Wann ein Kunstwerk fertig ist

Wenn es nach den meisten Musikern, Designern, Malern, Start-Up-gründern oder Autoren(filmern) geht, dann ist ein Kunstwerk – beinahe – nie fertig. In der Tat dauern künstlerische Projekte relativ lange. Manchmal zu lange.

Setzen Sie den Termin für die Fertigstellung oder Übergabe für sich selbst etwas früher. Dann haben Sie zwar weniger Zeit, paradoxerweise aber auch weniger Stress. So werden sie mit dem gleichen Ergebnis früher fertig und haben zudem noch die eventuelle Möglichkeit für feine Korrekturen während der übrig gebliebenen Pufferzeit. Sie sind ja auch nicht 5 Minuten vor Abflug auf dem Airport.

Sie sind Herr (oder meinetwegen „Herrin“) über Ihre Kunst. Wenn Sie Mehrwert kreieren wollen, dann verfahren Sie nach dem Motto Weniger ist mehr. Dadurch vermeiden Sie Überflüssiges, was niemand gern bezahlt.

Stecken Sie Ihr kreatives Potential lieber in das Wesentliche. Ihr Kunde, Fan oder Nutzer wird es Ihnen mit Treue danken, weil er sich ehrlich behandelt und verstanden fühlt. Er nimmt den Wert, den Sie ihm fristgerecht (oder rechtzeitig) liefern deutlicher wahr und Sie gewinnen sein Vertrauen.

Wenn Sie Gründer sind, dann haben Sie aufgrund einer niedrigeren Komplexität durch die „erzwungene“ Einfacheit weniger Stress. Ihr Unternehmen können Sie somit fokussierter und zielgerichterer vorantreiben. Es ist schlichtweg schlanker, flexibler und einfacher zu beherrschen.

Ihr Ergebnis wird einfacher sein. Vielleicht zu einfach. Aber sind es nicht gerade die einfachen Dinge, die gut ankommen und Verlässlichkeit mit sich bringen? Und sind es nicht die einfachen Kunstwerke, die legendär sind und ihre Erschaffer zu Ruhm verhalfen?

Online Shopping bis der Arzt kommt

Soll ich lieber „Onlineshopping“ schreiben? Das ist deutscher. Es wird über den (bösen) Onlinehandel gemeckert, geschimpft, gejammert, gewallrafft und gejaucht bis der Arzt kommt. Oder der Zusteller.

Es kommt darauf an, auf welcher Seite Sie stehen. Sie können Kunde sein, Sie können auch Angestellter bei einem Onlinehändler sein. Oder Sie sind selber ein kleiner Onlinehändler, der von zuhause aus arbeitet. Dann gehören Sie zwar noch nicht zu den Großen, aber garantiert zu den Bösen. Erst recht, wenn Sie keine Angestellten haben.

Warum ist Amazon gerade im amerikafeindlichen Deutschland so dominant? Weil sie leichtes Spiel haben mit ihren typisch amerikanischen Unsitten: Service und Gesetzeskonformität a-la USA. (Was nicht ausdrücklich verboten ist, das ist erlaubt. Punkt.)

Die deutschen gucken gern in die Röhre, können sich gut beschweren und auf andere zeigen. Selber kriegen sie aber – von Ausnahmen mal abgesehen – nicht viel auf die Reihe. Es wurde ja auch allen beigebracht, daß (und wie) man eben nichts auf die Reihe bekommt. Jeder könnte auf Service setzen. Macht aber keiner, bis man sich beschwert. (Z.B. über „Dominanz“ und „Leistungseffizienz“.)

Wenn Sie richtig gut sind und auf nichts und niemanden (hierzulande) hören, dann wird man vielleicht eines Tages im guten alten deutschen Fersehen über Sie und Ihre „Machenschaften“ diskutieren. Dann sind sogar richtige Experten mit dabei, die vielleicht mehr Ahnung haben als Sie, obwohl die nie das gemacht haben, was Sie machen. Wetten?

Es gibt kleine und große Dinge, über die man in Deutschland meckert. Wenn schon gemeckert wird, daß sollte es sich lohnen. Oder lustig sein. Oder absichtlich „böse“. Oder alles zusammen.

Raus aus dem Grab

So einige Entrepreneure würden sich wie lebendig begraben fühlen, wenn sie als Angestellte in einer Firma arbeiten müssten.

Falls Sie in so einer Situation sind und da raus wollen, dann müssen Sie bereit sein mitunter haarsträubende Aktionen durchzuziehen, die brave Angestellte niemals wagen würden. Sie müssen all Ihre Energie dafür aufwenden. Das geht, wenn Sie ein Ziel, Ihr Ziel als Inspiration und Kraftquelle haben.

Sie können das vergleichen mit einen Alptraum, aus dem man nur mit extremer Willenskraft aufwacht. Es ist wie ein artistischer Akt im Zirkus, eine Mutaktion, um eine Barriere zu überwinden oder zu durchbrechen.

