Slyern

Heute ist Sly. Morgen vielleicht auch. Sly ist Sylvester. Sylvester Stallone. Und Sylvester ist ein Kater mit roter Nase, eine Cartoon-Figur.

sylvester
Cropped — Original Image Copyright by Gage Skidmore

Heute wird erstmal geslyert. (Sly & Feiern = slyern.)

Wenn wir nun heute die Sylvester-Feier haben, dann haben wir morgen vieeeleicht den Sylvester-Kater.

Mit slyern meine ich slyern und keinen Kindergeburtstag.

Aber was ist mit Sylvester Stallone? Ich würde jedenfalls nicht „Sly“ zu ihm sagen, dann eher Rocky oder Rambo. Denn Sly ist für mich ab heute der 31. December. Dann geht es zur Slyer, der Sylvesterfeier.

Jetzt bin ich schon wieder vom Thema abgekommen. So, Sylvester Stallone ist die meiste Zeit Sylvester Stallone oder Rambo. Oder Johnny Depp. Oder Ursula von der Slyen.

Oder Dino Martini und Foster Brooks.

…man, ich kann mich heute nicht konzentrieren, bin irgendwie schon beim Slyern. (Ohoder zumiindest leicht angeslyert.)

Also nochmal von vorn. Sylvester ist eine Party, nein Quatsch, ein Schauspieler. Und dann eine scheiß Katze. Nein, warte, ein Kater. Das Vieh ist ein verdammter Kater, das aussieht als wäre er (es?) eine Cartoon-Figur. Oder sagt man nicht „Comicfigur“?

Comicfiguren sind wie Schauspieler..

Nein, jetzt hab‘ ich’s: Manche Schauspieler wirken wie Comicfiguren, besonders, wenn sie wie Sylvester Staglione Stallone (der Chauschpiehler) ausseen.

Dannn näämlich… (ick muss erstmal nochen Shlucc ausse Pulle neem — zumm vorglüün‘ ;)   Ach, das war der let‘-letze Prooost! Post dieset Jahr. `?=)(/&%$§“!

JUTEN RUTCH!!! (PS:: Zu fretten jibbt it heute Tweety-BrAAAten…]

/humor

…oops, verröfffentlicht.  haha

Warum ich selten über Klopapier bloggte

Weil es über Klopapier, ehrlich gesagt, nicht viel zu sagen gibt. Aber ich kann im Klokain-Kartell, hier im Blog, ab und zu mal so richtig einen fahren lassen. So wie heute.

Dieser (oder dieses) Blog ist atypisch. Denn meine Idee war von Anfang an, ein Unternehmen (Online-Versand) zu gründen, das lustig ist, aber gleichzeitig auf seine eigene Weise aneckt. Also eine Furche durch den immer währenden Einheitsbrei schlägt. Und das will ich zuerst rüberbringen, indem ich schreibe, was ich lebe. Und lebe, was ich schreibe.

Da ich mit der deutschen Art zu leben nie grün geworden bin, ist das Klokain-Kartell die gelebte Form zivilen Ungehorsams. Das, was ich dir hier anbiete, steht für das Gegenteil dessen, was die Gesellschaft von dir und mir erwartet. Wenn du dir (von wem auch immer) geduldig vorschreiben lässt, wie du zu leben hast, dann bist du hier falsch.

Falls du dich nicht unterordnen kannst und schon lange die Faxen dicke hast, dann bist du hier richtig. Goldrichtig.

In den Beiträgen schreibe ich über Unangepasstheit, Kunst, Entrepreneurship, Outlaws und Kreativität und noch viel schlimmeres. Damit will ich sowohl zum Nachdenken anregen als auch Erfahrungen weitergeben. Was hat das mit Klopapier zu tun? Ersteinmal nichts.

Außerdem sehe ich mich selber als Outlaw. Ich bin im Geiste gesetzlos, um überhaupt kreativ sein und innere Grenzen übertreten zu können. So ist man – trotz äußerer Einschränkungen (Bildung, Job, Sicherheit, Ehe, Knast) – innerlich frei.

Es gibt beispielsweise ein Bildungsgesetz hier im Land, das im Grunde nichts weiter besagt, als die Menschen darauf zu drillen, der Obrigkeit zu dienen. Die lieben, braven Bürger weisen sich – im Interesse übergeordneter Autoritäten – eifrig gegenseitig darin zurecht, möglichst angepasst zu leben. Das merkt man schon daran, dass Kreativität in der öffentlichen Wahrnehmung hierzulande nicht sehr gut wegkommt. Genauso, wie Eigeninitiative. Angepasste Leute (Konformisten) wollen nichts lieber, als dass du ihnen in deren bedeutungsloser Misere der Mittelmäßigkeit Gesellschaft leistest.

