Nonkonformismus…

…oder Nonkonformität oder Unangepasstheit oder Querdenken – alles dasselbe – sind Einstellungen oder Attitüden mit ein oder zwei besonderen Eigenschaften: Sie sind unbequem und sie machen Sie angreifbar, verletzbar.

Das bequemste, dass es gibt, das ist unser eigenes Denken. Umso mehr das Denken anderer. Schwierig, gar unmöglich wird es, wenn Sie versuchen, einen Konformisten (Spießer, Jasager, Angstbürger, Herdenmenschen) zu einen Nonkonformisten zu machen. Da kann man viel Energie reinstecken – ohne gewünschtes Ergebnis. (Siehe oben.)

Die wahre Kunst (und es ist Kunst), ist nicht das sich Herumschlagen mit Konformisten und das Rechtfertigen vor Spießern, sondern das Finden, Entdecken und Erkennen von denjenigen, die gewisse Überschneidungen mit Ihrer eigenen Weltsicht haben. Überzeugungsarbeit brauchen Sie da nicht zu leisten. Die Leute, die Sie dort finden, die sind schon überzeugt und unangepasst.

Das einzig entscheidende ist nur noch die Frage, in wieweit man Ihnen vertraut und ob man Ihre Art und Ihre Geschichte annimmt. Das heißt, wie echt Sie auf „Ihre“ Leute wirken. Vertraut Ihnen in einem bestimmten Bereich der härteste Nonkonformist, dann tun es auch alle anderen.

Unbequem bleibt es dennoch. So haben sie es im Alltag oft weiterhin mit Angepassten Menschen zu tun (auf die Sie unbequem wirken). Und um unangepasste Menschen kennenzulernen, muss man mitunter einen holprigen und weiten Weg gehen, der sich nur dann lohnt, wenn all jene, die Sie begegnen in irgendeiner Weise von Ihnen profitieren (können).

Aber genau das macht Arbeit. Und richtige Arbeit ist nicht zwangsläufig schwer oder mühsam. Sie ist in den lohnendsten Fällen einfach nur besonders unbequem. — Konformisten, also die typischen Spießer haben es bekanntermaßen gern bequem. Daran erkennt man sie. Woran erkennt man Sie?

Und was die eigene Verletzbarkeit angeht, wollen Sie irgendwann (zwar hoffentlich spät, aber) wirklich in vollkommen unversehrten Zustand, gewissermaßen ohne jegliche Kratzer, Dellen und Beulen beerdigt werden? Das zu erreichen schafft keiner, aber viele versuchen es. Tun Sie lieber das Gegenteil und hinterlassen Sie sichtbare Spuren.

Ich mach‘ mal was ich will…

…und veröffentliche Morgen keinen Beitrag, sondern erst wieder Übermogen am 11. Juli. Der Grund? Siehe Überschrift.

Aus aktuellem Anlaß, aus brasilianischer Sicht, der „verflixten Sieben“, empfehle ich Ihnen den Beitrag vom 7. August 2013. Darin beschreibe ich, warum Brasilien gestern 1:7 verloren und Deutschland 7:1 gewonnen hat.

Team Deutschland hat gemacht, was sie wollen. Gewinnen.

Oder wie der renomierte Psychoanalytiker Oliver Kahn gestern im ZDF sagte: „Naja, haha, also, bei so viel Emotionen wie bei dem brasilianischen Team, da bricht man irgendwann emotional zusammen.“

[Gestern Abend konnte ich leider nicht das machen, was ich wollte. Ich musste das Spiel gucken und ich musste noch vor der Halbzeit plötzlich (und vor lauter Aufregung) dringend auf Toilette. Aber bin nicht gegangen, hab‘ es zurückgehalten, weil ich Angst (!) hatte, währenddessen mindestens 3 Tore zu verpassen.]

Gratulation an Löw und seine Jungs! Bleibt am Sonntag Abend dran am Ball.

Ihnen sage ich, behalten Sie Ihren kühlen Kopf und brechen Sie nicht zusammen, sondern brechen Sie auf, und vor allem, brechen Sie Regeln.

Viel Talent, wenig Geld

Die meisten Künstler sind sogenannte Bohemien oder Einsiedler, die von der Hand in den Mund leben. Daran ist eine Zeit lang nichts verkehrt, aber ich würde gern mal sehen, dass es auch dem Künstler irgendwann genauso gut geht, wie dem Kunstsammler.

