Gebildet oder eingebildet?

Ihre Bildung ist essentiell wichtig, wenn Sie den Normen entsprechen und dem System dienen [oder – wie in D. üblich – sich per Doktortitel auf der Türklingel von Ihren Mitmenschen abgrenzen] wollen.

Eine in Deutschland übliche Eigenart ist es, seinen eigenen Wert (und den anderer) hauptsächlich vom Bildungsstand abhängig zu machen. Man achtet ganz genau darauf, wer wie wo „abgeschnitten“ hat. German Standard. Das ist mehr als nur Snobismus.

Deutschland ist eine Angestelltengesellschaft mit allem, was dazu gehört, wie Furcht vor dem Scheitern und dem obligatorischen Denkverbot.

Wir haben hier eine Monokultur des Didaktischen – oder wie ich es nenne – die Fachidiotenplage. Das Dumme sind nur die Erwartungen, die Sie als Fachie haben könnten. Der Medial-Industrielle Komplex spielt da nämlich nicht mit.

Nichts gegen herausragende Fachleute oder brilliante Spezialisten, wo sie gebraucht werden. Aber das gilt nicht für jeden.

Für Ihre Qualifikation als Entrepreneur (kreativer Gründer) und besonders als Outlaw brauchen Sie kein Fach-Diplom. Durchbrechen Sie lieber Ihre inneren Grenzen. Denn was nützt Ihnen Ihr Wissen, wenn Sie es nicht produktiv einsetzen können?

Tip: Fantasie ist wichtiger als Wissen. (Albert Einstein)

Wer liegt richtig?

Wenn der eine meint, er läge richtig und mache auch alles richtig, dann muß der andere nicht zwangläufig falsch liegen. Im Gegenteil. Es gibt mehrere Möglichkeiten, richtig zu liegen. Bei ein und der selben Sache. Nur der Blickwinkel variiert.

Beispiel: Das Beste, was Sie tun können, hat nichts damit zu tun, was Sie der Meinung anderer nach tun sollten oder tun dürfen, nur weil jene es (für Sie) „für richtig“ halten. Und es ist schon gar nicht das Beste für Sie.

Andersrum nützt es keinen was, wenn sie sich Nichtigkeiten hingeben, nur um sich in angeblicher Sicherheit zu wiegen, weil es ja alle so machen und es einem so beigebracht wurde.

Auch wenn die Mehrheit, aus Angst, das „Falsche“ zu tun, das Nichtige für das Richtige hält, ist es in Ihrem Fall höchst wahrscheinlich nicht richtig.

Warum gehen Sie nicht (natürlich mit guter Absicht) den unüblichen Weg und tun das Beste, was Sie tun können? Dann haben sowohl Sie als auch wir was davon.

In den U.S.A. wäre Ihre Privatsphäre geschützter als hier

Hunde, die an der kurzen Leine sind, bellen am lautesten. Deutschland verhält sich wie so ein Hund. „Ze Germans“ beschweren sich nunmal gern. Diesmal mit Grund, weil Deutschland ist an der kurzen Leine. Hier herrscht Meldepflicht. German Pflicht. Sogar für Hunde.

Keiner, hüben wie drüben, muß einen Account bei einem sozialen Netzwerk einrichten oder Produkte und Dienstleistungen online bestellen. Das ist alles freiwillig. Sie haben die Wahl, eben dort auch nichts zu kaufen, sich nicht anzumelden.

Im direkten Vergleich zu den angelsächsischen (und anderen westlichen) Ländern herrschen in Deutschland fast nordkoreanische Verhältnisse. Die hiesige Hysterie über den schlampigen Umgang mit der Datensicherheit hat eigentlich nur einen wirklichen Grund.

Das ist der deutsche Kontrollwahn, der maßgeblich an der Verkomplizierung des Lebens in diesem Land mitverantwortlich ist und noch aus Adolf’s Boomzeiten zu stammen scheint.

Innerhalb der „westlichen“ Staatengemeinschaft kontrolliert kein Land seine eigenen Bürger so penibel, wie Deutschland. Das fängt schon bei der Einreise (ins eigene Land) an. Aber keiner regt sich auf. Das wird hingenommen, wie selbstverständlich. Beispiele?

