Nicht kreativ genug? Dann erschaffe deinen Kreativitäts-Frankenstein

Original image by Jess Lundgren

Wir fackeln heute nicht lange. Dieser Beitrag ist ein Versprechen, das du jederzeit kreativ und kompetent genug bist, Probleme zu lösen. Und jederzeit heißt jetzt, sofort. Also gleich hier, noch während du liest oder direkt danach.

Dazu musst du dir ein schnell wachsendes Monster erschaffen, das deine Probleme frisst wie Warane Ziegen.

Du brauchst keine tägliche Ziege, um es füttern. Sondern, wie gesagt, momentane Probleme. Werf‘ sie ihm einfach zum Fraß vor. Fangen wir mit einer Tatsache an.

 

Jeder Mensch ist kreativ

Dass man selber kreativ ist, will kaum einer wahr haben. Ist aber eine Tatsache.

Eher denken viele, „nicht kreativ sein zu können“, „nicht kreativ sein zu dürfen“, „nicht kreativ sein zu wollen, weil viel zu anstrengend“, „gerne kreativ wären, aber…“ oder ganz schlimm: „…mal kreativ waren“. Nein sie sind es.

Du bist es.

Immer noch im Hier und jetzt.

Probleme (seit Menschengedenken ein Grund fehlender Kreativität) sind ja ebenfalls hier und jetzt. Warten tut ein Problem auch nicht. Und jeder hat immer irgend ein Problem. Eher mehrere.

Falls dich Probleme erschlagen und dadurch am kreativem Denken hindern, dann rege ich mal deine Fantasie an:

Bei mehreren Problemen hast du den Luxus, dass du dir dein Problem aussuchen kannst, was du lösen willst oder lösen kannst. Müssen tust du in dem Fall gar nichts. Da kannst du aus dem Vollen schöpfen. Und das ist nur der Anfang.

 

Überschreite Rote Linien

Rote Linien sind dazu da, überschritten zu werden. Also tue genau das, was du nicht tu sollst, weil Mutti ja sonst meckert.

Was ich damit meine?

Kümmere dich nicht um deine Probleme. Sondern um die Probleme von anderen. Die sind nämlich viel interessanter.

Wenn du gut darin bist, vor der Haustür anderer zu kehren, dann tue es. Nur zu. So wirst du zum Lösungsanbieter, denn Problemlösungen sind eintauschbar wie eine Währung. Gegen Geld oder gegen andere Lösungen.

Und wenn du willst, kannst du gleich mehrere Probleme lustvoll gegeneinander ausspielen und eine Lösung daraus basteln. Also kombinieren.

Guck um die Ecke, unter dem Teppich oder dem Rock einer flotten Furie. Aber guck mal woanders hin. Dort entdeckst du viele Probleme. Und wo viele Probleme sind, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass du Lösungen dafür findest oder bereits hast.

Nochmal: Das was du bekommst, muss nicht sofort die Lösung sein, die du gesucht hast oder gerade dringend brauchst.

Das kann und darf durchaus eine Lösung sein, die dir nichts nützt. Dann tausche diese Lösung gegen etwas ein, dass dein Problem löst oder erst mal schwächt. So nützt es dir indirekt.

 

Mach es dir leicht

Ich gehe noch ein Stück weiter und verspreche dir die Tatsache, also den Fakt, dass du kreative Kompetenz besitzt.

Der Grund, warum zu viele Menschen ihre Probleme nicht lösen können…

…ist, weil sie es sich ganz einfach nicht erlauben. (Siehe Mutti.)

Sie erlauben sich nicht, frei und ungezwungen zu denken. Anders herum, sie verbieten es sich, kreativ zu denken. Das heißt, ausschweifend, lustig, miteinander (statt gegeneinander), abseits des Üblichen, unbequem oder positiv-aggressiv zu denken. Aber das wird immer gleich abgewürgt. Auch weil man es allen recht machen will. Außer einem selbst.

