Fangen wir mit Wahnsinn an

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Jeder, der heutzutage irgendwas was will, dass er gerne hätte, der will es schnell haben. Nein, besser sofort, auf der Stelle und ohne Umschweife.

Besonders beliebt sind die scheinbar großen Dinge wie Einfluss, Erfolg, Geld, Ansehen und Aussehen.

Um eines dieser Dinge zu bekommen braucht man bereits schon vorher etwas, gewisse Ausgangszutaten.

Von diesen Ausgangszutaten gibt es zwei Kategorien. In der ersten Kategorie sind Ressourcen oder günstige Umstände (Geld, Zeit, Beziehungen, Talent, Wissen).

In der zweiten Kategorie befindet sich die Geduld und die Fantasie. Viel braucht man von keinem dieser Zutaten, um etwas  anzuschieben. Egal aus welcher Kategorie.

 

 

Vorteile und Nachteile mit Geld, Beziehungen, Talent und Wissen (Kategorie Eins)

Der Vorteil ist kurz erklärt: Es ist alles untereinander eintauschbar. Hat man das eine, kann man das andere dafür bekommen. — Wenn man sich dabei geschickt genug anstellt.

Der Nachteil: Es ist nicht alles gleich viel Wert. Hast du viel Talent, bekommst du ein wenig Geld dafür, erlangst etwas mehr Wissen und kannst den einen oder anderen für eine Beziehung gewinnen.

Geld und Zeit haben zwar mehr Wert, verführen aber dazu, dass man davon umso mehr sinnlos verbraucht, je mehr man hat. Nicht in allen Fällen, aber in den meisten.

Wissen und Beziehungen werden oft maßlos überschätzt. Beide nützen nichts, wenn man sie nicht anwenden kann.

Wissen allein hat noch keinen erfolgreich gemacht. Und es ist nur dann „Macht“, wenn es in deinem Interesse (z.B. Branche) relevant ist. Genauso ist es mit Beziehungen.

 

Schweine im Weltall

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Ob dir Beziehungen was nützen, merkst du daran, ob die Beziehung zu dir für denjenigen von großem Nutzen ist, der dich kennt (du also den Nutzen großzügig lieferst). Und umgekehrt.

Es reicht auch nicht, einflussreiche oder prominente Leute gut zu kennen, die einem gern helfen (ja tun sie, aber es ist sinnlos), wenn deren tatsächlich großzügige Hilfe bei dir verpufft oder keine Auswirkungen hat (ist mir passiert).

Verkauft ein deutscher Schweinezüchter mehr Mastschweine, nur weil er privat mit Elon Musk, Stephen Hawking und dem Chef der NASA befreundet ist? Eher weniger. Sei denn, die plädieren für Schweine im Weltraum.

Bekommt ein talentierter Leistungssportler endlich einen Sponsor, nur weil bei ihm jedes Jahr an Heiligabend Keith Richards besoffen aufkreuzt? Nein. Er bekommt von Keith eine Zigarette angeboten.

 

Krieche niemandem in den Arsch

Auch nicht den richtigen. Sonst scheißt er dich schneller wieder aus, als du hinein gekrochen bist. Das hat einen Grund: Man kriecht nicht in Ärsche.

Wenn jemand bestimmtes dich nicht auf Augenhöhe begegnen will, dann wird es nie was. Erklär ihn gleich für tot und vergiss ihn ein für alle mal. (Sieh solche Leute als Sparringspartner für die Schärfung deiner Menschenkenntnis.) So jemanden umdrehen zu wollen, also ihn doch noch für dich zu gewinnen, raubt dir nur Zeit und Energie, die du anderweitig besser investierst.

Wenn du versuchst, mit den falschen Leuten eine Beziehung aufzubauen, ist es so, als wenn du auf einen Baum hinauf kletterst, um an deren leckere Früchte zu kommen. Bis du oben, dann merkst du, dass sie von Fäulnis und Schädlingen zerfressen sind. Lass es. Du zahlst sonst nur drauf, wiedersprichst dich innerlich selbst und wirkst dadurch nach außen (für die richtigen Leute) unglaubwürdig oder materialistisch (gierig).

