Ja, wenn es läuft, dann läuft es. Bei mir war es der Alkohol. Das lief (und schmeckte) so gut, so dass ich beschlossen habe, gleich bis 2016 durch zu feiern. (Oder wie ich es nenne: „slyern“, wegen Sylvester und Feiern.)

Bisher habe ich es überstanden. Und eine Schießerei hat es hier auch nicht gegeben. (Obwohl es sich für mich ständig so angehört hat.) Allerdings habe ich Angst, dass jeden Moment Rod Stewart anruft, weil er wieder mal seine Stimme zurück haben will…

Aber noch beängstigender als ein wütend flüsternder Rod Stewart ist, wie man eine 12-monatige Party unfallfrei durchziehen kann.

Ganz einfach, indem man sich selbst hereinlegt und zum täglichen feiern zwingt. Das geht, wenn man jeden Tag, gleich nach dem aufstehen (falls man überhaupt ins Bett gegangen ist) den Ausnahmezustand verhängt.

Der Ausnahmezustand ist ja ein Notfall. Und in einem Notfall ist man ja bekanntlich zu besonders guten Leistungen imstande. Aber ich will dich hier nicht anstiften, deine Stresshormone hoch zu jubeln. Das ist auf Dauer ungesund. Sondern eher deine Spaß-Hormone aktivieren. Oder ‚trainieren‘, oder stärken, oder anfeuern, wenn du so willst.

In meinem Falle habe ich beispielsweise absichtlich keine Blog-Artikel auf Vorrat geschrieben. (Bin sowie so nicht der Typ dafür.) Der erste Beitrag in diesem Jahr – 2015 – sollte frisch geschrieben werden. Und das ist dieser hier. Dadurch zwinge ich mich selber zum weiter arbeiten und zum weiter denken. Eine Form von Lethargie kann so gar nicht erst entstehen. Und da ich gut gelaunt bin, geht es mir wundersamer Weise leicht von der Hand.

Der Ausnahmezustand ist somit die perfekte Art, sich inspiriert zu aktivieren und aktiv zu inspirieren.

Beides verstärkt sich gleichzeitig.

Der Grund dafür ist, dass eine gute und gelungene Feier eine Form von freiwilliger Unbequemlichkeit ist. Gemütlich Feiern kenne ich nicht. Das heißt, feiern ist selten komfortabel. Ständig ist man in einem aktiven Modus. Die einzige Herausforderung ist die (zu recht) gefürchtete Erholungsphase am Tag danach. Auch die kann man überrumpeln.

Entweder auf die gute alte Art: Weiter saufen.

Oder auf meine Art: Weiter feiern. Das heißt, sofort in Aktion treten, egal, wie man sich fühlt. Volles Rohr arbeiten und zwar in einer Art, als ob man feiert. Also mit Lust und Laune, so gut es irgend geht. Denn eines ist garantiert. — Jeden Tag wird es besser und lustvoller.

Was denn, gibt‘ jetzt nichts mehr zu saufen für mich? Muss ich das ganze Jahr über nüchtern arbeiten? Nein. Ich bin weiterhin einem Drink nicht abgeneigt.

Aber. Den Unterschied zwischen Aktiv und Passiv erkennt man schon auf jeder Feier. Dar aktive hat Spaß. Der passive sein Gesicht auf dem Teller.

Und der hyperaktive, der singt Karaoke. — Zu Liedern von Rod Stewart.