…gibt es nicht. Ich sag es lieber gleich: Die vollkommene Freiheit wirst du kaum erreichen. Und falls doch, dann sitzt du in der Falle und gerätst genau dadurch in eine Abhängigkeit, aus der du nur noch schwer entkommen kannst.

Das Problem? Unser unbewusstes Verhalten. Dies ist ein ‚Ausschau halten‘ nach festen Orientierungspunkten, Kenngrößen, Formeln und Rezepten. Das ist noch nicht alles. Ohne Liebe läuft auch nichts. Wer frei von Liebe ist, bringt nichts konstruktives zustande.

Eine ultimative Freiheit würde von dir verlangen, dass du aus dem FF ständig neu entscheiden müsstest. Und für jedes Ergebnis deiner Entscheidungen bist du dann – wie sollte es anders sein – zu 100% selbst verantwortlich. Und verantwortlich sein macht was? Richtig, sie macht Angst. Und wer Angst hat, der sucht Halt und einen sicheren Hafen. Es ist gut möglich, dass er dabei sogar auf der Flucht vor sich selbst ist. Denn wer sich selbst nicht traut, der flieht in fremde Regeln.

Religionen, Ideologien und Konzerne nutzen dies aus. Sie bieten Schutz vor der perfekten Freiheit, indem sie Patentrezepte, Regeln und Standards vorgeben, nach denen man nur zu gehorchen braucht. Im Grunde genommen machen sie es ja richtig, weil sie dem von grenzenloser Freiheit geplagten Menschen das bieten, was er sehnlichst sucht: Struktur, Gewissheit und Sicherheit. Oder alternativ einen begrenzten Handlungsrahmen, innerhalb dessen er nichts falsch machen kann. Sofern er sich an die Regeln hält. In so einer Abhängigkeit ist man nicht nur nicht verantwortlich, sondern auch gewissenlos. Das Gewissen ist [bzw. ersetzt dann] der Ranghöhere Boss. Oder das Gesetz. Im „Idealfall“ beides.

In diesem Beitrag will ich dir nun weiß machen, dass Freiheit nicht funktioniert und Abhängigkeit ganz toll ist. Ja ist es. — Wenn du dir bewusst bist, dass es gar nicht anders sein kann. Und wenn du dir bewusst machst, dass du nur innerlich vollkommen frei sein kannst. Äußerlich wirst du immer abhängig sein.

Diese innere Freiheit nennt sich Freier Wille. Und das ist der einzige Punkt, an dem du wirklich frei bist. Leider nutzen ihn die wenigsten aus.

Nahezu alle äußerlichen Abhängigkeiten kannst du mit deinem freien Willen selbst bestimmen. Du kannst bestimmen, wen du heiratest, mit wem du Geschäfte machst oder befreundet bist. Du kannst frei wählen, welche Marke du kaufst, welches Abo du abschließt oder an welchem Ort du verweilst, um Inspiration zu tanken oder Urlaub zu nehmen. Du kannst entscheiden, ob du Fernsehen guckst oder bloggst., ob du „ja“ sagst oder rebellierst, ob du konsumierst oder produzierst. Oder welche Gewohnheiten Macht über ich ausüben. (Überleg‘ mal, du bestimmst, was Macht über dich hat!)

Aber du machst dich von allem abhängig, so wie du von ungesunder Nahrung abhängig sein kannst, wie von gesunder. Aber du bist immer abhängig von Nahrung, weil du sonst verhungern würdest. Du entscheidest „nur“ die Form und Art der Abhängigkeit, aber nicht, ob du anhängig bist oder nicht.

Du bestimmst den Charakter deiner Abhängigkeit. Und ob sie gut für dich ist oder schlecht.

Du kannst dir deinen eigenen Knast bauen. Und du kannst dir deine eigene Welt bauen. Aber du wirst von beiden abhängig sein.

Abhängigkeiten sollten man weise wählen, denn sie halten lange vor. Oftmals lebenslänglich. Und eine richtig gewählte Abhängigkeit bietet dir keine vollkommene, aber die größtmögliche Freiheit.