Macher statt Angstmacher

Versicherungen, Sicherheitsfirmen, Massenmedien, Pharmakonzerne, Waffenfabrikanten, Bildungseinrichtungen und Politiker haben einiges gemeinsam. Sie schüren Angst, damit sie im Geschäft bleiben. Das ist deren Verkaufsmasche.

Die haben scheinbar von den Drogenbossen (oder vielleicht von gewissen Managern der Tabakindustrie) gelernt und sind daher nicht viel anders. Weil sie falsche Abhängigkeiten schaffen.

Wer schon Angst hat, der will noch mehr erfahren – von dem, was Angst macht. Der verängstigte will wissen, welches Produkt oder welchen Dienst er jetzt braucht, um beispielsweise mithalten zu können oder nicht bestraft zu werden.

Die oben genannten Angstmacher haben viel gemeinsam und sie verpassen einem das Gefühl, immer irgendwas zu verpassen zu können. Dadurch entsteht Ablenkung und bei manchen sogar begründeter Stress. Der fragt sich:

Ob er die letzten News der von den üblichen Verdächtigen (siehe oben) verursachten Gefahr auch mit bekommen hat. (Und weiter verfolgt.) Ob er die letzten Vorhaben, die dümmsten Sprüche oder eigennützigsten Aktionen des Funktionärs oder Politkaspers schon gehört hat. (Damit man einen Grund hat, sich umsonst aufzuregen.) Ob er den neuesten Blockbuster, der aufdringlich beworben wird  – wie ‚alle anderen‘ – auch schon gesehen hat. (Und mitreden kann.) Ob er die letzte Karre endlich mal probe gefahren hat. (Damit er weiß, wie sich Nachbar’s nächster möglicher Wagen fährt.) Ob er nun auch langsam Mitglied im angesagten Onlinenetzwerk ist. (Weil alle anderen auch schon da sind. Und die Welt ansonsten an ihm vorbei rauscht.) Und so weiter.

Um es mal salopp auszudrücken: Dieses ganze System baut darauf, Loser und Versager heran zu züchten und unter sich zu haben, die irgendwas oder irgendjemanden in der obigen Form hinterher hecheln. Das lustige daran ist, es muss keiner. Keiner muss das alles haben, alles hören, alles sehen und verdauen. Jeder kann sich abwenden. Zu jeder Zeit.

Nur wer tut das?

Das sind automatisch diejenigen, die einen Unterschied machen (die Dinge ein wenig anders angehen, sich selbst um Rat fragen, selbst bestimmen und gegen den ganzen Einheitsbrei einen fahren lassen), indem sie kreieren statt zwanghaft zu konsumieren, als ob er sich nicht davon befreien könnte. Es sind die, die als erste voran gehen, wo sich keiner hin traut.

Das sind mit Sicherheit keine passiven, nach Sicherheit strebenden Vorzeigebürger.

Und das sind auch keine, die genau nach Vorgaben arbeiten. Es sind die notorischen Regelbrecher und unbequemen kreativen, die angepissten Zerstörer des oben genannten.

Es sind die gefährlichen Typen, die von der richtigen Sorte. Das sind die Macher von Morgen.