Zurück zum Thema „Klopapier“.

protokloke2

Es geht hier nicht um Klopapier, sondern um Klokain. Und Klokain ist Kunst, Entrepreneurship und damit ein Symbol für Unangepasstheit, für das Unübliche, dass es ’nicht geben darf‘.

Dieses Symbol „Klokain“ ist meine Echtheitsgarantie, dass ich genau das tue, was ich hier schreibe. Es ist das, was ich hier anbieten werde. Und wer nur Klopapier haben will, der soll zum Discounter gehen.

Dort kauft der Normalbürger sein Klo-, Toiletten-, Häusle- oder Arschpapier. Je nach Lage und Dringlichkeit auch im Supermarkt oder in der Drogerie. Dort kauft man es. Dort packt man es ein. Und von dort schleppt man es bis nach Hause. Die braven Bürger und Bürgerinnen tun das nun mal so. Die wissen nichts von uns. Das Klokain-Kartell gibt es für sie gar nicht. (Für die sind wir ein Phantom.)

Du bist ein Insider, ein Kartell-Mitglied, und das allein schon deshalb, weil du hier liest.

Hier beim Klokain-Kartell bekommst du Klokain. Es ist Klopapier, ja und nein. Ja, weil es genau den Zweck erfüllt. Nein, weil Klokain mehr ist als übliches Klopapier. (Für die entsprechende Qualität werde ich schon sorgen.) Aber da gibt es noch etwas:

Klokain bekommt man geliefert. Du bekommst es geliefert. Exklusiv als Ladung. Von da an geht der eigentliche Spaß erst los. Der Paketbote sieht es, deine Nachbarn sehen es, deine Kollegen in der Firma sehen es, deine Kunden sehen es, deine Fans sehen es, deine Mandanten, deine Klienten sehen es. Und all deine (Party-)Gäste sehen es auch.

Und was genau sehen die?

Die sehen ein Statement. Die sehen jemanden, der es sich erlauben kann, von der Norm abzuweichen, jemanden, den das egal ist, was andere denken. Die sehen, dass du einen Arsch in der Hose hast. Und zwar einen, der mit Respekt behandelt wird.

Die sehen einen Outlaw, einen Kreativen, einen Künstler, einen denen all die Konventionen, Vorschriften und Korrektheiten des Angstspießers sprichwörtlich am Arsch vorbei gehen. Sie sehen einen Unangepassten, der mit Stil aus der Reihe tanzt und sogar beim Scheißen noch von der Norm abweicht.

Sämtliche meiner Beiträge drehen sich aus verschiedenen Blickwinkeln genau darum. Und mit deinem zukünftigem* Besitz unseres bösen Produktes, deiner ‚Ladung Klokain‘, hast du mit Spießern und Bücklingen nichts am Hut. Garantiert.

*[Falls du neu hier bist: Das Produkt ist noch nicht Verfügbar, da sich das Klokain-Kartell als Online-Versand noch in der Vorbereitung befindet — worum es hier auch geht. Ich gebe hier aber sofort bekannt, wenn es soweit ist.]

Besinnlich und besinnungslos

So sind die Feiertage. Es wird der ganze Weihnachtsstress hinein gefressen und gesoffen, bis die Schwarte kracht. Am besten (und das ist praktisch) wird gleich bis Sylvester durchgemacht. Und wenn man schon mal in Fahrt und sowieso ein harter Junge ist, dann gibt’s Verlängerung bis zum 32. Dezember. (Auch „Neujahr“ oder „1. Januar“ genannt).

Mit Alkohol werden die guten Vorsätze bereits vorbeugend, also vorsätzlich (aber nicht bewusst!), aus dem Gehirn gebrannt. So macht sich der Mensch frei von irgend welchen Verpflichtungen, die er sowieso nie einhalten wollte. Dann hat man wieder das ganze laufende Jahr Zeit, um es noch einmal zu versuchen. Und die Alte gibt Ruhe, denn man kann den 12-monatigen Aufschub ja plausibel erklären. — Sofern man das hier gelesen hat.

Warte, habe ich eben – neben der „Alten“ – über einen „Mensch“ geschrieben, wie „er“ dies oder jenes macht? Politisch korrekt sollte es doch MenschIn heißen. Oder die MenschInnen. Oder MännInnen. Oder der FrauRich. (Wie bei Mäuserich.) Oder der WeibLing. (Wie bei Weichling.)

Ich komme mal zum Punkt. Viel zu sehr achten die Leute (oder Leutinnen) auf politische Korrektheiten, welche nur Modeerscheinungen sind, um nicht anzuecken oder als zeitlich zurückgeblieben zu gelten. Das ist lieblose, oberlehrerhafte Pedanterie und hat nichts mit gegenseitigem Respekt zu tun.