  • selbst bei Inlandsflügen wurden mir immer von barschen, unhöflichen Beamten alle Taschen durchwühlt, als hätte ich Kokain versteckt (noch vor 9/11!), bei der Einreise nach USA, UK, IRL, AUS, NZ etc. hatte ich das nie erlebt. Und ich war mehrfach dort. Kaum zurück in Deutschland, schon wird wieder akribisch kontrolliert.
  • Polizeikontrollen und potentielle Strafen an jeder (gefühlten) Ecke. Das realisiert man aber erst, wenn man längere Zeit im Ausland war und dann wieder zurück kommt.
  • Man fühlt sich hier genau Beobachtet, z.B. durch inquisatorische Nachbarn oder sonstige Aufpasser, die einem auf die Pelle rücken. In keinem Land der Welt wird bei geringsten Vergehen oder Auffälligkeiten derart harsch gedroht wie hier.
  • Meldepflicht für alle Bürger, als wären sie Kriminelle: Ihre Daten gehören nicht Ihnen, sondern dem Staat, bezahlen müssen Sie dafür (Beamte, die unproduktiv beschäftigt werden müssen…   …und sinnlose Beschäftigung ist heilig in Deutschland.)
  • Ordnungsamt: In welchem Land der Welt gibt es ein Amt extra für Ordnung? Richtig, hier muß alles seine Ordnung haben (wehe man stört diese).
  • TÜV, alle zwei Jahre, für Fahrzeuge, die älter als irgendwie neu sind.
  • Impressumspflicht für Blogger: Ein Unding z.B. im angelsächsichen Raum. Besuch, Spam, Stalking, Anwälte, Stress. Alles vorprogrammiert.
  • Zwangsgebühren fürs Staatfernsehen und Zwangsmitgliedschaften in Kammern

Wenn sich jetzt einer fragen sollte, warum ich nicht endgültig ausgewandert bin, hat es zwei Gründe:

1) Legal in die weiter oben genannten Länder einzuwandern ist im Gegensatz zu Früher (bis in die 1970er Jahre) nur noch sehr eingeschränkt möglich und nur unter gewissen Vorraussetzungen lohnenswert. Einwanderer unterliegen einige Jahre gewissen Beschränkungen. Das ist nicht für jeden interessant. Vor allem ist es ein Glücksspiel, daß von gewissen Variablen abhängig ist, ob man einwandern darf oder nicht. Das wissen die wenigsten.

2) Ich will den Hund von der Leine lassen.

Der Deutsche kontrolliert und wird kontrolliert. Und keiner muckt auf. Aber warum regt sich Mob-Michel im Duett mit dem Industriell-Medialen Komplex so auf? Ablenkung? Beschäftigung? Die Befürchtung das andere genauso schlimm sind, wie er selbst?

Wir müssen nicht in die Abgründe der U(N)SA blicken, wir haben schon unsere eigenen. Unsere streng konformistische Gesellschaft mit der damit verbundenen Unterwürfigkeit gegenüber Autoritäten sind das eigentliche Problem.

Die jetzige Aufregung ist nur nach außen gerichteter, bedeutungsloser Lärm. Wie beim Hund an der Leine. So manch ein Hund sollte ab und zu mal sein Herrchen anbellen beissen. Ob er dann noch was zu fressen bekommt? – Das hängt in diesem Falle ganz vom Hund ab.

/rant

Das Zertifikat [Zertifikatitis]

Eine Geißel der Deutschen. Das Zertifikat (oder zumindest irgend etwas in der Art) braucht jeder in Deutschland. Zum Beispiel der Doktortitel (oder -grad), die Herkunft, vor allem, wenn Sie einen bestimmten Job (Stelle) wollen. Wenn Sie nach Vorschrift gründen, dann auch. In diesen Fällen ist es ratsam ein gültiges Zertifikat zu besitzen.

Um eigene Entscheidungen zu treffen, die neue Wege abseits eingetretener Pfade bedeuten, brauchen sie kein Zertifikat. Umgehen sie die zertifizierte Welt der Sicherheit. Entrepreneurship kann Ihnen niemand zertifizieren. Und für kreative Gedanken brauchen Sie keine Erlaubnis. (Außer Ihre eigene.)