Einige Künstler wollen kein Geld verdienen. Denen kann ich auch nicht helfen. Aber falls Sie sich auch in Zukunft auf ihre Kunst konzentrieren wollen, empfehle ich ernsthaft professionell zu werden, also Geld mit Ihrer Kunst zu verdienen. Allerdings, viele würden es gern hauptberuflich tun, können es nicht. Dabei ist genau das die Kunst.

Schreibblockaden oder andere Trockenperioden, wie auch Ärgernisse der gehobenen Klasse, wie zum Beispiel gegenseitige Missgunst oder die künftige Verfügbarkeit von 1979er Port Ellen meine ich nicht.

Schwierig wird es für jemanden meist dann, wenn sich Barrieren aufbauen, die ihn wirkungsvoll davon abhalten, das tun zu können, was er tun könnte. In einer dafür beispielhaft ausweglosen Situation, welche für den Betreffenden eine Art Hamsterrad darstellt, befindet sich jemand, der sich fragt wozu er seine Talente hat, wenn er damit kein Geld verdienen kann.

Geld verdienen könnte er damit durchaus. Aber er muss herausfinden, wie er mit eben diesen Talenten oder besser deren künstlerischer Kombination einen realen Nutzen stiften kann. Dieser Nutzen muss nur hoch genug sein, dass jeder potentiell Interessierte dafür genug zahlen würde, damit der Künstler seine Kunst für genügend seiner Leute wiederholt nutzbar machen kann. Das ist alles. Wirklich?

Nicht ganz. Alles in der Welt hat seinen Grund, dass es so ist wie es ist. Für den erfolgreichen Künstler bedeutet dies, dass er die Ist-Situation in seinem Bereich (nicht überall) ändern muss.

Der ernsthafte Profi-Künstler muss den guten Grund oder die „Daseinsberechtigung“ seiner Werke finden oder kreieren (beides kommt letztendlich auf dasselbe hinaus). Falls Sie sich angesprochen fühlen, beantworten Sie mir dazu nur eine einzige Frage: Was ist Ihre Geschichte?

Meth – Der neue Treibstoff für Politiker

Michael Hartmann ist (oder war) Politiker. Und als solcher gibt er natürlich auch seine notorische Schwäche für besondere Leckereien zu. Gestern noch als perfekter Deutscher Abgeordneter im Bundestag und heute schon Junkie mit Suchtbetreuer. Das ist hart, Mann!

Die Rede ist von „geringen Mengen“. Spätestens seit Heisenberg (nicht Werner, der andere) wissen wir, dass es auch große Mengen gibt. Und seit Charles Bukowski wissen wir, dass von ihm viel Hervorragendes geschrieben und getrunken wurde. So gesehen schreibe ich hier auch nur in geringen Mengen. Aber darum geht es nicht.

Viele scheinen zu wissen, warum gerade Meth-Michael’s heimliche Leidenschaft zu Gehirnatombomben aufgedeckt wurde. Nein, schuld sind nicht die voyeuristischen Ferkel von der NSA, die er im Vollrausch saufrech angegrunzt hat. Sondern die eigene Gier nach Macht, Anerkennung, Befriedigung — alles das, was jeder Politiker erwartet, wenn er Politiker wird. Mehr nicht. Irgendwann fliegt es auf. (Bei Politikern und Funktionären fliegt immer irgendwas auf, denn perfekte Fassaden sind auf Dauer schwer in Schuss zu halten.)

Wenn ich mir die Birne zuknallen würde, dann wäre es wenig überraschend und alles läuft seinen knieweich gedopten Gang. Oder, bleiben wir realistisch, es würde keinen Interessieren. Schlimmstenfalls.

Politiker tun so, als ob sie vorbildhaft anständig wären, verhalten sich aber andersherum. Die Guten sitzen in Berlin und die Bösen im Knast oder in Tschechien. Die sind für mich so glaubwürdig wie Hooligans auf einer Friedensdemo. Lieber wäre mir jemand, der von vorn herein sagt „Ja, ich bin geil auf Meth!“ Oder „3 Gramm sind doch lächerlich.“ Dann wäre er ein ehrlicher Mann. Aber gewiss kein Politiker.

Geistesblitze und Gedankengewitter

Richtige Blitze, so wie die bei einem Gewitter kommen nicht (oder nur sehr) selten aus heiterem Himmel. Dasselbe gilt für Geistesblitze. Auch die folgen natürlichen Vorgaben.

