Da fliegt die Kuh: Warum Bullen-Parties so ausgelassen sind

AUSSCHNITT ORIGINALBILD VON JURI „JK“ KNAUTH

Eines weiß ich aus Beobachtungen schon seit Jahrzehnten:

Wenn du eine gute Party haben willst, dann lade mindestens einen Polizisten ein. Natürlich privat.

Und warum?

Die können richtig gut feiern.

Die lassen nichts aus.

Und man könnte den Eindruck gewinnen, es wären nette Typen.

Bis sie nüchtern wieder dein Motorrad befingern wollen, die Lustmolche.

Selber habe ich nie einen Polizisten als Party-Gast da gehabt. Zumindest nicht freiwillig. Der Grund ist, dass ich Bullen nicht leiden kann.

Meine Gäste können die auch nicht leiden. Gekommen sind die Bullen trotzdem, nur nicht zum feiern.

Aber wenn du gut mit (einen von) denen kannst, nur zu.

 

Lad‘ mal einen ein

Aber… darauf, dass der dich am nächsten Tag laufen lässt, falls du im Sekundenbruchteil einer alten Oma die Schwellung aus ihren Fuß fährst, würde ich nicht wetten. Da besteht halt immer noch das Risiko von persönlicher Überwachung.

Und um einen brüllenden Polizisten zu zitieren, der mich des öfteren (auch privat und ohne Uniform und ohne Dienstmarke) aufgelauert hat:

 

„EIN POLIZIST IST IMMER IM DIENST!“

Immer im Dienst — wenn es darum geht, unliebsame Bürger zu schikanieren.

Ich in meinem Falle hatte eine kleine runde Tasche vorn am Motorrad-Lenker, die sollte ich gefälligst entfernen, da ich sonst hätte nach Hause laufen können, „mit oder ohne Schminkbeutelchen“.

In besagtem Moment habe ich wirklich Lust gehabt, eine Knarre aus der Tasche zu ziehen und den Typen umzunieten. Wie gesagt, nur Lust. Lust kann man ja wohl noch haben.

 

Der Grund für die Feierlaune von Bullen

Das sind Uniformträger. Die lieben es schmuddelig. Nur zeigen sie es in der Öffentlichkeit nicht so gern. Wegen dem Respekt und so. Also Respekt kriegen die von mir schon seit 1986 nicht mehr, als ein Bulle handgreiflich geworden ist und ich das erste Mal zu unrecht bestraft wurde. Natürlich als ich mit dem Motorrad unterwegs war.

Wenn jemand ständig unter Beobachtung steht wie die liebe Polizei und dann ständig seine Mitbürger wegen jeder Scheiße dran kriegen will und obendrein noch so tut, als wäre er moralisch überlegen, dann braucht so jemand ein Ventil, wo er genau das Gegenteil dessen sein kann, was er vorgibt zu sein. Nämlich sich selbst.

Genauer, eine Variante von sich selbst, die nicht anstrengend gezügelt werden muss. Also ein Idiot.

Alkohol löst diese Idiotenzügel schnell und deutlich sichtbar.

 

Typisch Deutsch: Vorbildfunktion

Das ist lächerlich und was es schon immer: Eine sogenannte Vorbildfunktion funktioniert nicht bei Beamten. Nicht in einem engen- strengem Land wie Deutschland. Erst recht nicht in einer Zeit, wo es mehr eingeschaltete Smartphones gibt als funktionierende Hirnzellen bei der Polizei.

Für mich persönlich sind Bullen — wie auch Beamte generell — keine Vorbilder, sondern alles, was ich verachte. Nur, für wen sollen die Vorbilder sein?

Für Freaks, die auf Uniformen stehen? So wie Stolz und Wichtigtuerei? Für Möchtegern-Beamte, die ebenfalls einen unkündbaren Job beim Staat wollen? Oder die dicke und frühe Pension? Das Gefühl von Macht über andere? Oder die Gewissheit, Weisungsempfänger von Leuten zu sein, die wiederum von Konzern-Lobbyisten gekauft wurden?