Das Gegenteil

Warum sollten wir nicht das Gegenteil dessen machen, was alle machen?

  • aus der Reihe tanzen, wenn alle in Reih und Glied marschieren
  • großzügig sein, wenn alle abzocken
  • langfristig in andere investieren, wenn alle nur noch kurzfristig bei anderen absahnen
  • ein Unternehmen gründen, wenn alle an ihre Jobs kleben
  • Dinge vereinfachen, wenn alle immer komplexeren Firlefanz herausbringen
  • Qualität liefern, wenn alle Schrott loswerden wollen
  • überraschen, wenn alle langweilen
  • originales kreieren, wenn alle banales kopieren
  • widersprechen, wenn alle „ja“ sagen
  • anpissen, wenn alle anhimmeln
  • wach sein, wenn alle pennen
  • zubeißen, wenn alle den Schwanz einziehen
  • abheben, wenn alle bodenständig sind
  • mit offenen Armen durch die Welt gehen, wenn alle mit Ellbogen durch wollen
  • dreckig sein, wenn alle glänzen wollen
  • Schurke sein, wenn alle Helden sind
  • für frische Luft sorgen, wenn alle in irgend welche Ärsche kriechen
  • eigen sein, wenn alle alle sein wollen

Ob in der Kunst oder im unternehmerischen, der besondere Reiz liegt oft in der Rolle des Gegenspielers.

Welcher Weg ist der richtige?

Diese Frage stellt sich spätestens dann, wenn wir an einer dieser Weggabelungen kommen, wo es zwei Möglichkeiten gibt weiterzumachen. Oder gar keine Möglichkeit, außer einen neuen Kurs einzuschlagen. Ungewiss ist, zu was der eine oder der andere Weg führen wird.

Wie sollen wir entscheiden? Schnell. Und warum? Weil wir keine Zeit verschwenden müssen. Was wir, was Sie tun könnten, ist eine Pause einlegen, Rast machen. Alles o.k. Mal nachdenken, innehalten – auch o.k. Aber nicht anfangen zu grübeln.

Letztendlich können wir uns nur auf einen Weg völlig einlassen. Wir können nicht beide Routen gleichzeitig einschlagen. Letzteres ist, was Zauderer versuchen. Aber welcher Weg ist denn nun der richtige? Das ist der, wo der Wind in Ihre Segel bläst. Und das sagt Ihnen Ihr Bauchgefühl. Oder der Wind. Aber der Wind kann ja drehen….

Fakt ist, der richtige Weg, ist der, den Sie dazu machen. Sofern Sie eine Entscheidung treffen. Dann gibt es keinen „falschen Weg“. Mit anderen Worten, wir bestimmen wo es lang geht. Nur daran müssen wir uns noch gewöhnen.

Die Münchhausen-Methode

Diese Methode hat es in sich und ist die Königsdisziplin für Entrepreneure. Wollen Sie unabhängig sein und sich auf Ihre Kunden fokussieren, dann sollten Sie von Anfang an das machen, was Münchhausen sagt. Baron von Münchhausen gibt gewissermaßen vor, was zu tun ist. Dann haben Sie mit großer Wahrscheinlichkeit eine solide Basis für ihr Unternehmen.

Der Baron sagte einst, daß er sich selbst an seinen Haaren aus dem Sumpf gezogen hat. Samt seinem Pferd. Das lustige ist, er hat sich nach eigenen Angaben (vielleicht doch nicht ganz freiwillig) erst in diese Situation begeben. Im übertragenden Sinne können wir das auch tun. Dazu brauchen wir weder Sumpf noch Pferd. Nichtmal Haare.

Hierfür gibt es auch einen Begriff aus dem amerikanischen (Englisch): Bootstrapping. Damit ist dasselbe gemeint. Der Sinn besteht nicht darin, unseren Kunden und Partnern die Hucke voll zu lügen. Denn dann würden wir tun, was Münchhausen tut. Wir können aber machen, was er sagt. Das bedeuet, etwas zu tun, was unmöglich erscheint. Man kann ein Unternehmen ohne Geldgeber sprichwörtlich hochziehen.