Erst wenn die Gegebenheiten stimmen, wenn Eindrücke, Erfahrungen, Inspirationen und daraus folgende spielerische Gedanken zu halbwegs annehmbaren Ideen verarbeitet wurden, dann sind die Voraussetzungen für eventuelle Geistesblitze gegeben. Bei jedem Gewitter, ob wetterbedingt oder geistig, müssen die meteorologischen Voraussetzungen stimmen, bevor es blitzt.

Trotzdem gilt: Nicht jeder, der je einen Geistesblitz hatte, konnte damit in der Praxis etwas anfangen. Und nicht bei jedem, der kreative Ergüsse mit nachfolgendem Erfolg hatte, ist dies immer auf Geistesblitze zurückzuführen. Um ehrlich zu sein, Geistesblitze sind erstens selten und zweitens noch seltener, wenn man darauf wartet.

Lassen Sie es aber auf jeden Fall mal so richtig schwül werden in Ihrem Kopf. Denn bei einem Gedankengewitter wird zumindest Ihre angeborene, aber leider (bei uns Erwachsenen) meist eingefrorene oder verdampfte Kreativität wieder flüssig.

Wenn es nun schon nicht blitzt, dann lassen Sie Ihre Kreativität regnen. Erst danach wird mit hoher Wahrscheinlichkeit die fruchtbare Phase folgen.

Chancen von Unten, Chancen von Oben

Auch der heutige Beitrag ist lang. Aber falls Sie nicht mehr weiter wissen, dann lesen besser weiter. Und falls ein böser Reicher dies liest, so wird er erfahren, wie er noch böser und reicher werden kann.

Erfolge nimmt man – gern nach einem unerwarteten Höhenflug – als selbstverständlichen Dauerzustand hin. Niederlagen nimmt man – gern nach einer unerwarteten Durststrecke – als unentrinnbaren Dauerzustand hin.

Ein hoher sozialer Status, samt Anerkennung und Materiellem wird als Normalzustand (und oft als gerecht) von denjeneigen erlebt, der dies (schon lange) hat.

Während eine prekäre, erbärmliche Situation für jeden in seiner Misere als unüberwindliche, aber normale Granitmauer erscheint, die sowohl Ent- als auch Einkommen für ewig verhindert.

Das einzig Gemeinsame an den jeweils beiden Situationen ist, dass sich die darin befindlichen Personen jene als normal für sich selber sehen. Das ist auch der Grund, dass sich eben jene Situationen nicht ändern. Keiner ändert freiwillig etwas daran. Beide haben auch gar keine Chance dazu, weil sie normal denken.

Der Höhergestellte, Vermögende, Einkommensstarke sieht sich kaum veranlasst, seine Situation zu ändern. Riskieren will er ja auch nichts. Jemanden, der nicht so gesegnet ist wie er selber, in seine (bessere) Welt zu holen würde eine Kettenreaktion dahingehend auslösen, dass fortan die Falschen bei ihm Schlange stehen, also betteln, „borgen“, beschleichen, erpressen oder stalken.

Der Multijobber, Niedriglöhner oder Hartz4-Abhängige glaubt nicht im Traum daran, dass er in der Gesellschaft jemals an Status gewinnen könnte. Obwohl er manchmal sieht, hört oder liest, dass er seinem Sumpf entrinnen, gewissermaßen „Aufsteigen kann“, schafft er es natürlich nicht. Warum?

Die Quellen des armen deutschen Mannes werden von Leuten gespeist, die genauso denken wie er, eben normal.

Gehören tun diese Quellen oft Eliten, die von unten Gesellschaft bekommen könnten, wenn es nicht so wäre. Der kleine Mann bekommt heute gemachte Leute, morgen den peinlichen Loser und übermorgen die unüberwindbaren Hürden „nach Oben“ vor Augen geführt. Immer wieder.

Genau dieses illusorische, irreführende und bequem konsumierbare Dreigestirn sagt ihm – obwohl er nichts hat – dass er bei dem bleiben soll, was er hat. Aber das, was er hat (Jobquälerei, Demütigung, Versorgungsprobleme, Aufpasser etc.), will er eigentlich nicht haben.

Falls das jemand liest, der sich momentan in einer prekären Lage befindet und da (wieder) raus will, den gebe ich folgenden Rat: Hören Sie auf, normal zu denken. Vergessen Sie sämtliche Ihrer üblichen Informationsquellen, wie Medien, Mitbürger und Mitleider. Geben Sie diese sofort auf. Tun Sie stattdessen etwas für Sie völlig unübliches:

Hören Sie aufmerksam und respektvoll auf Ihre innere Stimme.