Nur die lebenslang eingetrichterte Angst lähmt und hält sie in ihrem Job. Falls Sie sich angesprochen fühlen, kriechen Sie aus Ihrem Job-Grab, klopfen den Dreck ab und fangen mal an zu leben. Wahrscheinlich fühlt sich diese Vorstellung momentan unbequem an. Wahrscheinlicher ist, daß Sie irgenwann froh über diese Entscheidung sein werden.

Die Sache mit der Disziplin

Im grunde ist Disziplin Gehorsam, um nach einem äußeren Ordnungsmuster (Regeln) zu leben. Selbstdisziplin entsteht durch innere Regeln. Wer diszipliniert ist, der wendet viel Energie darauf auf, Dinge nicht zu tun.

Disziplin ist wie der Allradantrieb bei älteren Autos, der hat Anfangs mehr Grip und hält einen länger in der Spur. Man fühlt sich sicherer, fährt daher riskanter. Und wenn die Karre ausbricht, dann richtig. Bremsen tut er auch nur, wie ein normales Auto.

Ich habe nichts gegen persönliche Kontrolle bei Dingen, die ihre Interessen betreffen. Das ist wieder ein anderes Thema. Disziplin aber kann selbst außer Kontrolle geraten, indem man sich unnötige Grenzen setzt und die strikt einzuhalten versucht.

Es würde sehr viel nützlicher sein, sich produktiven und kreativen Aktivitäten hinzuwenden, sie zu tun anstatt sie nicht zu tun. Energie aufzuwenden, etwas zu machen, anstatt diese nicht zu machen. Das man sich dabei automatisch von dem abwendet, was man vermeiden will (sollte), erklärt sich von selbst.

Was eigentlich positiv gemeint ist und fälschlicherweise als Disziplin bezeichnet wird, ist der Wille eine Sache durchzuziehen, jeden Tag aufzustehen und unablässig daran zu arbeiten, auch wenn es oftmals nicht so großartig läuft. (Normalfall, keine Panik!) Es kommen auch wieder bessere Zeiten – sofern sie dranbleiben. Es ist eine Willens- und Glaubensfrage, keine der Disziplin.

Die Dilettantenparade

Wenn in einem Projekt viele Leute involviert sind, die eine Hand nicht weiß, was die andere tut und keiner für irgendwas verantwortlich ist. Dann haben wir die Dilettantenparade. Dilettantismus ist keine Kompetenzfrage sondern eine Charakterfrage.

Da Große Institutionen aber keinen Charakter, wie ihn einzelne Personen (oder gar Produkte) haben, sondern höchstens ein Image, ist die Gefahr von Dilettantentum dementsprechend gegeben.

Zuständigkeiten werden immer weitergereicht. Und Dilettanten heuern immer Dilettanten an.

Bürokratische Strukturen mit institutionellem Charakter, wie z.B. Konzerne sehen behördenartig ihre Kunden nur noch als Profitcenter oder Geldautomaten. Schlamperei, Pfusch, dann aber Serviceverträge (ohne Service) und Stress für den Kunden sind leider die neue Regel.

All dies ist Dilettantismus in Reinkultur. Ein echter Kundennutzen findet gar nicht statt. Im Extremfall eher eine mit Drohgebärden erzeugte Abhängigkeit a-la „Jetzt hast Du investiert, nun sieh zu, wie Du irgendwie mit uns weiter klarkommst. Wenn Du nochmal zahlst, dann begrenzen wir Deinen Schaden. (Den nicht wir angerichtet haben, sondern Du, weil Du nicht richtig informiert bist.)“

Bei so viel unnötigen Schaden und Wertvernichtung auf Kosten anderer (erinnert an Politik) sollte es auffallen, wen jemand das Gegenteil tut und Sinn, Hilfe und Nutzen stiftet. Oder zumindest keinen Schaden anrichtet. (Ist ja schonmal was.) Damit können wir nie früh genug anfangen. Und das Risiko, die Verantwortung zu tragen, wenn bei uns mal was schief läuft ist es allemal wert.

Ein Outlaw, der zu recht Präsident wurde aber nie Politiker war

Mich interessieren Menschen, die am selben Tag Geburtstag haben wie ich. Dem 18. Juli. Am liebsten würde ich sie persönlich kennen. Die haben für mich alle was besonderes. Vor allem die extremen Ausharrer, die aus den unmöglichsten Situationen heraus auf unmögliche (aber positive) Art mit aller Energie das Ruder alleine herumreißen konnten – und wenn es mit Repressalien gefüllte Jahrzehnte gedauert hat – was Staaten und Institutionen meist aber über Generationen nicht schaffen.

Der einmaligste von denen war für mich Nelson Mandela (1918-2013). Die meiste Zeit seines Lebens war er Staatsfeind Nr.1 und einer der ganz wenigen lebenden, die mir wirklich Respekt abnötigten. Er war ein Veränderer vom Feinsten!

