Ideen haben die im Kopf

Original Image by Eric Molina

Jemand, der unter unter Stress steht, der wäre froh wenn er da wieder raus käme. Aber gerade dann passiert genau das nicht, weil eben der Stress kein freies Denken, keine Kreativität mehr zulässt, um dieses Dilemma zu lösen. Kinder wiederum müssen nicht kreativ sein und auch nichts lösen. Sie tun es trotzdem. — Einfach weil sie es können.

Kinder haben nun mal viel Energie, Spieltrieb und Neugierde. Und wenn Kinder statt Druck Langeweile haben? Dann kommen sie leicht auf dumme Gedanken. Genau das brauchen Kreative Erwachsene. Die Ideen sind schon im Kopf.

Aber sie müssen raus. Das Gute daran: Sind sie einmal raus, die Ideen, dann kommen neue an den Start.

Falls jemand nach Lösungen oder neuen Wegen sucht, dann sind Dumme Gedanken erst einmal besser als gar keine Gedanken. Sie sind oft die einzigen Gedanken, die man überhaupt hat. Wer hat schon immer schlaue Gedanken?

 

Lieber dumm denken als überhaupt nicht denken

Wenn Inspiration, Einfluss und Ideen ausgehen, dann ist nämlich jeder Gedanke willkommen. Und viele dumme Gedanken können zu einen schlauen Gedanken führen. Dazu kommt noch die Lebenserfahrung eines Erwachsenen, womit man zusätzlich noch reichlich ‚Material‘ zum kombinieren hat. Kinder haben letzteres nicht. Dafür aber Fantasie.

Fantasie ist Leben. Und wer richtig leben will, der sollte seine Fantasie auch nutzen. Viele trauen sich das nicht, weil Fantasie nichts mit Intelligenz oder Schlauheit zu tun hat. Fantasie fördert vielmehr Eigensinn und Originalität. Genau das darf ruhig erst einmal dumm sein.

Gerade für Dinge, die innovativ und originell sein sollen, gilt: Je dümmer, desto besser. „Besser“ bedeutet hier nicht zwangsläufig klüger, sondern abwegiger, dreister und verwegener. Und damit wird es innovativ und originell. Mit anderen Worten, neue Ideen müssen weder toll noch schön sein. Nicht einmal plausibel. Sie müssen in erster Linie nur eines:

Reizen. Reizen wie doll und verrückt. Und nur neues und ungewohntes reizt. Vor allem die Dummheiten davon.

 

Ohne Reiz kommt nichts in Gang

Wo kein Reiz ist, da schert sich keiner drum. Da schaut keiner hin, hört keiner zu, reagiert kaum einer. Erst der aktive Reiz zwing zu Reaktionen. Bis dahin gibt es keinen Grund zum reagieren.

Auch deshalb sind Kinder so gut im Reizen. Der Kleine quängelt an der Supermarktkasse so lange, bis er die kleine süße Flasche mit dem blauen Saft mit dem lustigen Etikett bekommt. Auch wenn Likör in der Pulle ist. (Und man sich später wundert, was aus dem Kleinen geworden ist.) Hauptsache Mutti hat erstmal Ruhe.

Ein Reiz kann provozieren, er kann führen, signalisieren und ablenken. Genauso ist es auch mit unseren Gedanken. Dabei muss nicht immer nachvollziehbar sein, wie ein Gedanke entsteht. Hauptsache er ist irgendwann da. So wie bei den Kids.

 

Ideen wie auf Knopfdruck

Am besten ist es, wenn man Gedanken wie auf Bestellung bewusst herbeiführen kann.

Du suchst eine Lösung für ein Problem. Das Problem muss man kennen. Es lautet in unserem Falle beispielsweise etwas schwieriges gebacken zu bekommen.

Der direkteste Weg um dieses Ziel zu erreichen ist, deutlich und voller Absicht über dieses Ziel hinaus zu schießen. Trotz oder gerade wegen der Schwierigkeiten, jenes Ziel überhaupt zu erreichen. – Was wahrscheinlich wirklich nicht klappen kann. Aber noch eins drauf zu legen, das konnte klappen. — Weil dann dein Ziel neu definiert wird. Das Ziel wird ein anderes, eines, dass viel weiter draußen und scheinbar noch schwerer zu erreichen ist als das eigentliche, alte bisherige.

Das Ziel wird plötzlich erreichbar, weil es jetzt ein anderes ist. Dieses ist zwar weiter entfernt, aber zugänglicher, und dadurch einfacher zu erreichen als jenes Ziel auf kürzerer Distanz.

 

Beispiel:

Ein Architekt, der 5 Häuser in einem Monat entwerfen soll, entwirft in einem Monat fünf Häuser. Und er liefert die 5 Vorschläge ab. In letzter Sekunde.

Ein Architekt, der 5 Häuser in einem Monat entwerfen soll, entwirft in 2 Wochen 10 exzentrische Luxus-Villen. In der dritten Woche macht er in Palm Springs er einen drauf. In der vierten Arbeitswoche macht er aus seinem Material mit Leichtigkeit 5 originelle Häuser, jeden Tag eines. Und dann liefert er die 5 Vorschläge ab. Pünktlich und ohne Stress.

Beide Architekten wurden vom selben Bauunternehmen für zwei unterschiedliche Standorte für den selben Preis beauftragt. Man könnte jetzt darauf spekulieren, welcher von beiden in ein paar Jahren die höheren Preise nehmen kann.

Auch wenn kitschige Luxusvillen ‚dumm‘ erscheinen mögen – er hat letztendlich keine entworfen, sondern normale Häuser. Allerdings hat er dafür in seinem Bereich neue Standards gesetzt. Der erste Architekt hat nur seine Arbeit getan. Aber beide haben geliefert, was verlangt wurde. (Was heutzutage und auf lange Sicht eben nicht mehr reicht.)

 

Dumm = Verboten; Verboten = Gut

Dumme Gedanken sind eigentlich nicht so dumm, sie sind eigentlich nur verbotene Gedanken. Frei nach dem Motto „Dafür wurden wir nicht beauftragt, also machen wir es nicht.“ Heben wir doch das Verbot schon mal auf und fangen gleich an zu denken: „Dafür wurden wir nicht beauftragt, aber wenn wir es trotzdem machen, spielt unser Kunde – wahrscheinlich – in einer anderen Liga. In jener Liga gibt es für ihn nur noch uns.“

Kein Kunde, kein Auftraggeber verbietet einem, bessere Arbeit abzuliefern als bestellt wurde. Hier setze ich noch einen drauf und sage, was für andere noch ‚verboten‘ ist, macht erst richtig Spaß. Für beide Seiten. Da entsteht kein Stress, sondern Freiraum. Warum? Weil man nicht mehr mit dem restlichen Pack konkurrieren muss, was Freiraum schafft.

Man hat Freiraum für noch mehr Kreativität und kann dadurch fast schon tun und machen, was man will. — Während man dafür bezahlt wird. Wofür nochmal?

Für die Ideen aus deinem Kopf. Also las sie raus. Heute. Solange sie noch in deinem Kopf sind, nützen sie dir nichts. Dann kannst du sie gleich mit ins Grab nehmen.