Nicht auf die Stimme der Angst, des Reptilienhirns sollen Sie hören. Sondern auf die Stimme, die das sagt, was Sie gern tun würden wenn Sie es könnten. Können Sie dies nicht tun (wovon ich logischerweise ausgehe), dann wird diese Stimme, die von Ihren Träumen, Erfahrungen, Talenten, Vertrauen und Ihrem Intellekt gespeist wird, Ihnen Ihren Weg zeigen, wie Sie dorthin kommen.

Dorthin, wo Sie genau der oder die sein können wer Sie sein wollen, während Sie das tun, was Sie tun wollen und dabei sprichwörtlich ausgesorgt haben.

Dorthin zu kommen kann manchmal auf Umwegen passieren, aber immer nur Schrittchenweise. Wie Sie den zweiten kleinen Schritt zu gehen haben, können Sie meist erst dann erfahren, nachdem Sie den ersten kleinen Schritt gegangen sind. Wenn Sie trotz Innehalten nicht einmal den ersten Schritt in Erfahrung bringen konnten, gehen Sie einfach und dann wissen Sie auch warum. (Den wirklich Erfolgreichen passierte dies andauernd.)

Den Wohlhabenden sage ich: Inspirieren Sie, gehen sie neue Wege, zeigen Sie mal Mut, sonst tut es keiner. Von Bücklingen und Arschkriechern brauchen Sie dies nicht erwarten. Deshalb steht gerade derjenige, also Sie, in der Verantwortung, der mit letzterem nichts am Hut hat.

Mehr Ladedruck für träge Gehirne

Bevor Sie wieder wegnicken, werde ich versuchen, Ihre heimlichen Begierden zu wecken und Sie somit zu kreativen Höchstleistungen zu treiben. Ich schraube Ihnen zur künstlerischen Leistungssteigerung mal einen imaginären Roots-Kompressor auf die Hirnwindungen. Mal sehen, was jetzt passiert.

Der mobbende Kollege, die (oder der) Ex, der lästige Nachbar sind Leute, die Sie vielleicht gern eins auswischen würden. Stellen Sie sich die kriminellste, durchtriebenste Methode vor, denen einen Denkzettel zu verpassen oder sie umzulegen. So richtig nach Gangster-Art. (Bitte nur in Gedanken, so wie es ein Autor oder Drehbuchschreiber tun würde, nicht in Echt, sonst heißt es noch, der Finsterwalder schlägt seinen Lesern vor, ihre Mitbürger umzulegen.)

Entweder Sie denken sich fantasievoll eine Geschichte aus, wie sie dies gern tun würden. Oder Sie sehen sich einen richtig guten Gangsterfilm (keine Tatort-Scheiße) an. Ein Gangster-Buch zu lesen (egal ob real oder fiktional) ist mindestens genauso wirkungsvoll.

Bei Kriminalgeschichten sind ausgesprochen clevere Gangster sehr stimulierend für die Kreativität des Lesers oder Zuschauers. Jene sind ja auch nur ein Produkt eines (wohlgemerkt sehr kreativen) Autors.

Echte Gangster sind natürlich eine ganz besondere Spezialität. Die geben einen den gewissen (und nötigen) Kick und auch Realitätsnähe. Er, oder sein Handlanger, könnte praktisch schon vor der eigenen Haustüre stehen.

Setzen Sie sich mit solchen Geschichten auseinander. Diese bieten den größten Reiz, unsere trägen Gehirne in andere Denkrichtungen zu lenken. Gerade nach einer kriminellen Lektüre oder Kinofilm fängt das Gehirn ganz von selber an, unter Hochdruck zu arbeiten.

Man fantasiert oder denkt darüber nach, wer in der Geschichte dies oder jenes warum so und nicht anders gemacht oder gesagt hat. Durch diesen automatisierten Denkvorgang wird einerseits unser Gehirn trainiert und aktiv gehalten. Und andererseits bergen jene „erlebten“ Geschichten ein enormes Potential an Inspiration, wie wir reale Dinge, insbesondere Lösungen auf höchst unübliche, aber dynamische Art, abwandeln, ändern oder erschaffen können.

Die Übeltäter, die Bösen tun das, wovon Spießer nur träumen. Genau das können wir Kreative für uns bewusst – das heißt konstruktiv – durchdenken, forcieren und kultivieren. Ja schließlich anwenden.