Man braucht statt Geld mehr Zeit, mehr Gedult und mehr Leidenschaft und mehr Kreativität um einen zusätzlichen Wert zu schaffen. Und man braucht ein durchdachtes Unternehmenskonzept, daß sowohl für Sie als auch für Ihre zukünftigen Kunden maßgeschneidert ist.

Man könnte sich und seine Kunden tatsächlich so langsam aus der Bedeutungslosigkeit herausziehen. Ganz ohne großes Marketing-Brimborium. Allein durch Vertrauen und ein Konzept, daß von Anfang an dem Kunden den Mehrwert und Respekt gibt, den er verdient. Das sollte funktionieren.

Tip: Heutzutage können Sie wahrmachen, was andere für schlicht unmöglich halten. Die ganzen Abzockerfirmen tun eher, was Münchhausen tat, nämlich Lügen. Das ist Ihre Chance mit Transparenz beim (potentiellen) Kunden zu punkten. Wir können wahrmachen, was der Lügner nur behauptet.

[Dieses Prinzip will ich für Klokain anwenden, unser Produkt. Damit es klappt, muß ich genau das tun, was ich in diesem Beitrag geschrieben habe. Über Klokain werde ich in nächster Zeit genaueres bekanntgeben und aus dem Nähkästchen plaudern. Live und unverfälscht.]

German Angst

Angst vor Veränderung des Status-Quo.

Angst vor Image-Schaden/Gesichtsverlust. (Scheitern innerhalb der deutschen Scham- und Leistungsgesellschaft mit konsequenter Isolierung durch andere.)

Angst vor Erfolg. (Siehe oben.)

Angst vor Verantwortung. (Daß man für sein eigenes Handeln zur Rechenschaft gezogen wird, kommt im strengen Deutschland einer gefühlten Hinrichtung gleich.)

Angst davor, seine „Sicherheit“ aufzugeben. (Diese „Sicherheit“ ist eine Illusion. In dieser Welt gibt es keine Sicherheit. Die Welt war, ist und bleibt unsicher. Seine Zeit mit exzessiven Sicherheitsmaßnahmen zu verplempern ist daher fehlgeleitete Energie.)

Angst vor das Fremde generell. (Weil es die soeben erwähnte „Sicherheit“ bedroht.)

Angst, aus der Reihe zu tanzen. (Den Kommentar erspare ich mir hier.)

Angst. (Ist natürlich und haben selbst Outlaws. Jene lassen sich von ihr aber nicht leiten oder gar führen.)

Tip: Angst ist der schlechteste Ratgeber, besonders die von der Sorte „Made in Germany“.

Der Marktschreier und der Märchenonkel

Es gibt sowohl Marktschreier als auch Märchenonkel. Beide haben unterschiedliche Methoden und Ziele. Beide haben ihre Daseinsberechtigung. Ist jemand gleichzeitig Marktschreier und Märchenonkel, dann wird daraus großes Entertainment, sofern er versteht, wovon er spricht. Wenn Sie Entrepreneur sind, ist diese Kombination Gold wert.

Wenn Sie die oben beschriebenen Eigenschaften besitzen und kein Entrepreneur sind, dann können Sie Ihr Talent nur einsetzen, wenn Sie zu 110% hinter dem stehen, was Ihre Organisation so fabriziert (oder treibt). Selbst dann noch, wenn Sie nicht dafür bezahlt werden und erst recht, wenn Sie Ihren persönlichen Einsatz reinstecken. Und der Kreis schließt sich.

Fakt ist, Sie werden es nicht jedem recht machen, weil die meisten eben Sie (abwertend) als „Marktschreier“ oder „Märchenonkel“ betiteln werden. Egal, Sie sind es trotzdem.

Als Jim McEwan, der nie selbst ein Unternehmen gründete (er ist das Unternehmen „Jim“) seine gut bezahlte und angesehene Position als Bowmore’s Marken-Ambassador beim japanischen Spirituosenkonzern Suntory (der aus Lost in Translation) freiwillig aufgab, um bei einem privaten Experiment auf Islay ohne sicheren Ausgang mitzumachen, lag es zum grossen Teil an ihm, ob es gelang oder nicht. Das war im Jahr 2000.

