Vor einiger Zeit unterhielt ich mich mit einem Bekannten über die Wirtschaft und wer da so alles mitmischt. Er war nicht gut zu sprechen auf die Wirtschaftbosse, sind es in seinen Augen doch alles Politikerfreunde, Banker, Dynastien, russische Oligarchen oder schlichtweg Kriminelle im Anzug.

Mein Bekannter beklagte sich darüber, daß man als Normalsterblicher da eh nichts bewegen kann.

Ich muß sagen, daß es ihm gut geht. Er hat Haus, Grundstück, hübsche Frau, Kind, 2 SUVs und seinen Liebling, eine selbst aufgebaute Harley (Softail, Ape, 2L-S&S) für die ich glatt einen Mord begehen könnte. Und mein Bekannter ist gesund, kräftig und hoch intelligent. Aber:

Er, Anfang 40, war in den letzten Jahren oft arbeitslos oder auf Kurzzeit in Auffanggesellschaften, allerdings nie sehr lange. Er ist seit 20 Jahren als Experte (Ingenieur) in der gleichen Branche (Maschinenbau) tätig. Durch diverse Pleiten oder Fehlentscheidungen seiner Arbeitgeber, für die er nichts kann, fühlt er sich dann machtlos, frustriert und von Unsicherheit geplagt, obwohl er richtig was kann.

Ich sagte ihm, wenn ich er wäre, dann würde ich so nebenbei – zumindest gedanklich – schon mal an einer Unternehmensgründung arbeiten. Er schüttelte mit dem Kopf und meinte, daß er zwar Ideen, aber nicht die Nerven dafür (mehr) hat, um bei Null anzufangen und er als „Normalsterblicher“ eh keine Chance auf Erfolg hätte. Da gäbe es so viel zu tun mit den ganzen Anforderungen, da bleibt er lieber Angestellter. (Sofern er angestellt ist.)

Zudem muß er die Familie durchbringen und seine Frau erwartet, daß am Monatsende Geld auf dem Konto ist. Sie will, daß die Küche endlich erneuert und das 9 jahre alte SUV gegen ein neues ersetzt wird. Daher der „sichere“ Job, und der ist schon stressig genug. Oder die Suche danach bzw. die Angst diesen wieder zu verlieren.

Meine Antwort war, daß es doch erfolgreiche Leute gibt, die mit viel Kreativität und Mut ganze Branchen neu aufgezogen oder verändert haben, Anforderungen hin oder her. Dazu nannte ich ihm als Beispiel Richard Branson, nur um zu verdeutlichen, was machbar wäre. Die prompte Antwort meines Bekannten war: „Du kannst Dich nicht mit dem vergleichen!“ Achso.

Nun ja, das war kein Vergleich, das war ein Beispiel. Vielleicht ein zu krasses. (Bloß gut, daß ich nicht noch erwähnt habe, daß ich am selben Tag Geburtstag habe wie Sir Richard!) Seine Reaktion zeigt aber, wie viele andere in Deutschland ebenfalls denken. Mit dem Thema Gehirnwäsche fing ich erst gar nicht an, versuchte ihm aber zu erklären, daß es vielmehr mit der Sichtweise zu tun hat statt mit außerirdischen oder okkulten Fähigkeiten, ob jemand erfolgreich sein eigenes Ding drehen kann. Trotz Wiederstände. Und Branson hatte es mit Wiederständen zu tun und er hat sich mehrfach in Situationen begeben, die einige Normaldenker trotz Intelligenz locker in den Suizid getrieben hätten.

Das sich jemand mit jemand anderen vergleicht und dabei denkt, das wiederum andere genauso denken ist ja gerade das Übel. Vergleiche nötigen uns, sich jemand anderen anzupassen. Meist ist das jemand, den wir nichtmal leiden können. Dabei wird keiner glücklich und erzeugt mehr Stress als uns gut tut.

Vergleiche dienen dem System, indem sie zu mehr Leistung motivieren. Entrepreneure kann man nicht motivieren, belohnen, bestechen oder korrumpieren (alles dasselbe). Entrepreneure schlagen sich nicht mit Problemen herum, sie verfolgen ihr Ziel und schaffen die Probleme aus der Welt oder schaffen gleich eine gänzlich neue (kleine, spezielle) Welt.

Hören Sie auf sich zu vergleichen und nehmen Sie sich ein paar Beispiele, die Sie inspirieren und die anschaulich zeigen, was bereits alles funktioniert. Dort dürfen Sie sich gerne bedienen. (Aber klauen Sie nicht gleich alles, es soll ja Ihr Ding sein ;) Markieren Sie Ihr Revier, lassen Sie unternehmerisch mal richtig einen fahren!