Die Gangster waren in der Geschichte unsere Stellvertreter. Jetzt werden wir zu geistigen Stellvertretern der Gangster.

Das einzige, was wir jetzt noch machen müssen, ist einen praktischen Weg zu finden, der die Sache legal und machbar werden lässt. Viel Spaß beim kreativen Hochleistungsnachdenken!

 

Dieser Beitrag wurde inspiriert von Joel Goldman. — Danke an Cyd Madsen für den Tip!

Der Mann auf den verlinkten Bildern (außer Premierminister Frankie Costello) ist der Charakterdarsteller Joe Don Baker, den ich schon als Kind mochte.

Wenn Unternehmer sich persönlich bewerben

Vorsicht, der Artikel ist lang, aber hilfreich für (werdende) stationäre Unternehmen mit viel Kundenkontakt. Wenn dies zutrifft und Sie Ihrer mächtigen Konkurrenz auf mal so richtig eins reinwürgen wollen, dann lesen Sie den Beitrag lieber.

Es gibt diesen einen netten Verkäufer, den einen coolen Mechaniker, den einen magischen Koch, den einen interessanten Kursleiter, den einen lustigen Kassierer oder die liebenswerte Bedienung. Das Dumme ist nur, sie sind in ihrem jeweiligen Unternehmen oft ein Einzelfall. Falls sie überhaupt dort arbeiten.

Die meisten Personaler, Manager und Unternehmer orientieren sich nach Zeugnissen, Zahlen und Lebensläufen, wenn Sie Leute einstellen. Ferner entscheiden sie aufgrund realer fachlicher Qualifikation und Empfehlungen. Leider gehen sie überhaupt nicht nach nach wahren Talenten und damit dem Charakter desjenigen, den Sie auf Ihre zahlenden Kunden loslassen wollen.

Jemand, der seinen „Laden den richtigen Anstrich“ geben will, sollte dort anfangen, wo es dem Kunden voll ins Mark trifft: Bei der Belegschaft, die mit dem Kunden tagtäglich zu tun hat. Und damit meine ich keine geschulten Verkäufertypen oder fachliche Koryphäen.

Holen Sie sich aktiv die coolen, netten Typen ins Haus. Nicht nur einen oder ein paar. Sondern alle. Jeden, den Sie kriegen können. Achten Sie nur darauf, dass sie miteinander klarkommen (was hier einfacher sein sollte als mit Miesepetern).

Wer soll das sein?

Es sind diejenigen, die gut mit Menschen umgehen können. Damit meine ich natürlich keine Erzieher, Schauspieler oder gar Aufpasser. Sondern den Kumpeltyp, den man gern als Freund hätte. Die Person, in dessen Nähe man sich wohlfühlt.

Das ist der lustige, der einem zum Lachen bringt. Die Person, die anderen einfach ein gutes Gefühl gibt. Die Person mit dem lockeren Spruch (nett, nicht schnippisch). Den Empathen (nicht der, der Jedermann’s Liebling sein will). Schlicht gesagt, die Person, die sich wirklich freut, den Kunden zu sehen. Nicht wegen des Umsatzes, sondern nur so.

Suchen Sie nicht unbedingt nach 100%iger Qualifikation. Sympathische Leute lernen schnell und sind von Natur aus der perfekte Service. Und Fehler werden von Kunden geduldiger ertragen, sogar gern übersehen, wenn ihm das Personal sympathisch ist. Hauptsache die Chemie stimmt.

Warten Sie nicht auf Bewerber und endlos lange Bewerbungsgespräche. Hören Sie auf damit.

Sie müssen sich bewerben.

Gehen Sie runter von Ihrem Thron. Werben Sie direkt ab und zahlen Sie deutlich mehr. Beschwatzen, becircen oder meinetwegen stalken Sie, was das Zeug hält. Mit dieser Strategie, mit diesen Leuten werden Sie es sich leisten können. Hören Sie sich um, wo so jemand schon arbeitet. Selbst wenn derjenige branchenfremd ist, holen Sie ihn, schulen Sie ihn um oder sonst was. Aber holen Sie ihn. Tun Sie dies persönlich und seien Sie charmant. Dann ab zum Nächsten.

Geben Sie den neuen Mitarbeitern Macht über die Kunden. Das heißt, erteilen Sie denen großzügig und ausdrücklich die Lizenz zum Kunden feuern. Denn falls die notorischen Beschwerer und Miesepeter kommen, dann stören die erstens die Stimmung, kosten Zeit, Geld und Kraft. Und zweitens brauchen Sie diese nicht mehr.