Bruichladdich [deutsch-phonetisch: „Brruch-Lahdi“] hatte nichts als Schulden, kaum relevante Kunden, die mächtige Konzern-Konkurrenz im Nacken und war eine ungünstig gelegene Ruine. Sie hatten keine Marketingabteilung. Aber sie hatten Jim. Er stand mit Inbrunst und Leidenschaft hinter seine „Babies“, wie er seine selbst kreierte Produktpalette nannte. Er schoß mit samt seiner Redegewandtheit oft über das Ziel hinaus. Egal, Perfektion ist für stumme Erbsenzähler. Jim war und ist der König in seinem Reich. (Sagt er selber und ich glaub ihm gern.)

Er und sein Mitstreiter Mark Reynier wurden zu Outlaws der Branche und brachen mit Konventionen im Akkord. Weil sie Produkte erschufen, die bei einigen Kennern als „Gepansche“ galten (jetzt nicht mehr!). Und sie hatten als erste den Mumm, aus dem obligatorischen Industrieverband, der Scotch Whisky Association (SWA) auszutreten bzw. erst gar nicht einzutreten. Wierum auch immer, es war ein Affront gegen alle. Aber die Produkte wurden beliebt und geschätzt, erhielten weltweit höchste Ehrungen von erfahrenen Gourmets, Whisky-Gurus und Aficionados.

Jede Flasche ist wie konservierte Magie. Ein persönliches Stück Jim. Die Kunden (Liebhaber) lieben das. Das einzigste, was die Kunden düpierte, war der verfrühte Verkauf an einem französischen Schnaps-Multi. Selbst das hat keinen nennenswerten Image-Schaden verursacht. Weil:

Ohne Jim hätten die kein einziges Fass verkauft. Jim müsste längst in Rente sein, aber er kann scheinbar nicht aufhören…   …er ist immer noch voll da. Eben wie ein echter Entrepreneur, wie einer von uns. Aber auf seine Art.

Tip: Sie müssen sich nicht „selbstständig“ machen, um Entrepreneur, Künstler oder Outlaw zu sein. Wenn Sie Vertrauen bei Ihren Kunden genießen, dann sind Sie bereits Entrepreneur. (Bzw. Intrapreneur als Teil einer Organisation.)

Wieviel verdiene Ich?

Wieviel wiege Ich? Wie alt bin ich? Wieviel Followers habe ich bei Twitter, „Freunde“ bei Facebook? Wieviel Haare habe ich (noch) auf dem Kopf? Fragen nach Zahlen, Zahlen, Zahlen.

Zahlen sind nicht immer eine verlässliche Größe, weil sie oft betrügen und wir das (wie bei einem guten Betrüger) nicht merken. Und wer mir nach obigen Zahlen fragt, der will anscheinend betrogen werden. Warum? Es ist einfach und bequem, Dinge, die eigentlich nicht meßbar sind, anhand mathematischer Größen zu kategorisieren.

Beispiel: Wenn ich wirklich wissen will, ob ich zu dick (oder zu dünn) bin, dann stelle ich mich vor dem Spiegel. Der Spiegel erzählt mir die brutale (und unbequeme) Wahrheit direkt ins Gesicht. Die Waage betrügt, indem sie mich vom eigentlichen Problem auf diplomatische Weise fern hält. „Wenn die Zahl stimmt, ist alles toll.“ Na dann Guten Appetit.

Dasselbe können Sie auf Einkommen (sehr realtiv, wenig real), Followers beim Zwitscherdienst (viele belanglose oder wenige glühende Fanatiker) oder beim Alter, was von Person zu Person sowohl biologisch als auch geistig erheblich schwanken kann, beziehen.

Tip: Wenn wir unseren Allgemeinzustand zurecht zu rechnen, lenken wir uns selber ab vor dem was wir haben. Nicht was wir nicht haben. Haben wir was, können wir daraus immer noch was neues, anderes machen. Akzeptieren wir uns.