Egal, ob du ein Auto reparieren, ein Drogenlabor einrichten oder sogar ein Unternehmen gründen willst. Du wirst nie wissen, wie es geht. Das heißt, wie du es erfolgreich machst.

Was du weißt ist, dass es geht. Und zwar woanders, bei jemand anderem. In einer (leicht) anderen Form, als wenn du es machen würdest. Aber anders, eben weil die Umstände und die Personen immer andere sind.

Hinterher bist du immer schlauer (Zumindest einer).

Selbst wenn du erfolgreich in einer Sache geworden bist, wirst du trotzdem nie wirklich wissen, wie es funktioniert. Du kannst dann deinem gespannten Publikum gerne süffisant erklären, „wie“ du was und wo und wann gemacht hast. Und welche Auswirkungen das dann so hatte. Das kann interessant, inspirierend oder unterhaltsam sein.

Aber du erklärst dann höchstwahrscheinlich nicht deinen Erfolg. Oder wie er kam. Sondern du erklärst eher begünstigende Beigaben und warum die was bewirkten. Oder warum dies oder das geklappt hat. Aber nicht wie alles kam.

In einer Zeit, in der es für fast alles Lehrbücher, Handbücher, Anleitungen, Anweisungen, Vorschriften, Regeln, Gesetze und bei deren Fehlen Verunsicherung gibt, da steht man wie der Ochse vorm neuen Scheunentor. Man ist zugleich Verwundert über den Erfolg der anderen, aber selber hat man keinen Plan, keinen Schimmer, wie es weiter gehen soll. Wie man Kunden, Partner, Interessenten oder Anhänger finden soll. Wie man es bezahlen, finanzieren soll. Wie es funktionieren soll. Wie es weiter gehen soll und so weiter.

Das ist auch der Grund, warum „erfolgreiche“ Manager oft scheitern, sobald sie eine neue Position in einem anderen Unternehmen annehmen, wo völlig neue Umstände herrschen. Er ist bald nicht mehr Herr der Lage.

Abseits von all dem, was wir wissen können und müssen, gibt es Dinge, die sich nicht so leicht in Formeln oder wissenschaftlichen Erklärungen fügen lassen, wie Intuition, Vertrauen, Ausharren, Verwerfen und Glück.

Intuition

Das Bauchgefühl kann schnellere und präzisere Entscheidungen treffen, wenn es brenzlig oder „entscheidend“ wird.

Vertrauen

Ein blinder Glaube sorgt für sicheres Geleit, selbst dann, wenn es dunkel, unangenehm oder nebelig ist.

Ausharren

Das führt zum Nicht-Lockerlassen. Durststrecken sind Alltagsgeschäft für harte Hunde, die wissen, dass Gut Ding Weile braucht.

Verwerfen

Dinge, die nicht funktionieren und an denen man trotzdem lange fest hält, sind ein Paradox zum eben genannten. Auch das hast du im Bauchgefühl. Dann solltest du ein, zwei Schritte zurück gehen und dir nüchtern (und ruhig) überlegen, ob du nicht was anderes tun solltest. Einfach etwas, das funktioniert, aber vielleicht nicht ganz so groß, prestigeträchtrig oder glamourös ist. — Du hast doch Erfahrungen gesammelt, die du hier besser nutzen kannst als anderswo oder als bisher. (Siehe Manager.)

Glück

Falls du dich zu ernst nimmst und du vielleicht noch meinst, zu wissen, wie was geht, dann ist dein Dilemma schon perfekt. Du kannst eben nicht alles selbst beeinflussen, nur weil du meinst, du müsstest nur härter, besser, schneller, gebildeter, wacher, schlauer, brutaler oder ausgewichster werden. Nichts hängt völlig von dir ab. Las locker. Und tue, was du kannst. Aber du kannst beispielsweise nicht deine Lebenserwartung genau berechnen. Oder hell sehen.

So, jetzt weißt du noch immer nicht, wie es geht. Aber du weißt zumindest, warum es so ist.