nicht liefern.) Neue Einwanderer mit neuen Ideen und dem Willen, was für die hiesige Gesellschaft zu schaffen, kämen da gerade recht.

D-Land braucht weder eine Willkommens- noch eine Verabschiedungskultur. D-Land braucht eine tolerante Unternehmenskultur und Inspiration. Flüchtlinge sind dann nicht mehr das Problem. Sondern Teil der Lösung. Und für die Lösung muss niemand Mutti um Erlaubnis fragen. Als Einheimischer sollte man sinnbildlich lieber das Messer in den Konferenztisch von Politik und Konzernen rammen – die das wahre Paralleluniversum sind – anstatt Unschuldige samt ihrer Träume abzufackeln. (Und damit das eigene Universum.) Denn Flüchtlinge sind weder Kolonialisten noch geborene Sozialschmarotzer, sondern Macher. Sonst hätten sie sich nicht bis nach D-Land aufgemacht.

Extravaganz versus Geltungssucht

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Wie extravagant du lebst, sagt wie frei du auch sonst in deinen Entscheidungen bist. Extravaganz hat nichts mit Konsummentalität zu tun. Genauso wenig wie Zugehörigkeit und Identität mit Konformismus zu tun haben. Oder Geschmack mit Geld.

Extravaganz hat mit Selbstbestimmung und Selbstwert zu tun. Die Entscheidung dafür kommt von dir selbst. Nicht von außen und nicht von Jan Hofer. Und sie ist, je nach Kontrast zur Gesellschaft, ein Statement, eine Ansage oder eine Provokation. Im Idealfall alles gleichzeitig. Es ist Kunst und daher eine erweiterte Aura der eigenen Persönlichkeit.

Überleg doch mal, würdest du dir – abgesehen von praktischen Überlegungen, wie z.B. technischen Daten – freiwillig ein Produkt kaufen, eine Frisur schneiden lassen oder Klamotten besorgen, die du nicht leiden kannst oder häßlich findest?

Würdest du dir als gestandener Rocker auch nur einen Tag lang Hipster-Klamotten anziehen? Oder in deiner freien Zeit tatsächlich so rumlaufen und reden wie Florian Silbereisen? So lange du keine verlorene Wette einlösen musst, lass es.

Würde Harley-Davidson (oder Ducati) mehr oder weniger Maschinen verkaufen, wenn die vollends auf Elektroantrieb umstellen oder die Benzinmotoren ab morgen wie diese Japaner klingen? Niemals. Abgesehen davon, dass du nicht noch anderweitig Japanerinnen reitest, die alles übertönen, würde sich der Soundtrack deines Lebens nicht nur ändern. Er wäre weg.

Würdest du dir freiwillig deine Wohneinrichtung neu so einrichten lassen, dass du danach bei deinen Kumpels um Asyl bitten musst, weil dir auf deinem eigenen Klo vor lauter rosa Schmetterlings-Deko das Scheißen vergeht? Nicht mal für geschenkt. Denn dann würde sich dein Lebensraum, dein Herrschaftsbereich, nicht nur drastisch ändern. Er wäre weg.

 

Der erste Eindruck

Wenn dir nun deine Extravaganz abhanden kommt, dann fühlst du dich nicht nur unfrei und zur Anpassung gezwungen.

Sondern du läufst auch Gefahr missverstanden zu werden. Extrem ausgedrückt: Jeder, der dich neu begegnet, nimmt dann an, du stehst auf das Etikett von Krombacher und den aromatischen Rauch von getürkten VW-Dieseln und dass du dich darauf freust, deine Haare wie Rainald Becker täglich mit der Motorsense zu mähen. Glaub mir, so erzeugst du ein verfälschtes Bild von dir.

Also, wenn du was zu sagen hast und wenn für dich irgendwas im Leben von Bedeutung ist, dann solltest du die erweiterte Aura deiner Persönlichkeit nicht selbst kastrieren. Im Gegenteil, züchte sie, benutze sie.