Politisch korrekte Wörter sind ein Alibi für Spießer, ansonsten Müll zu erzählen.

Das Ganze ist jetzt nur in „korrekte“ Worte verpackt. Jeder ist auf sich selbst bedacht, wenn er diese asexuellen Ausdrücke verwendet. Mit den richtigen Wörtern geht man auf Nummer Sicher. Und wer geht gern auf Nummer Sicher?

Richtig, ein Konformist.

Wow, was für eine Wendung dieser Beitrag hat. Und es wird noch philosophischer und hochtrabender. So wünsche ich dir und eigentlich uns allen, dass wir uns auf das für uns Wichtige besinnen, erst recht, um nicht besinnungslos Korrektheiten zu nutzen, nur um eben jenes Wichtige daneben zweitrangig werden zu lassen.

Das Warzenschwein

Es wird heute beinahe 70 Jahre alt. [Aktuell 69.] Und es grunzt immer noch.

Also wenn ich Leiter in einem Supermarkt wäre und heute noch für die letzten Weihnachtseinkäufe geöffnet hätte, dann würde ich – und ich kenne mich – garantiert kein „Last Christmas“ in der Endlosschleife spielen.

Sondern Motörhead. Laut. Mit voll aufgedrehtem Bass. — Genau so, wie ich es 1988 schon einmal in einem kleinen DDR-Elektronik-Markt getan habe.

Allerdings war ich damals nicht der Chef, sondern nur ein 19-jähriger Verkäufer. Mein damaliger Chef war – wie die meisten meiner ehemaligen Chefs – zwar ein Idiot, aber kein Kommunist. Trotzdem hatte er mit Weihnachten nichts am Hut. So kam mir die Idee, als Alternative mal Rock’n Roll zu spielen. Und da Lemmy Kilmister am selben Tag Geburtstag hat, kam ich mit Motörhead.

Aber dummerweise hatte der Chef gewaltige Angst vor diverse Obrigkeiten und Kontrollorgane. Das heißt, „Westmusik“ war damals verboten. Erst recht, wenn diese nicht nach seinem Geschmack war. Da ich mich nicht an dieses Verbot hielt und Schlager hasse, legte ich meine private Motorhead-Kassette ein.

Mein Chef aber war zu beschäftigt, um die Musik zu verhindern. So hat er mir nachträglich und ohne Erwähnung überraschend mein Weihnachtsgeld gestrichen und 300 Ostmark vom Lohn abgezogen. Warum? Mitarbeiter zu entlassen war in der DDR schwierig, also gab’s bei Linienuntreue Strafe und Züchtigung.

Zurück zum Heilig Abend. In den 3 Stunden, die der Laden an jenem Tag geöffnet hatte, begrüßte ich jeden, der das Geschäft betrat, freundlich per Handschlag. Dies tat ich, um meinem Chef zu suggerieren, dass ich alle persönlich kannte und die nur meinetwegen kamen.

Lustigerweise haben diese Kunden den ganzen Laden samt Lager leer gekauft (was bei dem Ost-Schrott selbst damals ungewöhnlich war) und einige versprachen, mich weiter zu empfehlen. Einer hat „das Gästebuch“ verlangt (was es nicht gab), um seiner Begeisterung über meine Fachkompetenz und Freundlichkeit Ausdruck zu verleihen. (Jene Tugenden waren in der DDR selten, wurden daher aber sehr geschätzt und nicht als ‚aufdringlich‘ empfunden.)

Einer der letzten Kunden an jenem Tage sagte erfreut über die musikalische Gewaltbeschallung:

„Ah, das Warzenschwein!“.

Ich dachte, meine Güte, ein echter Kenner, ein Motörhead-Fan! Mit ihm unterhielt ich mich und erfuhr erst als der Chef nach vorn kam, dass dieser ‚Kunde‘ eigentlich zu ihm wollte, um ihm Frohe Weihnachten zu wünschen. Aber meinem Chef missfiel, dass „sein“ Bekannter mich ebenfalls mit Respekt behandelte und mir extra betont noch einmal Frohe Weihnachten gewünscht hatte.

Das wünsche ich dir jetzt auch und genauso respektvoll – auch wenn wir uns ebenfalls nicht persönlich kennen:

FROHE WEIHNACHTEN!!

Peinliches Interview mit einem Top-Online-Coach

Ich hatte das seltene Vergnügen, einen echten Top-Online-Coach zu interviewen. Er stand mir Rede und Antwort, allerdings will er – aufgrund der brisanten Aussagen – seinen Namen nicht genannt haben. Hier das exklusive Interview:

KLOKAÍN-KARTELL:  Du bist Online-Coach, bekannter Blogger und ebenso ein erfolgreicher Unternehmer.

Coach:  Und ein Guru. Ich bin nun mal der Dreh- und Angelpunkt für all die kleinen Loser da draußen.

