Die Weltwirtschaft, die Politik, die Religionen, Ideologien und Technologien sind schon zu komplex. Alles war schon mal einfacher und übersichtlicher. Wie soll man da noch durchblicken? Oder noch schlimmer, mithalten?

Die Frage ist eher: Muss man da noch durchblicken? Antwort: Nicht unbedingt. Und muss man da mithalten?

Auf keinen Fall.

Große Konzerne, Medien, Institutionen und Staaten können es sich leisten, sich mehr schlecht als recht um komplexe Dinge zu kümmern. Inklusive derer, die sie selber geschaffen haben. (Sozialstrukturen, Bürokratie, wirtschaftliche Verflechtungen, juristische Fallstricke, neueste Technologien, modischer Schnickschnack….)

Jede kleinere Gruppe bis hin zum kleinen Bürger kann da kaum durchblicken, geschweige es dem gleich zu machen. Das brauchen sie auch nicht. Denn was die Großen schon selbst nicht mehr verstehen oder beherrschen, daran sollte sich jeder klar denkende Mensch lieber nicht zu intensiv abarbeiten.

Warum? Weil so kaum etwas erreicht kann, weil die Fokussierung fehlt. Und wem die Fokussierung abhanden kommt, was ihm wichtig ist, der vollführt von da an einen Stolpertanz im Kreis um Nichtigkeiten. Oder dreht selber durch.

Muss man was verändern oder erreichen? Besser wäre es. Denn wer nichts verändern will, der muss ausgesprochen zufrieden mit den aktuellen Gegebenheiten sein. Oder davon profitieren.

Gerade weil die Welt immer komplexer wird, wird es für den einzelnen immer einfacher, in seinem Bereich unbehelligt seinen Interessen nachzugehen. Wenn er es richtig anstellt, dann wird er gleichgesinnte finden, mit denen er sehr klar und eindeutig Bewegung in eine ganz bestimmte Sache bringt. Und zwar ohne sich ablenken zu lassen.

Falls du es bist: Es wird dich niemand daran hindern, dein Ding auf deine Art durch zu ziehen.

Jedenfalls wirst du kaum echten Gegenwind haben, da sich die Großen und die, die sich für groß halten, weiterhin um das komplexe Ganze scheren. Also um sich.

Mit anderen Worten, die Großen sind beschäftigt mit ihrer eigenen Komplexität. Ein klassisches Beispiel ist die Bürokratie. Sie lähmt mehr als sie nützt. Sie existiert um ihrer selbst wegen. Warum? Weil zu viele davon profitieren. Profit ist dort aber kein Nutzen weil er auf Kosten anderer geht. – Mache einfach das Gegenteil.

Sorgst du dafür, dass andere profitieren, dann kannst du mehr erreichen, als mancher Konzern, der nur mit sich selbst beschäftigt ist, wie ein mürrischer Opa. Lass sie einfach machen. Denn wenn alles noch komplexer wird, als es eh schon ist, dann ist derjenige gut beraten, der sich eben nicht um alles kümmert. Eine Sache reicht fürs erste.