Wiederkäuen von verworfenen Ideen und unverdauten Weisheiten

Manchmal zerkaust du Gedanken Ideen, Einfälle, Weisheiten und Konzepte bis du merkst (oder einsiehst), dass sie aus irgend einen Grund nicht funktionieren. Irgendwas ist unstimmig oder fehlt noch. Du kommst nicht drauf. Mist!

Aber. Einfälle und Ideen, die du verwirfst sind nie wirklich weg. Deren Zeitpunkt ist nur noch nicht gekommen. Zumindest für dich und deine spezielle Situation oder dein erdachtes Szenario. Oft können wir diesen Zeitpunkt, wann etwas reif die Umsetzung oder die letztendliche Ausarbeitung ist, nicht erzwingen.

Irgendwann kommen Ideen, Einfälle und gern auch unverdaute Weisheiten genau dann ins Gedächtnis zurück, werden ‚verstehbar‘, wenn sie für dich relevant werden. Oder man holt sie selber ins Bewusstsein zurück, da sich jetzt die Umstände oder die Voraussetzungen geändert oder verschoben haben. Und deine angesammelte Lebenserfahrung wird die alten (vielleicht bekannten) Weisheiten plötzlich zum erleuchten bringen. Dir wird alles klar. Zumindest einiges.

„Und manche Weisheiten brauchen ihre Zeit, um zum Verständnis vorzudringen.“ — Mike Lippoldt

Deine eigenen Ideen erscheinen nach einiger Zeit an einem Punkt, wo die gewissen Zusammenhänge, die fehlenden Teile, die dir vorher noch nicht ganz so klar waren, plötzlich passen. Aufgrund der veränderten Lage passen sie dir jetzt ins Konzept. Und meist kommen alte Ideen in anderer, mutierter Form.

In einigen Fällen passen sie aber noch nicht so ganz.

Entweder sind die frühen Ideen bei ihrer ‚Wiederkehr‘ brauchbar oder sie verlangen nur eine weitere Überarbeitung, bis sie wieder verworfen werden. So dass sie bei einer dritten Wiederkehr, der wiederholten Erinnerung aber umso besser ins (neue, bessere) Konzept passen. Das heißt, Ideen werden mit der Zeit realisierbarer. Manchmal in einem neuen oder viel weiter entwickelten Zusammenhang.

Du kannst dir jede „alte“ Idee nochmal vornehmen. Besonders, wenn sie dir wichtig waren. Genauso werden vermeintlich „alte“ Weisheiten hoch aktuell und bekommen unverhofft Relevanz.

Ich will nicht sagen, du sollst sie dann mal ‚hochwürgen‘, aber du kannst sie ganz gut wiederkäuen. Wie in der Natur müssen einige Dinge lagern oder nochmals verdaut werden, so dass sie einen Zustand oder eine Form annehmen, der sie verwendbar, also realisierbar, verwertbar macht. Dadurch siehst du deine Ideen in einem teils völlig anderem Licht.

Und irgendwann siehst du, dass sie passen. In einer Art, als ob es dir ’schon immer klar war‘. Und dieses „Irgendwann“ beschäftigt dich nicht jeden Tag, sollte es auch nicht. Sondern erst dann, wenn die Ideen ‚aus dem Hinterkopf‘ wieder nach vorne- oder hochkommen. So lange tust du am besten nur das, was mit höchster Wahrscheinlichkeit funktioniert.