KLOKAÍN-KARTELL:  Ja ja, schon klar. Nur, was macht man in deiner Branche so als Guru?

Coach:  Nichts. Abgesehen von der Imagepflege halt.

KLOKAÍN-KARTELL:  Das ist alles?

Coach:  Nein, nicht wirklich. Ich gehe zum Beispiel jede Woche in den Schönheits-Salon, täglich zum Frisör, zweimal wöchentlich zur Massage und in den Fitness-Club. Dazu kommen noch die Shopping-Touren durch Nobel-Boutiquen. Aber das entscheide ich aus dem Bauch heraus. Man muss halt immer gut ausschauen wenn man so prominent ist wie ich. Mal unter uns: Wer hässlich ist, dem kauft doch kein Schwein was ab. Da kann das Angebot noch so gut sein. Wird halt nix, gelle.

KLOKAÍN-KARTELL:  Ja kenn ich. Aber da gibt es doch bestimmt noch mehr zu tun. Deine wirklich hervorragenden Blog-Inhalte, die vielen guten Rezensionen, dein überzeugendes Angebot an Kursen, die bereits Preise gewonnen haben und bei vielen scheinbar gut ankommen. Außerdem bist du zum dritten Mal in Folge zum „Verantwortungsvollen Unternehmer des Jahres“ gekürt worden.

Coach:  Ach die Inhalte und Kursunterlagen. Hübsch nicht? Und das mit dem Unternehmerpreis, nun ja, die können nicht ohne mich. In der Wirtschaft heißt es, je mehr Kohle du scheffelst, desto mehr Preise bekommst du verliehen. Und das, obwohl du glatt das Gegenteil dessen tust, was der Preis eigentlich aussagt. Außerdem hat mir meine Oma immer gesagt, dass je mehr Geld du machst, umso freundlicher grüßen die Leute. Wie ich das Geld mache, spielt daher keine Rolle.

KLOKAÍN-KARTELL:  Aber du hast doch bestimmt selber viel Zeit und Arbeit in deinen letztendlichen Erfolg investiert und dein Geld ehrlich verdient?

Coach:  Nicht meine Zeit, nicht meine Arbeit aber sehr wohl mein Geld. Bei meinen Produkten steht mein Name drauf, ja. Aber das ist alles nur aus dem amerikanischen übersetzt. Ich weiß ja nichtmal, was da genau drin steht. Das habe ich von einem Assi für 50 Mäuse anpassen lassen, mit Namen und so. Somit sieht es aus, als wäre alles von mir. Das geht ruckzuck.

KLOKAÍN-KARTELL:  Aber die Coachings gibst du doch selber? Die ganzen Referenzen und Lobeshymnen sprechen jedenfalls für deine Kompetenz.

Coach:  Die Referenzen, auch Testimonials genannt, ja die habe ich wirklich selber geschrieben. Ein bisschen muss ich halt doch noch tun. Haha.

KLOKAÍN-KARTELL:  Wie? Du hast deine eigenen Referenzen geschrieben? Aber wer sind dann die auf deiner Website abgebildeten zufriedenen Klienten oder Teilnehmer deiner Coachings?

Coach:  Das sind Sozialfälle, die geben ihr Einverständnis für 20 Euro, dass ich sie online abbilden darf. Abgesehen von der einen älteren Frau dort, das ist meine an Demenz erkranke Großtante. Die unterschreibt alles, was ich ihr hinlege. Ich bin ja so dankbar, dass ich sie hab.

KLOKAÍN-KARTELL:  Heißt das, du gibst gar keine Coachings?

Coach:  Das ist korrekt.

KLOKAÍN-KARTELL:  Und wieso bewirbst diese dann?

Coach:  Die sind äußerst wichtig fürs Image, also für meine Glaubwürdigkeit. Wenn die Leute lesen, dass Menschen positive Erfahrungen mit mir gemacht haben, dann kaufen die auch meine Fertig-Kurse aus der Konserve. Die gibt’s im Paket mit vielen Features…

KLOKAÍN-KARTELL:  …halt, warte mal. Du warst nachweislich mehrmals in den USA und hast dort an Profi-Coaching-Coachings, wie „Coaching the Coaches“ teilgenommen, um selber als Coach gut coachen zu können.

Coach:  Da war ich wie jedes Jahr nur im Urlaub. Interessehalber habe ich durch einen Betthasen kostenlos an einer Seminar-Reihe teilgenommen, die nach dem Vampir-Prinzip lehrt. Jeder, den ein Vampir beißt, der wird ebenfalls zum Vampir. Jeden, den du coachst, der wird wird ebenfalls zum Coach. Das fand ich ganz reizvoll.

KLOKAÍN-KARTELL:  Und was macht man da genau? Was lernt man dort?

