Manager fordern Leistung

Entrepreneure fördern Kreativität.

Manager sind Chefs auf sicherem Posten (besonders dann, wenn sie diesen Posten verlieren).

Entrepreneure sind angreifbar, da sie für Ärger sorgen, den Status quo in Frage stellen, als Neunmalklug & Spinner gelten (gilt nur für Deutschland) und hin und wieder auf die Schnauze fallen.

Manager erwarten Perfektion (von anderen).

Entrepreneure sind Outlaws und wissen, daß sie selber Fehler machen (müssen). — Ich fang schon mal an.

Wer macht mit?

Probleme, nur Probleme!

Überall nichts als Probleme heute (…und morgen). Egal, wo man hinschaut. Ob bei den anderen oder – natürlich viel schlimmer – bei uns selber. Schwierig und unlösbar sind sie auch noch. (Weshalb wir sie uns gar nicht erst ansehen.)

Dann umgehen wir sie und schon schon stehen wir (wie bei Hase und Igel) wieder vor diesem oder jenem Problem. Ignorieren wir das Problem, dann hat es Gelegenheit sich heimlich zu mästen und zu vermehren. Laufen wir davon, kommt es hinterher. Jetzt samt Anhang.

Stellen wir uns den Problemen, dann merken wir bei dem ganzen Ärger auch noch, daß wir uns vielleicht umsonst geärgert haben und unser Problem womöglich gar kein (so großes) Problem ist. Jedenfalls nicht so eins, wie wir es uns vorgestellt haben. Nicht mal auf Probleme ist verlaß.

Aber nun wissen wir zumindest, woran wir sind. Und die Outlaws und Entrepreneure unter uns (mich inbegriffen) wollten es ja so haben. Anders würde es auch nicht gehen. Wir sind Problemlöser, wir machen nichts anderes. Wir stürzen uns in unmögliche Situationen (was automatisch Probleme verursacht) und kreieren Lösungen. Das heißt, daß wir eigentlich Lösungsorientiert sind. Und ohne Probleme bekommen wir keine Lösungen.

Tip an uninformierte: Informieren Sie sich genau, wovor sie wegrennen. Bevor Sie wegrennen.

Der Chef weiß von nichts

Man könnte es auch so ausdrücken: der Chef muß ja nicht alles wissen, schon gar nicht die unangenehmen Dinge, die mit Verantwortung zu tu haben. Wo es diese unangenehmen Angelegenheiten gibt, da werden von seinen Wissenden (die einzigen Nutznießer dieses Chefs) potemkinsche Dörfer herumgebaut.

Aber was ist, wenn der Chef (doch) bescheid weiß? Entweder ist er sauber oder er macht es der Mafia gleich und behauptet einfach, es gäbe gar keine Mafia. Das gilt aber nur, sofern er überhaupt etwas sagt. Letzterer Fall tritt ein, wenn eine Bedingung erfüllt ist: Er hat potentielle Konkurrenten (Alternativen zu ihm selbst) schon vor langer Zeit , sagen wir mal, „entschärft“. Dann gibt’s nichts mehr zu sagen.

Tip an alle Vorstände, CEOs, Patriarchen und Bundeskanzlerinnen: Probleme führen zu Lösungen und Konkurrenz belebt das Geschäft. Und wenn man keine Probleme mehr löst und das Geschäft nicht mehr belebt, gibt’s bald keins mehr. Sogar dann, wenn der Chef noch immer irgendwie „der Chef“ ist.

Nicht nur Bauern sind vom Wetter abhängig

Wir alle sind es.

Der Getränkemarkt liebt die Sonne, weil bei Hitze mehr getrunken wird. Der Handwerker kann bei Frost oder feuchtem Wetter kaum Außenarbeiten durchführen, genauso Maler und Bauarbeiter. Piloten und Kurierdienste bekommen (Termin-)Schwierigkeiten und Ärzte schlichtweg mehr zu tun.

Wir sind alle von den selben Dingen abhängig, um zu überleben. Dinge wie Essen, Trinken, Luft und Liebe. Trotzdem wollen viele autonom und unabhängig sein.

Tip: Vielleicht sollten wir nach den richtigen Abhängigkeiten suchen.

Teuer will keiner

Oder doch, weil „exklusiv“, so wie Strom?

Billig ist ruinös. Oder die Lösung zum Anlocken potentieller Lieblingskunden?

Mittelmäßig ist langweilig. Aber das ist doch mit „Sicherheit“ was alle wollen, oder? Man will ja nichts falsch machen.

Wer sich nur an Preissegmenten oder ungenaue Marktanalysen orientiert (wie üblicherweise Konzerne), der landet mit seinem belanglosen Plunder und Gleichgesinnten in einer schmalen markttechnischen Sackgasse. Und dort in dem Gedränge sind die Wendemöglichkeiten eher eingeschränkt.

Tip: Beachten Sie das, was andere ignorieren. Erschaffen Sie dort einen Wert, wo es vorher keinen gab. Eben dort, wo diese gewisse Lücke klafft. Lassen Sie, bildlich gesprochen, ungenutztes Brachland erblühen. Lassen Sie es rappeln in der Kiste – dort, wo die letzten 500 Jahre Ruhe war. Dann machen Sie einen fairen (und transparenten) Preis. Das ist dann jenseits von Billig, Teuer und Mainstream.

Bedeutende Kunst ist kommerziell

Direkt oder indirekt und egal, ob es der Künstler will oder nicht. Gerade die besten Kunstwerke wurden vor, während oder nach Ihrer Entstehung kommerzialisiert. Häufig von den nicht dazu befugten. Aber das ändert nichts an der Tatsache.

Um Kunst zu kommerzialisieren, reicht ein Besitzerwechsel aus. Wenn Sie ein Kunstwerk einfach mitnehmen, wird sich irgendein „Besitzer“ schon dagegen wehren. Spätestens dann merkt man, das die Sache also doch kommerziell ist. Das ist nur ein banal-radikales Beispiel, um zu verdeutlichen, was ich meine.

Fakt ist, Kunst und Kommerz gehören zusammen. Sie sind wie Topf und Deckel. Sie erhalten sich gegenseitig. (Im Idealfall gut für den Künstler.) Sie sind wie Geist und Körper.

Beispiel Unternehmensgründungen: Wenn wir nach rein wissenschaftlichen Methoden vorgehen und streng nach Anleitung eine Gründung durchführen, haben wir ein Problem. Das Start-Up taugt nichts. Es steckt keine Energie, Leidenschaft oder gar Magie dahinter. Es ist nichts von Belang, eher Bedeutungslos und fordert den Gründer alles ab, so daß er vergißt, warum er eigentlich gründen wollte. (Sei denn Sie haben einen Wagon voller €500 Noten, um sich Kreativität und Marktanteile zu kaufen.)

Gründungen sollten wie Kunst kreiert werden, weil es Kunst ist. Kunst bereitet Freude und berührt emotional die richtigen Leute, Ihre Leute. Das sind die, mit denen Sie gerne Geschäfte machen würden. Diese Personenkreise sind im besten Fall der lebendige Teil Ihres Kunstwerks.

Tip: Lassen Sie sich von Gründungsberatungen nicht Ihr Spiel verderben. Erbsenzähler sind nur in Ämtern und im mittleren Management der Großindustrie gefragt. Lassen Sie sich stattdessen lieber von Ihrer Muse küssen und machen Sie Ihren Leuten mal eine Freude.