Unsinn macht Sinn

Vielleicht bist du in einer Situation, in einer Sackgasse, in der du nicht weiter kommst, aber unbedingt weiter kommen willst oder sogar musst. Die Lösung für ein ernsthaftes Problem muss her. Irgendwas, dass die Mauer vor dir durchbricht. Am besten sofort.

Was passiert? Du denkst an alles mögliche. Aber nichts hat irgendwas mit der Lösung des anstehenden Problems zu tun. Und das ist gut so. Das muss so sein. Du tickst halt so. Stimmts?

Was kommt dir in deinen speziell tickenden Sinn? Richtig, wie immer etwas unsinniges, scheinbar sinnloses und unpassendes. Anders ausgedrückt, du bekommst in einer unmöglichen Situation Lust auf Spass-Tätigkeiten.

Geh doch deinen Instinkten einfach nach.

Wenn du ein Instrument herum liegen hast, dann spiele es. Falls du einen Fußball herum liegen hast, dann geh Fußball spielen. Falls du mit deinem Haus oder deiner Wohnung unzufrieden bist, dann spiele Architekt und designe dein Haus oder dekoriere es um. Oder schreibe ganz einfach Gedanken auf, so wie du normalerweise reden würdest. (Ich zum Beispiel schreibe ein Drehbuch für eine Komödie.)

Du musst nicht musikalisch sein, auch nicht sportlich oder gestalterisch talentiert. Du musst auch kein super Schreiber sein. Du musst dich selber nur reizen. Durch sinnlose, der aktuellen Situation (Problem, Misere, Herausforderung etc.) gegenüber widersprüchlichen Aktivitäten. Was passiert dann? Dein Denken wird — und jetzt kommts — lateral.

Lateral denken heißt, Querdenken, nonkonformistisch denken. Und wenn du das tust, dann kommst du automatisch auf Lösungen für das eigentliche Problem. Das sind zumeist (fast immer) völlig neue Lösungen, auf die du sonst nie gekommen wärst.

Dieser Widerspruch, sich in einer möglicherweise angespannten, verfahrenen oder heiklen Situation – statt direkt an der Problemlösung zu arbeiten – einer scheinbar unsinnigen Tätigkeit hin zu geben ist oftmals der einzige Ausweg aus einer ausweglosen Situation. Denn um einen Ausweg zu finden, muss man die eingefahrenen Bahnen verlassen. In diesem Falle gedanklich, gefördert durch eine lustvolle Tätigkeit. Vorausgesetzt, diese ist produktiv. Denn so fordert diese Tätigkeit dein kreatives Potential.