Coach:  Du lernst, wie du die Leute zu deines gleichen machst, indem du vorgibst, als Coach die frohe Botschaft zu kennen.

KLOKAÍN-KARTELL:  Und welche Botschaft ist das?

Coach:  Die lautet: „Auch du musst Coach werden!“ Alle müssen Coach werden wollen. Allerdings muss man aufpassen, dass sie nie ganz so gut werden wie du, um die Illusion aufrecht zu erhalten. Die Leute müssen dich sehen und dann so sein wollen wie du. Cool, erfolgreich, weise, allwissend, göttlich, gesegnet mit Beinahe-Telepathie. Und das als Kopie.

KLOKAÍN-KARTELL:  Was sind das eigentlich für Leute, die diese Seminare in den USA geben? Wie muss ich mir die vorstellen? Etwa als Überväter oder „Mega-Coaches“?

Coach:  Überhaupt nicht. Das sind typische Amerikaner halt. Religionsoptimierer, Schauspiellehrer und Marktpsychologen aus der Zigarettenindustrie. Die kennen sich eben aus.

KLOKAÍN-KARTELL:  Wow. Das ist erhellend! Das hätte ich nicht gedacht!

Coach:  Cool, nicht wahr? Von den Amerikanern lernen heißt verkaufen lernen.

KLOKAÍN-KARTELL:  Also geht es letzten Endes nur ums Verkaufen können.

Coach:  Guten Morgen! Jetzt hast du es kapiert. Du musst nur richtig quatschen können, die Leute um den Finger wickeln. Diese Fähigkeiten haben einige, so wie ich, von Geburt an. Man muss sie dann nur noch kultivieren.

KLOKAÍN-KARTELL:  Wie kannst du da noch ruhig schlafen?

Coach:  Während meiner Studienzeit in Palermo hat mir mein Sizilianischer Mentor immer gesagt: Geld zu zählen kann viele Stunden Schlaf ersetzen. Wenn man viel Geld hat, ist schlafen eher gefährlich.

KLOKAÍN-KARTELL:  Wo lebst du momentan, also von wo aus betreibst du dein Business? Auch aus dem Ausland?

Coach:  Nein, ich arbeite und wohne weiterhin hier.

KLOKAÍN-KARTELL:  Das überrascht mich. Du bist tatsächlich noch in Deutschland?

Coach:  Ja, ich bekenne mich zum Standort Deutschland!

KLOKAÍN-KARTELL:  Was machst du hauptberuflich. ober besser gefragt, womit hast du dein Geld verdient, als dein Online-Business noch in den Anfängen war?

Coach:  Das selbe, wie heute.

KLOKAÍN-KARTELL:  Und was ist das?

Coach:  Ich bin Beamter.

KLOKAÍN-KARTELL:  Was? Immer noch?

Coach:  Natürlich, was denn sonst. Bekloppt bin ich nicht. Mit welchem Stress-Job in der freien Wirtschaft hätte ich denn das alles stemmen können?

KLOKAÍN-KARTELL: Wissen deine Kunden und Anhänger davon?

Coach:  Nein, die wissen überhaupt nichts von mir. Ich habe ja nicht einmal eine offizielle Adresse, kein Impressum, gar nichts. Der Mythos lebt.

KLOKAÍN-KARTELL:  Kooperierst du oder vernetzt du dich auch mit Kollegen oder anderen Bloggern?

Coach:  Ich nicht, das machen die anderen schon von alleine. Als Guru muss ich selber gar nichts tun.

KLOKAÍN-KARTELL:  Wie muss ich mir das vorstellen? Schreibt dich dann jemand an?

Coach:  Hach, ich bekomme eine gefühlte Million Emails am Tag! Und um eine zu öffnen, da muss schon in der Betreffzeile stehen, dass er mir in den Arsch kriechen will. Und wenn ich zum Beispiel darum gebeten werde, in einer Art Blogparade mitzumachen, dann tue ich das, indem ich zum Thema ganz was anderes schreibe, am liebsten über Papier, und besonders gerne über Banknoten wie sie sich in meinen Händen anfühlen, gerade, wenn sie frisch gedruckt sind. Dann verlinke ich nur meine eigenen Produkte und den Urheber dieser Aktion erwähne erst gar nicht. Der wiederum muss mich aber verlinken.

KLOKAÍN-KARTELL:  Wieso muss der dich verlinken?

Coach:  Weil ich so toll bin.

KLOKAÍN-KARTELL:  Das heißt, du nimmst gern, aber gibst nichts zurück. Ist das nicht ein bisschen selbstsüchtig?

Coach:  So läuft es eben. Es sind doch die Leute, die nach mir süchtig sind und nicht ich. Da kann man mal Opfer verlangen.