Es ist immer ein Hinweis, ein Anzeichen auf deine Selbstkenntnis und deine Echtheit, ob du dich mit Dingen umgibst, die zu dir passen. Dinge, die auf den Normalbürger eben ‚extravagant‘ wirken. Sie zeigen an, ob du es dir erlauben kannst, aus der Reihe zu tanzen und was du dir wert bist.

Der Normbürger hat auch Dinge, allerdings genormte. Ein „Ding“ muss nichts materielles sein, es kann auch eine Attitüde oder eine Macke sein.

Jeder hat Stil. Jeder hat eine Macke. Jeder fühlt sich mit anderen Dingen wohl. Deshalb solltest du dir deine gewisse Extravaganz erlauben

Es kann ein einziges extravagantes Detail in deinem Leben sein. Das fällt dann mehr auf. (Oder unangenehm, wie der Scalp von Rainald Becker.) Oder es kann einfach alles an dir sein. Das wäre dann unmissverständlich. Es geht sowohl als auch.

 

Außenwirkung als Selbstzweck

Wenn Klamotten nur dazu dienen, warm zu halten, dann würde es reichen, irgendwas zu kaufen oder das zu nehmen, was Mutti einem zum Geburtstag schenkt. Nur wer macht dies freiwillig? Du siehst, Extravaganz ist deine Persönlichkeit und hat nichts mit Geltungssucht zu tun. Jedenfalls nicht bei gesunden Menschen.

Spießer hingegen, die zu Wohlstand gekommen sind, protzen gern mit ihrer finanziellen Potenz. Sie demonstrieren Macht auf plumpe und geschmacklose Art. So jemand will entweder dazu gehören, wo er gar nicht hin gehört. Oder er will von den Falschen anerkannt werden. Oder er will stolz über anderen stehen und damit sein Ego füttern.

So jemand kauft ein Luxusauto obwohl er (tief in sich drin) eigentlich etwas ganz anderes (wahrscheinlich kleineres, preiswerteres mag). Oder er mag überhaupt keine Autos. Kauft aber eins, weil er seiner Ansicht nach so ein scheiß Ding haben muss. Weil man das in gewissen Kreisen eben hat.

Das ist genauso ein verfälschtes Leben, wie das des Konformisten und Spießers, der Angst hat ausgeschlossen zu werden. Das muss er auch gar nicht. Ganz im Gegenteil. Der gehört eingesperrt.

Wie gesagt, deine Extravaganz muss im übertragenden Sinne zu deiner Persönlichkeit passen wie ein alter Hut.

Es ist schlimm, wenn man nur ein geringes Selbstwertgefühl kompensieren oder irgendwas mit Gewalt „nachholen“ will. Die Person und ihr gesamtes Leben ist in dem Falle einfach nicht (mehr) stimmig.

Dein Stil sollte daher deinem aktuellen Status deiner Persönlichkeit entsprechen. Persönlichkeiten entwickeln sich ja weiter. Und somit entwickelt sich auch deine innere und äußere Symbolik samt dem, was du tust, immer weiter. — Denn das, was du tust ist für dich nun mal von Bedeutung.

 

Was? Du brauchst keine Extravaganz?

Na, dann schau noch mal genauer hin. Und denke jetzt nicht an teuren Luxus oder geflochtene Bärte. Achte einfach auf die subtilen Details, deine Symbole (alles kann ein Symbol sein), auf deine Wortwahl oder Körpersprache. Woran erkennen andere dich? Vielleicht allein daran, wie du schon da stehst? Warum nicht.

Vielleicht erkennt man dich an deinem Fahrstil. Oder an die Art, wie du mit anderen umgehst? All das sind kleine Hinweise auf deine Extravaganz.

Die kleinen Eigenheiten, die jeder so hat, sich aber nur wenige zugestehen, die sind auch das, was von Stars kunstvoll bis zur Extravaganz zelebriert wird. Das Extravagante ist das, was bewundert wird. Nicht umsonst. Und bestimmt nicht so, wie wenn jemand sich anpasst oder sich selbst Dinge verpasst, die einfach nicht passen. So wie der Haarschnitt zu Rainald Becker.