Wie freiwillig in den Knast

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Man sagt, stille Wasser sind tief, dass Leidenschaften im Verborgenen stattfinden.

Und dass geheime (aber gefährliche) Wünsche wahr werden.

Aber eines stimmt: Dass nur die wenigsten den Mumm haben, die innere Sau raus zu lassen.

Ja, die innere Sau raus und gefährliche Wünsche wahr werden zu lassen und (oft unterdrückte) Leidenschaften auszuleben sind hier im Klokain-Kartell was Gutes.

Oder mal so gefragt: Wieso sollten wir den wichtigsten Teil von uns, also den verrückten Teil, wegsperren, nur weil es die gesellschaftliche Norm so verlangt?

 

Deine wahre Natur

Höre nicht auf andere, was gut für dich sei. Das ist es nie. Falls du selber mal den altklugen Ratschlag austeilen willst, man solle sich fügen und mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben, dann sag es zu Leuten, die du nicht leiden kannst.

Für dich ist es besser, du hörst ernsthaft auf dich. Mal angenommen, du hast einen Traum oder eine verrückte Idee, die schon länger in deinem Kopf herum spukt. Die hast du. Aber warum hast du die? Weil jene deiner Natur entspricht, und somit deine Leidenschaften und damit Stärken verrät.

Nun rät dir jemand davon ab, weil es ein Traum ist und weil er/sie vorgibt, das es nur in „deinem“ Interesse wäre, davon abzurücken. Dann handelt derjenige – wie auch immer – gegen dich, gegen deine Natur, gegen dein Wohlbefinden, deine Interessen, Talente und dein Glück. Und nicht eines davon passiert, z.B. Glück, wenn du dich beugst.

Wenn du darauf hörst und dich wider deiner eigenen Natur verbiegst, dann ist es so, als ob du dich freiwillig in den Knast einsperren lässt, nur weil dich jemand vor dem eigentlichen Leben bewahren will, der selbst nicht lebt. Der oder die will wohl, dass du ihm oder ihr in den H-Blocks alias ‚Hölle der Hoffnungslosen Heileweltspießer‘ Gesellschaft leistest.

Oft ist das beste, was das Leben für dich zu bieten und heraus zu holen hat, in irgend einer Form mit Gefahr verbunden.

Das macht auch die Faszination des Lebens aus. Lebst du aber frei von jeglicher Gefahr, dann lebst gar nicht. Dann bist du schon tot. Lebst du gefährlich, aber kontrolliert, weil du es kannst, dann strahlst du das aus, was andere suchen: Sicherheit, Souveränität und Vertrauen. Klingt paradox, ist aber so.

Die Wahrheit ist, jede Situation deines Lebens birgt Gefahr in sich. Du musst nur die Situation finden oder kreieren, die es wert ist, für dich gefährlich zu sein. Richte dich danach aus.

Wer trotzdem auf Nummer Sicher gehen will, der kann schon mal eine Zelle im beschaulichen Hotel Zum Gitterblick buchen. …aber selbst dazu musst du was gefährliches tun. Verrückte Welt. Sei am besten gleich noch verrückter.

[Die Bikerin auf dem Bild oben, Nancy Aurand, war als das Photo geschossen wurde 96. Die blaue 1941er Indian, auf der sie sitzt, kaufte sie damals neu und spulte unzählige Meilen damit ab. Respekt!]