KLOKAÍN-KARTELL:  Tun tust aber du, als ob selber genau da praktizierst, wie du anderen rätst.

Coach:  Was? Was ist das denn für ein Satzbau? Schon mal was von Korrekturlesen gehört? Ich dachte, dieses Interview ist auf Deutsch.

KLOKAÍN-KARTELL:  Ich meinte, du tust aber so, als ob du selber genau das praktizierst, wozu du anderen rätst.

Coach:  Ich bin doch kein Ratgeber, sondern Guru. Und ich habe nie behauptet, dass ich das selber mit dem „Geben“ so praktiziere. Außerdem habe ich Leute, die das für mich schreiben. Meistens jedenfalls. Und meistens kostenlos, denn die bezahle ich doch nicht. Da kann ich doch nichts dafür, dass die sowas naives fordern. Und wundern braucht man sich da ja nun auch nicht darüber.

KLOKAÍN-KARTELL:  Bei dir wundere ich mich jetzt über gar nichts mehr.

Coach:  Na also. Mit Rumwundern kann man nämlich kein Geld verdienen.

KLOKAÍN-KARTELL:  Du meinst abzocken.

Coach:  Das ist so ein unschönes Wort. Nennen wir es lieber ‚transferieren‘. Mann, verstehst du überhaupt was vom Geschäft? Kein Wunder, dass es bei dir nicht läuft!

KLOKAÍN-KARTELL:  Was „nicht läuft“?

Coach:  Na dein Klokain-Zeugs! Was und wo ist das überhaupt? Auf deiner Website oder Blog kann ich nichts finden. Du wurschtelst hier seit Monaten rum und was ist? Nada! Und wie es aussieht, gehen dir deine Weisheiten für Beiträge mit Mehrwert auch langsam zur Neige. Und dann dieser „Bösewicht“. Machst du hier einen auf Putin, oder was?

KLOKAÍN-KARTELL:  Vorsicht, Freundchen! Und erkläre du mir nichts über Mehrwert!

Coach:  Oh, da hab ich wohl einen Nerv getroffen?

KLOKAÍN-KARTELL:  Können wir wieder zurück zum Thema kommen?

Coach:  Komm, mach schnell, ich bin wichtig und hab nicht mehr viel Zeit.

KLOKAÍN-KARTELL:  O.K., letzte Frage: Bist du ein Mann oder eine Frau?

Coach:  Was soll ich mit so einseitigen Festlegungen. Ich bin das, was der Kunde oder Leser will. Ich habe da mehrere Angebote zu laufen. Als Mann, als Frau und als Mannfrau. Man will’s halt jeden recht machen, gell?

KLOKAÍN-KARTELL:  Eine Frage habe ich doch noch.

Coach:  Wenn’s sein muss. Mach schnell.

KLOKAÍN-KARTELL:  Worauf sollte deiner Meinung nach unbedingt jeder Blogger achten.

Coach:  Auf die Statistiken. Die sind wie Sex oder Geld zählen. Wenn sie hoch genug und nicht mehr manipuliert sind, dann reibe sie deinen Lesern und besonders deinen Kollegen unter die Nase. Das schmettert die nieder. Damit zeigst du, wo der Hammer hä…

KLOKAÍN-KARTELL:  …Coach, vielen Dank für das Gespräch.

/humor/satire

Meine (teils verworfenen) Label-Entwürfe

Alles muss man selber machen. Aber warum eigentlich nicht? In meinem Falle habe ich mir die Marke Klokain nicht nur ausgedacht, sondern auch grafisch gestaltet. Nur, mit Etiketten (oder Labels) ist das so eine Sache. Und die ist zu aller erst geschmacklich. Aber meiner Theorie nach muss ein Label gleich mehrere Funktionen übernehmen.

  • es sollte so leicht erkannt werden, wie ein x-beliebiger Song von AC/DC
  • es sollte in Erinnerung bleiben
  • es sollte flexibel für mögliche Veränderungen sein
  • man sollte darüber reden
  • es sollte der Thron (oder Rahmen, Plakette) des Logos sein, oder das Logo selbst, oder der prominente Teil des Produktes
  • es sollte mit der Absicht entwickelt werden, eine unverkennbare Ikone zu erschaffen, die das, was es repräsentiert entsprechend symbolisiert
  • es muss nicht „gut“ aussehen, aber den Geschmack, besser den Nerv, einer bestimmten Gruppe von Personen treffen

Damit die oben genannten Punkte zutreffen, habe ich einiges ausprobiert. Die beiden blauen Labels sind vielleicht nicht so schön, aber ansonsten ist es das, was ich wollte. Sieh dir einfach mal sechs meiner Entwürfe an:

kkgi4_600x400_112kb
ep2_900x675_164kb
kkgi1_600x400_108kb
kkgi2_600x400_107kb
0KS
kkgi3_600x400_110kb

 

 

Ein rotes Tuch für 90%

Wenn du was für andere machst und du willst, dass sie dich dafür bezahlen, dann mach es so, dass es genau bei dem, der dich bezahlt, positiv im Gedächtnis bleibt.