Dieser Gedanke ist verboten, jener Gedanke ist verboten „…und daran brauchst du erst gar nicht denken“. Denn dann könnte Tante Erna sauer sein, weil vielleicht Opa’s Genlabor-Ameisen fürchterliche 4 Meter groß werden. Blödsinn!

Falls du (vielleicht) so tickst, wie oben beschrieben, und nur nach Handbuch und autoritären Vorgaben arbeiten kannst, dann entschuldige bitte, aber dann bist du ein Kreativitäts-Nazi in eigener Sache.

Dann bist du dein eigener Problem-Hitler. Denn Pedanterie und übermäßige Bedenken lassen deine zarte Kreativität verhungern.

Aber wir wollen nicht Nichts und deshalb nicht verhungern. Und wir wollen auch nichts zartes. Wir wollen Frankenstein.

Also machen wir es wir der alte Doktor Frankenstein und erklären uns für vollauf kompetent.

Mit Kompetenzen ist es nun mal so, dass man sie sich aneignen muss. Die gibt dir keiner, nach dem Motto: „Hier schenk‘ ich dir, das ist deine Kompetenz.“ Es gibt keinen Vati, keinen Chef und keinen Ortsgruppenführer, der dir Kompetenz geben kann. Also erkläre dich selbst für kompetent. Vertrau mir, auf die Art kann sogar ein Orang-Utan US-Präsident werden.

Genau. Das mit der Kompetenz ist wie mit der Macht. Nur in Gut.

Auch Macht nimmt man sich, man ergreift sie förmlich. Aber bei dir und nicht bei anderen. Du gewinnst Macht über dich selbst, und damit über dein Kreativitäts-Arsenal.

 

Lösungen müssen gut sein.

Frankenstein und Gut, funktioniert das? Ja, frag Mary Shelley. Für Sie war er gut, ihr Frankenstein. Nicht schön, aber gut.

Lösungen müssen nicht zwingend so aussehen, als ob sie gut oder attraktiv wären. Aber sie müssen was lösen. Für alle Beteiligten.

Niemand darf unter deiner Kreativität oder deren Auswirkungen leiden oder sonst wie übervorteilt werden. Nicht einmal dein Frankenstein. Den fütterst du besser.

Denn falls durch dein Tun jemand benachteiligt wird, dann fliegt dir die Scheiße irgendwann um die Ohren.

Für gute (und nachhaltige) Lösungen müssen alle was von haben.

Genauso musst du auch auf dich achten. Unerwünschte Abhängigkeiten dürfen erst gar nicht entstehen. Nur erwünschte. Denn völlig ohne Abhängigkeiten geht es auch nicht.

 

Was heißt nun eigentlich „kreativ“?

Kreativ oder ein Kreativer zu sein heißt nicht, ein Künstler wie Johnny Depp oder Slash zu sein.

…oder ein ganz ganz buntes Bild zu malen.

Nichts gegen Bilder malen, wenn ein Nutzen in Form eines Geschäftskonzeptes dahinter steckt. Die Kunst hier ist es nicht, das Bild zu malen, sondern es sichtbar und sogar hörbar zu machen. Und das kann nur der Künstler selbst.

Bob Ross (damals eine Art „YouTuber“ lange vor YouTube) hat das gemacht und als Business umgesetzt. Für viele Zuschauer waren und sind seine Stimme plus Geräusche interessanter als die eigentliche Maltechnik.

Wäre er ein Fernsehkoch gewesen, dann hätte er Schnitzel geraten wie er Bäume malt. Aber er hätte das Brutzeln verkauft, nicht das Schnitzel und auch nicht das Rezept. — Auch wenn es erst mal so ausgesehen hätte.

 

Jede Medaille hat zwei Seiten.

Und Probleme sind wie Medaillen. Es kommt darauf an, von welcher Seite du sie siehst.

Wenn du eine kreative Lösung suchst, dDann suche zuerst nach einem Problem. Dann drehe es um wie eine Medaille.

Und wenn du kein Problem finden kannst? Dann ist Fütterungszeit. Das heißt, Frankenstein hungert wieder mal. Und Frankenstein will Probleme. Hast du keine, dann erschaffe oder such dir welche.