Jemand, der ein Großprojekt startet, ist in vielen Fällen auch jemand, der sich selbst in ebenso große Abhängigkeiten begibt. Recht selten der Abhängigkeiten wegen. Sondern wegen dem Projekt.

Umgekehrt ist oftmals jemand, der ein kleines Projekt zum Laufen bringen will und dies auch tut, ein Mensch, der von Anfang an seine potentiellen Abhängigkeiten, die sein Projekt mit sich bringt bedenkt. Wegen der Abhängigkeiten.

Sämtliche Vorhaben, Visionen und Ideenkonzepte lassen sich nur mit Hilfe anderer realisieren. Bei Großprojekten sind dies institutionelle oder private Investoren, Banken, Partner und hoch gehandelte Führungskräfte. Ferner Kunden (hier gern Markt oder Zielgruppe genannt).

Bei kleinen Projekten sind es Kunden, Partner und Macher (Entrepreneure, Unternehmer, Künstler). Alle auf gleicher Ebene. Hier steht nicht das Finanzkapital im Vordergrund, sondern Ideen, Konzepte und Weltsichten. Und viel Geduld. Das Kapital ist hier die Person, die bereit ist, das größte Risiko zu tragen, den ersten Schritt zu gehen. (Der Gründer, der erste Gedanke, der erste Kunde, der erste Partner, der erste Mitarbeiter.)

In beiden Varianten, sowohl Groß- als auch Kleinprojekt, machen wir uns freiwillig abhängig. Manchmal überwiegend von Kapitalinteressen und manchmal überwiegend von Kunden.

Was ist uns lieber? Wollen wir in die Interessen von Geldgebern (die oft mit fremden Geld arbeiten) oder in die von unseren Kunden investieren? Letztere geben auch ihr Geld, aber mit gänzlich anderer Absicht. Und es gehört ihnen.

So oder so, wir sind dann abhängig auf hohem Niveau. Jetzt stellt sich nur die Frage, mit wem wollen wir lieber eine langfristige Bindung eingehen? Geht es nur um „unser“ Projekt oder um unsere Kunden, Fans und Beziehungen?

Die Antwort darauf dürfte jetzt leichter fallen. Und falls Sie sich die Frage erst gar nicht gestellt haben, dann lesen Sie den Beitrag nochmal.