Innovieren statt optimieren

Innovieren kommt von Innovation. Optimieren kennt jeder (Deutsche). Und als Entrepreneur sollte man es besser lassen.

In der deutschen Sprache wird das Wort „innovieren“ selten gebraucht. Ich habe es vor Jahren nur einmal in einem österreichischen Magazin gelesen.

Man ist hier eher gut im Optimieren. Mit Innovationen aber tun sie [die Deutschen] sich nicht nur schwer, sie können damit auch nichts anfangen – selbst wenn es sie gibt. Eine Innovation wird solange mit Argwohn betrachtet, bis sie im Ausland schon lange zum Mainstream gehört.

Innovieren bedeutet, sich an was Neues heranzuwagen. Ja, es ist immer ein Wagnis. Das Neue macht daher Angst, es ist „unsicher“. Da traut sich keiner ran. Optimieren ist sicherer, risikoärmer und bequemer. Es ist das, was alle machen.

Innovationen „zu innovieren“ erfordert nicht mal Genialität. Sie erfordern eigenes, besser eigenwilliges Denken und Mut. Gehen Sie damit über Ihre Grenzen. Das Geniale kommt erst hinterher, wenn andere es bemerken.

Ideenlieferanten…

…sind häufig andere Leute mit ihren Problemen. Falls Sie sich gut in andere hineinversetzen können, dann tun Sie dies mal aus der Sichtweise eines Problemlösers. Vermeiden Sie aber die Miesepeter. (Deren Probleme können weder Sie noch ich lösen.)

Mit ein wenig Übung können Sie somit an eine unerschöpfliche Quelle einfacher bzw. realisierbarer Geschäftsideen kommen. Was dem Scheich seine Ölfelder sind, das sind bei Ihnen die Probleme Anderer. Da es genug Menschen mit Problemen gibt, können Sie sich die richtigen aussuchen.

Die Drohnen der Geasi

Bei dem, was ich hier tue – in aller Öffentlichkeit wohlgemerkt – kann ich fast schon das Summen hören. Nein, nicht dieses Summen von gewöhnlichem Ungeziefer, sondern das von Miniflugkörpern die mit Spähkameras (später dann mit Waffen) ausgerüstet sind. Ich warte schon auf die ersten Drohnen bei mir hier. Zur Beobachtung meines Treibens…

Wie komme ich darauf? Als Unternehmensgründer steht man in Deutschland unter Generalverdacht. Warum? Man stört die öffentliche Ordnung und weicht vom genormten (gemeinhin akzeptierten) Lebenskonzept ab. Das ist auch der Grund, warum überall so viele Fallgruben ausgehoben wurden.

Damit meine ich öffentliche finanzierte Gründungsberatungen, Regularien, die Fänge der Bürokratie. Beispiel:

Versuchen Sie mal eine Garagengründung (die deutsche Politiker ja so toll finden) durchzuführen. Dann bekommen Sie es schnell mit der Geasi (Gewerbeaufsicht) zu tun. Alles verboten. Und es wird schlimmer.

Lesen Sie bitte den kurzen Kommentar von Hans (auf welt.de), der das Problem in Deutschland mit wenigen Worten auf den Punkt bringt. Ich hätte es nicht besser ausdrücken können.

Die Strukturen verdichten und verfestigen sich. Aus dem Thema Unternehmensgründung wird mehr und mehr eine komplexe Wissenschaft für Akademiker, anstelle einer reinen Einstellungsfrage. (Ich meine eine Frage der persönlichen Einstellung und nicht die Frage, ob Sie jemand einstellt.)

Der Aufwand, der von staatlicher Seite betrieben wird, um Gründungen in Zukunft verstärkt zu verhindern erzwingt auch einen erhöhten Planungs- und Kostenaufwand für Entrepreneure. Das ist wie ein Katz- und Maus-Spiel. (Staat kontrolliert aufmüpfige Bürger.) Das Klokain-Kartell wird den Spieß umdrehen und erstmalig die Rolle der Katze übernehmen. Das ist doch mal was!

Auf den Punkt gebracht: Ich will ja, daß die Überwachungsdrohnen kommen. Ich brauche was zum Spielen und meine Kartellmitglieder (Kunden und Leser) was zum Lachen. Kommentator Hans hätte sicher seine Freunde daran.

Übrigens, Henryk M. Broder hat mit seinem sehr lesenswerten Artikel der ambivalenten Psyche des deutschen Norm- und Ordnungsbürgers mal wieder einen Tritt verpaßt. Sonst hätte ich Hans seinen Kommentar, der da drunter steht, erst gar nicht gelesen.

[Edit: Im vorletzten Absatz mußte ich den Namen „Terek“ löschen, weil der nichts mit der Sache zu tun hat. Der Grund, daß ich ihn zuerst hinschrieb, war die Annahme, daß es Hans‘ zweiter Nickname sei. Ich habe bei der Kommentarstruktur auf welt.de einfach nicht durchgeblickt. Entschuldigung.]