Für diejenigen, für die du nichts tust und die dich auch nicht dafür bezahlen, mach es so, dass sie es eventuell ebenfalls mitbekommen. Am besten so, dass es im Gedächtnis bleibt. Gern Positiv.

Oder noch viel besser: Negativ.

Aber nie neutral. Denn neutral bedeutet, dass es nichts bedeutet.

Keine Ikone, Symbol oder Erkennungszeichen kann beliebig sein. Denn dann könnte man es nicht als solches bezeichnen. Es wäre nicht das, was es ist, also symbolisch, bedeutend oder erkennbar.

Und bei Symbolen geht es hauptsächlich um scheinbar unscheinbare Nebensächlichkeiten. Das sind Feinheiten und gewisse Reize durch offene oder versteckte Botschaften. Mit diesen identifiziert man sich oder man lehnt sie ab.

Jedenfalls sollten sie ankommen. Wie? Am besten polarisierend, nach dem Motto, des einen Feind, des andern Freund.

Ikonen, Symbole und Erkennungszeichen sind Botschaften. Wenn sie wirksam sind, dann sind sie ein roter Teppich für 3%. Ein Wink mit dem Zaunpfahl für weitere 7%. Und hoffentlich ein rotes Tuch für die restlichen 90%.

Wenn die Bundesregierung weniger Bürokratie beschließen will…

…dann ist das so, als wenn ein Axtmörder beschließt, seine Opfer ab – sagen wir Sommer – vorsichtiger umzulegen..

Streng genommen schwadronieren Bürokraten für die Entbürokratisierung. Angeblich will die Bundesregierung (unter anderem) Gründern das Gründen erleichtern, indem sie ihnen lästige Pflichten, wie Verwaltung und Kosten erlässt.

Da viel geredet wird, traue ich den Braten nicht. Denn in der Praxis wird da nicht viel ankommen. Und ein Hintertürchen (per One in, One out) haben die sich auch schon einbauen lassen.

Woher will überhaupt eine Horde von Spitzenbeamtem wissen, wo einen Gründer der Schuh drückt? Und was verstehen die unter einem „Start-Up“?

Ich denke, abgebaut wird gar nichts. Erst recht keine Bürokratie. Und ich fürchte, es wird nur ein bisschen umgebaut.

Das offizielle Dokument (oder Statement) ist schwammig formuliert und lässt viel Interpretationsspielraum. Der Dicke (Gabriel) hat das mit seinen fettigen Wurstfingern sicherlich nicht selber geschrieben. Das kommt mir eher so vor, als ob es ein Jurist verfasst hat, der nicht will, dass – neben Bürokraten – auch Juristen bald weniger zu tun hätten. Denn die deutschen Gesetze sorgen für gut gefüllte Konten von Anwälten und etwas leerere Konten von Gründern.

Außerdem stelle ich mir so einige Fragen. Wird jetzt die Zwangsmitgliedschaft in der IHK abgeschafft? Müssen Steuern nicht mehr im Voraus bezahlt werden? Dürfen kleine Kinder jetzt im Vorgarten Limonade an Passanten verkaufen ohne gleich die Gewerbeaufsicht am Hals zu haben?

Das ganze klingt für mich nicht nur widersprüchlich. Sondern vor allem halbherzig. Es ist klar, dass die Bundesregierung aufgrund internationaler Studien und Statistiken mitbekommen hat, dass das Gründen hierzulande nicht en vogue ist. So sollte man viel radikaler rangehen und reformieren, und zwar schon im Bildungssystem, dass nur Millionen von gründungstechnischen Krüppeln ausspuckt. Aber Gott sei Dank kann man ja heute bloggen…

Klokeheads United

Diesen Begriff habe ich mal benutzt, um im englischsprachigen (US-amerikanischen) Internet mein Konzept vorzustellen.

Klokeheads United ergibt natürlich keinen richtigen Sinn, da ich es aus dem Deutschen schnell mal „entlehnt“ habe. Statt Klokain oder Klokain-Kartell müsste ich für die dortige Klientel komplett andere Bezeichnungen kreieren. Passender wären da zum Beispiel Tush, Tushr, Badass Wipes oder vielleicht, weil Französisch dort gut ankommt, Le Papier.

Und statt Pablo Escobar beziehungsweise einem Drogenkartell würde ich ein anderes Thema, zum Beispiel eines aus einer Subkultur oder dem klassischen, aber nordamerikanischem Gangstermilieu, wählen. Wenn überhaupt.