Die richtig gute Beziehung auf die richtige Art aufzubauen braucht mitunter Jahre. Denn Vertrauen gibt es nicht grundlos. Such dir die Leute oder Gruppen, bei denen du weißt, dass du ihnen was bieten kannst, was die haben wollen. Du musst das begehrte nicht selbst haben. Im Gegenteil. Es wäre sogar besser, dass du den Beziehungsaufbau nicht auf dich selbst ‚beziehst‘. Sondern zwei externe Menschen (oder Gruppen) zusammenbringst, zueinander führst oder organisierst. Warum?

Die profitieren voneinander. (Wert oder Ziel ist erreicht.) Aber nur durch dein Zutun. — Das ist die schwierigste (da langwierig), aber auch die beste (eleganteste) Methode, Mehrwert zu schaffen oder ein Problem zu lösen. Ist dieses Problem nicht deines, dann ist dessen Lösung gut für die Beziehung aller Beteiligten.

 

Vorteile und Nachteile mit Geduld und Fantasie (Kategorie Zwei)

Der Nachteil: Kaum einer „hat“ sie. Kaum einer will sie. Und derjenige, der sie „hat“, läuft ständig Gefahr sie zu verlieren. (Gilt für Geduld und Fantasie.) Nur fantasielose Leute sind allein hinter dem Geld, reinem Wissen oder einseitig profitablen Beziehungen her. Und das führt zu nichts, außer in eine Sackgasse.

Jede verdammte Katze hat Geduld und Fantasie (in Form von Spieltrieb) und braucht beides auch, nur um eine einzige verdammte Maus zu fangen. Bei Menschen, gerade bei denen, die viele „Mäuse“ haben wollen, ist exakt das Gegenteil der Fall. Wie soll das funktionieren? Am besten gedanklich und mit wenig vernünftig klingenden Begriffen der Kreativität wie Genialität, Waghalsigkeit, Wahnsinn, Sinnieren oder Spielerei.

Fangen wir mit Wahnsinn an. (Das ist am wirkungsvollsten.) Denn geduldig wird man nicht mit seichten Mitteln oder Methoden. Und Fantasie ist letztendlich nichts weiter als gepflegter Wahnsinn. Es ist das Rohmaterial für die Kreativität der Genies.

Hast du schon mal Fantasie, dann kommt die nötige Geduld zwangsläufig. Die brauchst du wiederum für deinen kreativen Prozess. Dieser bekommt durch die Geduld ausreichend Spielraum, um sich zu entfalten. Auch das ist nötig. Weil ohne Geduld erliegst du dem Zwang, in engen und eingefahrenen Mustern zu denken. Warum?

Geduld kommt von Vertrauen. Stehst du als Geduldiger unter Zeitdruck oder mit dem Rücken zur Wand, kannst du überraschend reagieren oder blitzschnell quer denken und damit eine Lösung „aus dem Nichts herbei zaubern“. So schaffst du dir nicht nur neuen Spielraum.

Sondern gleich auch die notwendige innere Erlaubnis zum weiter spielen. Denn das Spiel ist und bleibt die Lösung. Je mehr du deine inneren Grenzen nieder reißt (oder erweiterst), desto wahrscheinlicher werden deine Fortschritte in allen Bereichen. Und je länger du Geduld damit hast, desto schneller passieren die Fortschritte.

Wenn du genug Geduld hast (du weißt jetzt, wie du sie bekommst) und dein Spiel weit genug treibst, dann wirst du die fehlenden Ressourcen aus Kategorie Eins nicht mehr brauchen. Denn irgendwie hast du schon alles: Geduld=Du+Geld.

Wer Fantasie hat, der sollte seine Gedanken damit spielen lassen anstatt sie in den Abgrund nicht vorhandener Ressourcen zu versenken. In dem Sinne sind Fantasien wie Flügel und Wahnsinn wie Kerosin.