Wenn Sie ein Unternehmen mit häufigen Kundenkontakt haben, wie Restaurants, Hotels, Supermärkte, Baumärkte, Tankstellen, Werkstätten, Ausstatter, Service- und Pflegedienste, dann lohnt sich die Investition in Kundensympathie bereits kurz- oder mittelfristig. Seien Sie nicht so kleinlich.

Haben Sie solche Kundenmagneten, die gewissermaßen Sympathieträger, also Strars sind (die nicht das Spiel, sondern ihr jeweiliges Publikum gewinnen müssen), dann haben Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit ein anderes Spiel, nämlich das gegen die Konkurrenz gewonnen.

Wenn Sie das richtige Image wollen, dann geht das nur mit den richtigen Mitarbeitern. Jene sorgen für die richtigen Kunden, während sich bei Ihrer Konkurrenz die eh schon falschen Mitarbeiter mit noch falscheren Kunden rumplagen.

Ich wollte Dirk Niebel als Lobbyist für’s Kartell anwerben…

…aber in letzter Minute ist mir Rheinmetall, zu Adolf’s Zeiten Teil der stolzen Reichswerke Hermann Göring (bis der Besuch aus England kam), mit einer ihrer ollen Kanonenraupen in die Parade gefahren. Na toll!

Aber wozu um Himmels Willen Niebel? Sie wissen ja, die Social-Media-Plattformen gingen bei mir aufgrund ihrer relativen Oberflächlichkeit unter ferner liefen und waren mehr versteckte Testobjekte als Marketinginstrument. Meine Idee war, dass er (Dirk) durch seine Beziehungen zu Kreisen ohne Hemmungen und Moral für Likes und Followers auf meinen Facebook- und Twitter-Accounts sorgen sollte. Die muss ich nicht kennen. Er kennt sie.

Trotz meines blinden Vertrauens zu den Mann ohne Lippen wurde ich das Gefühl nicht los, auch mit ihm irgendwo unter einer kritischen Schwelle, sagen wir mal so bei 5% (von was auch immer) zu verharren.

Dennoch habe ich zur Begrüßung schon alle gelben Luftballons heraus geholt und so lange aufgeblasen, bis ich ganz blöd im Kopf wurde. Und nun kommt der Idi nicht. Das ist hart, denn Dirk sollte ab heute meine rechte Hand werden, die Freunde umarmt und Feinden mit der Wumme droht. Das heißt, ich muss daraus meine Konsequenzen ziehen. Also, bei Rheinmetall kaufe ich schon mal nichts mehr. (Die Panzerpreise schienen mir in letzter Zeit eh leicht überzogen.)

Spaß beiseite. Das alles ist natürlich ironisch gemeint, hat aber leider einen fast rein metallischen Beigeschmack.

Als kleiner Unternehemensgründer wird man schnell in den selben Topf geworfen, wie die Großindustriellen, Manager und Politiker. Man wird aber wesentlich heißer gekocht. Denn in den Medien und mittlerweile auch anderswo werden Gründer, sogar Künstler zunehmend argwöhnisch beäugt, gerade so als wären sie schlecht für das Gemeinwohl. Auch das ist genau wie zu Adolf’s Zeiten, nur hier aus einer anderen Perspektive gesehen.

Lassen wir uns von Politik, Pöbel und Medien nicht die Sicht verniebeln.

Überschrift

Den Begriff Überschrift als Überschrift zu nehmen ist vielleicht nicht besonders einfallsreich. Aber:

Manches kann so offensichtlich sein, dass es schon wieder Fragen aufwirft.

Einiges kann so selbsterklärend sein, dass man schon wieder verwundert ist.

Diverses kann so langweilig sein, dass man gerade dadurch neugierig wird.

Bestimmtes kann so vorsagend daherkommen, dass man genau deshalb gespannt ist.

Weniges kann so simpel sein, dass man dahinter mehr Komplexität vermutet.

Vereinzeltes kann so nichtssagend sein, dass man dahinter eine höhere Bedeutung vermutet.

Gewisses kann so vernünftig sein, dass es schon wieder verrückt wird.

Grandioses kann so sinnlos sein, dass es gerade deshalb einen Sinn ergibt.

Einmalige Dinge können so erstaunlich einfach sein, das man sie trotz ihrer Einfachheit nirgendwo sonst findet.