Viel Talent, wenig Geld

Die meisten Künstler sind sogenannte Bohemien oder Einsiedler, die von der Hand in den Mund leben. Daran ist eine Zeit lang nichts verkehrt, aber ich würde gern mal sehen, dass es auch dem Künstler irgendwann genauso gut geht, wie dem Kunstsammler.

Einige Künstler wollen kein Geld verdienen. Denen kann ich auch nicht helfen. Aber falls Sie sich auch in Zukunft auf ihre Kunst konzentrieren wollen, empfehle ich ernsthaft professionell zu werden, also Geld mit Ihrer Kunst zu verdienen. Allerdings, viele würden es gern hauptberuflich tun, können es nicht. Dabei ist genau das die Kunst.

Schreibblockaden oder andere Trockenperioden, wie auch Ärgernisse der gehobenen Klasse, wie zum Beispiel gegenseitige Missgunst oder die künftige Verfügbarkeit von 1979er Port Ellen meine ich nicht.

Schwierig wird es für jemanden meist dann, wenn sich Barrieren aufbauen, die ihn wirkungsvoll davon abhalten, das tun zu können, was er tun könnte. In einer dafür beispielhaft ausweglosen Situation, welche für den Betreffenden eine Art Hamsterrad darstellt, befindet sich jemand, der sich fragt wozu er seine Talente hat, wenn er damit kein Geld verdienen kann.

Geld verdienen könnte er damit durchaus. Aber er muss herausfinden, wie er mit eben diesen Talenten oder besser deren künstlerischer Kombination einen realen Nutzen stiften kann. Dieser Nutzen muss nur hoch genug sein, dass jeder potentiell Interessierte dafür genug zahlen würde, damit der Künstler seine Kunst für genügend seiner Leute wiederholt nutzbar machen kann. Das ist alles. Wirklich?

Nicht ganz. Alles in der Welt hat seinen Grund, dass es so ist wie es ist. Für den erfolgreichen Künstler bedeutet dies, dass er die Ist-Situation in seinem Bereich (nicht überall) ändern muss.

Der ernsthafte Profi-Künstler muss den guten Grund oder die „Daseinsberechtigung“ seiner Werke finden oder kreieren (beides kommt letztendlich auf dasselbe hinaus). Falls Sie sich angesprochen fühlen, beantworten Sie mir dazu nur eine einzige Frage: Was ist Ihre Geschichte?