Mittelmaß ist Fluch und Segen zugleich. Es sollte nur als Mittel zum Zweck gesehen, aber nicht als Lebensstandard betrachtet werden. Sonst wird aus Mittelmaß Mittelmäßigkeit.

Mittelmaß ist gleichzeitig die Lizenz, etwas gutes nicht noch besser machen zu müssen und ein Verbot, herauszuragen aus der Masse. Das Verbot würde ich übertreten, da es immerhin kein in Stein gemeißeltes Gesetz ist. Wie sonst sollten Sie Ihre Einzigartigkeit herausstellen können?

Aber die Lizenz, daß man nicht so gut sein muß wie man könnte, ist für jeden Entrepreneur oder Künstler pures Gold wert. Damit kann man in einem Markt besser Fuß fassen. (Und ja, Künstler sollten sich oder ihre Kunst vermarkten. Sonst sind sie bald keine Künstler mehr.)

Nur warum ist Mittelmaß jetzt plötzlich „gut“? Soll man denn nicht herausragen aus der Masse? Die Antwort ist, es reicht oft aus, etwas komplettiert zu haben. Dabei hilft das Mittelmaß als Richtlinie, gewissermaßen als Standard zum starten.

Als Gründer zum Beispiel, „mißbrauchen“ Sie das Mittelmaß, um überhaupt in einen Markt hineinzukommen anstatt weiter zu feilen, zu perfektionieren. Aber um im Markt zu bleiben, müssen Sie immer weiter über das Mittelmaß hinausgehen.