Falls du dir nicht sicher bist, ob du den richtigen Weg gehst

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John Wayne sagte mal, er traut keinen Mann, der nichts trinkt.

Aber trotzdem, manche Tage sind schlimm.

Das geht schon mit dem Aufstehen los. Frei nach dem Motto: In welchem Film bin ich eigentlich? Man ist nur rattendatten.

Bedenklich ist es beispielsweise, wenn du früher geweckt wirst als nötig, nur weil der Bierhahn pünktlich kräht.

Oder du dir beim schwungvollen Umdrehen im Bett die Whiskey-Flaschen von Nachttisch reißt.

An solchen Tagen gilt dein erster Gedanke eben nicht dem Frühstück, sondern der Frage, wo du eigentlich bist.

Wenn du das geklärt hast, kommt das Wann.

Also wie viel Uhr. Vormittags? Nachmittags? Welches Jahr?

Die für viele so wichtige Frage des Warum stellt sich hier ausnahmsweise nicht. Dann eher die Frage nach dem Wann, nämlich Seit Wann: Seit wann braucht man einen Grund zum Saufen?

Letztere Frage ist deshalb so brillant, weil sie sich gleich von selbst beantwortet.

Und mehr Fragen gibt es auch nicht zu beantworten. — Wenn es um deinen Weg geht.

 

Nimm die ganz bestimmten 40 Volumenprozent einfach mit, trink sie aus

Denn zu viel nüchterne Analyse hält vom Eigentlichen ab. Sie verhindert mutige, aber nötige Aktionen. Das heißt, vollkommene Sicherheiten gibt es nicht mal bei der Versicherung.

Hinter den restlichen 10, 40 oder 50 Prozent verbirgt sich kein Alkoholgehalt. Sondern Unsicherheit, Ungewissheit und nicht zu beantwortende Fragen. Eben solche, die dir vom Handeln abhalten. In Wahrheit sind sie aber der Stoff, aus dem deine Träume selber zur Wahrheit werden.

Vollkommene Gewissheit hast du erst, wenn du etwas entschieden und dann auch gemacht hast. Wobei das Entscheiden noch das schwerste ist, weil letzteres Angst vor dem Machen macht.

Ich rate dir ja nicht zur absichtlichen Unsicherheit. Oder zu John Wayne-Aktionen. Oder zu Risikospielen, nur weil es dann mehr zu holen gäbe. Auch nicht zum Suff. Das wäre wie Motorradfahren mit extra eingeölten Reifen. Und Sicherheit ist im gewissen Maße ganz gut, aber nie absolut.

Also, wenn dir mal was nicht passt, du zweifelst oder du einfach mal nach verrückten Ideen Ausschau hältst, gilt die Devise: Lieber austrinken statt aussitzen.

Zu viel Nüchternheit ist nicht gut, sie hemmt und beschränkt. Wenn du keinen Alkohol trinkst (weil es einfach nicht schmeckt oder dir dabei unwohl wird), dann kannst du auch auf andere Art trunken werden. Schlaftrunken, trunken voller Vorfreude, trunken vor absurden Ideen und trunken vor Lachen.

Trunkenheit – egal in welcher Form – ist kein Garant für Erfolg. Aber sie gibt einem die Dreistigkeit, Erfolg in Betracht zu ziehen. Denn wer dass tut, der tut was.

Und derjenige, der was tut, der wird in genau dem Moment aktiv und kreativ, wenn er es braucht.

Verschaffe dir Stück für Stück dein eigenes Aktivitäts- und Kreativitätsrevier. Immer mal wieder. Gern angetrunken. Oder mache es wie John Wayne: Schieß dir erst mal den verdammten Weg frei. Und dann gehe ihn.