Also wenn das kein Grund zum Feiern ist..

Na klar sind Bullen Menschen. Keine Frage. Aber das sind Nazis, Kriegsverbrecher und Politker auch. Das blendende Gefühl der moralischen Überlegenheit gegenüber anderen eint sie.

 

Nüchtern bei der Verkehrskontrolle

Ein typisches Beispiel: Wenn die jedesmal bei einer Kontrolle anfangen, mich mit ihrer moralischen Überlegenheit (oder Autorität) zu belehren wie einen dummen Jungen, dann diskutiere ich die in Grund und Boden. Dabei hilft es, wenn man Erfahrung, Ausdauer und Sachkenntnis hat. Und einen Arsch in der Hose.

Ich erkläre denen (durch die Blume), wer der wahre kriminelle Volltrottel ist. Für meinen Blutdruck im Penis ist das nicht gut, ich weiß. Aber ich kann nicht anders… als diese Typen zurück zu ficken… bis weit nach deren Dienstschluß… denn ein Bösewicht macht keinen Feierabend.

 

Der Bullenflüsterer

Solange man mich nicht unnötig reizt, bin ich freundlich, humorvoll und umgänglich. Allerdings, allein schon der Anblick von Bullen reizt mich. Trotzdem versuche ich es zu unterdrücken und spiele erst mal den lieben, netten Moped-Ghandi.

Und zwar so lange, bis mir vor lauter Pedanterie, mir irgend ein strafbares Vergehen nachweisen zu müssen, dann doch der Kragen platzt. (Wenn die was finden wollen, dann finden die immer was.)

Aber man wird langsam auch gelassener, weil es einerseits bei der Polizei gewiss positive Ausnahmen gibt. (Nicht alle Beamten sind doof.) Und andererseits man es als wirkliches „Vorbild“ dem Bullen mal so richtig zeigen will, wie zivilisierter Umgang miteinander aussieht. Sogar als wilder Biker.

So jemanden, so einen PS-geilen Bullenflüsterer gibt es wirklich. Hallo Zonko! Hier erkärt er, wie er das macht. Leiwand*!

 

Am besten bleiben Polizisten unter sich

Denn sonst wird es für alle anderen peinlich. Dann können die sich auch in Ruhe gegenseitig anscheißen (wie letztens erst in Hamburg). Oder sich nach Lust und Laune untereinander beleidigen.

Oder besser noch, sich preußisch stramm in einer Reihe aufstellen und dann auf Anordnung gleichzeitig anpissen. In dem Fall ist das keine Party mehr. Sondern, wie ich die Typen kenne, ein „Erschießungskommando mit Fleischgewehr“.

Es geht nicht ums Pissen. Oder wie sie Pissen. Es geht darum, dass sie einen Befehl dafür brauchen. Nicht mein Ding.

 

Optionen

Und noch was. Wenn ich auf einer Party wissentlich einen Bullen begegne, dann habe ich zwei Optionen. Die eine ist, mich einfach von dem Subjekt fern zu halten, denn auf den Staat und einer seiner Beamten (erinnere dich, die haben immer Dienst) habe ich in meiner Freizeit keine Lust.

Die andere Option ist, gern im Falle eines Verkehrspolizisten, diesen dermaßen abzufüllen, dass er die drei Gehirnzellen auch noch verliert, die er für seine nächste Auspuffkontrolle an meinem Bike braucht. Hoffentlich will er dann nicht etwas anderes sehen. Denn für eine Party mit denen hab ich keine Lust.

Aber für den, der es wissen will: Feiern können die. (Wenn es nur dabei bliebe.)


*[Leiwand, manchmal auch Leinwand ist österreichisch, in Zonko’s Fall nordtirolerisch und bedeuet sinngemäß so viel wie „richtig gut“ oder „saugeil“.]