Aber wie sähe es beispielsweise im Vereinigten Königreich aus? Immerhin ist es räumlich näher. Und man hat dort Humor und mag schrullige Dinge etwas mehr als im strikten Deutschland. Vom Namen her könnte man deutsche Klischees bedienen. HB (Hitler’s Best) wäre vielleicht der Knaller, aber damit hätte ich dann ein Identitätsproblem und eine Klage aus München am Hals. Vielleicht eine Spur ziviler, wie Papa’s, Lavvish (hier mit doppel-V), Lavva, Blizza, The Bumshee, Llou Khultz (‚Loo Rolls‘ mit deutschem Akzent) oder eben Cloacaine – aber dann wieder mit El Patron.

Weist du was? Das beste an dieser Gedankenspielerei ist, dass man so eher auf neue kreative Ideen kommt, als wenn man nur innerhalb der Grenzen des eigenen Wirkungsbereiches (Marktes, Sprache, Genres, Kultur, Dunstkreises) denkt.

Probiere es doch mal mit dem aus, was du gerade machst oder vorhast. Frei nach dem Motto „Was wäre wenn…“.

Denn erst wenn du gedanklich die Bedingungen eines Problems veränderst, dann entdeckst du Lösungen, die dir sonst verborgen bleiben. Mit anderen Worten, öffne deine inneren Grenzen, um weitere, neue Möglichkeiten zu erkennen.

Wiederkäuen von verworfenen Ideen und unverdauten Weisheiten

Manchmal zerkaust du Gedanken Ideen, Einfälle, Weisheiten und Konzepte bis du merkst (oder einsiehst), dass sie aus irgend einen Grund nicht funktionieren. Irgendwas ist unstimmig oder fehlt noch. Du kommst nicht drauf. Mist!

Aber. Einfälle und Ideen, die du verwirfst sind nie wirklich weg. Deren Zeitpunkt ist nur noch nicht gekommen. Zumindest für dich und deine spezielle Situation oder dein erdachtes Szenario. Oft können wir diesen Zeitpunkt, wann etwas reif die Umsetzung oder die letztendliche Ausarbeitung ist, nicht erzwingen.

Irgendwann kommen Ideen, Einfälle und gern auch unverdaute Weisheiten genau dann ins Gedächtnis zurück, werden ‚verstehbar‘, wenn sie für dich relevant werden. Oder man holt sie selber ins Bewusstsein zurück, da sich jetzt die Umstände oder die Voraussetzungen geändert oder verschoben haben. Und deine angesammelte Lebenserfahrung wird die alten (vielleicht bekannten) Weisheiten plötzlich zum erleuchten bringen. Dir wird alles klar. Zumindest einiges.

„Und manche Weisheiten brauchen ihre Zeit, um zum Verständnis vorzudringen.“ — Mike Lippoldt

Deine eigenen Ideen erscheinen nach einiger Zeit an einem Punkt, wo die gewissen Zusammenhänge, die fehlenden Teile, die dir vorher noch nicht ganz so klar waren, plötzlich passen. Aufgrund der veränderten Lage passen sie dir jetzt ins Konzept. Und meist kommen alte Ideen in anderer, mutierter Form.

In einigen Fällen passen sie aber noch nicht so ganz.

Entweder sind die frühen Ideen bei ihrer ‚Wiederkehr‘ brauchbar oder sie verlangen nur eine weitere Überarbeitung, bis sie wieder verworfen werden. So dass sie bei einer dritten Wiederkehr, der wiederholten Erinnerung aber umso besser ins (neue, bessere) Konzept passen. Das heißt, Ideen werden mit der Zeit realisierbarer. Manchmal in einem neuen oder viel weiter entwickelten Zusammenhang.

Du kannst dir jede „alte“ Idee nochmal vornehmen. Besonders, wenn sie dir wichtig waren. Genauso werden vermeintlich „alte“ Weisheiten hoch aktuell und bekommen unverhofft Relevanz.

Ich will nicht sagen, du sollst sie dann mal ‚hochwürgen‘, aber du kannst sie ganz gut wiederkäuen. Wie in der Natur müssen einige Dinge lagern oder nochmals verdaut werden, so dass sie einen Zustand oder eine Form annehmen, der sie verwendbar, also realisierbar, verwertbar macht. Dadurch siehst du deine Ideen in einem teils völlig anderem Licht.

Und irgendwann siehst du, dass sie passen. In einer Art, als ob es dir ’schon immer klar war‘. Und dieses „Irgendwann“ beschäftigt dich nicht jeden Tag, sollte es auch nicht. Sondern erst dann, wenn die Ideen ‚aus dem Hinterkopf‘ wieder nach vorne- oder hochkommen. So lange tust du am besten nur das, was mit höchster Wahrscheinlichkeit funktioniert.