Meth – Der neue Treibstoff für Politiker

Michael Hartmann ist (oder war) Politiker. Und als solcher gibt er natürlich auch seine notorische Schwäche für besondere Leckereien zu. Gestern noch als perfekter Deutscher Abgeordneter im Bundestag und heute schon Junkie mit Suchtbetreuer. Das ist hart, Mann!

Die Rede ist von „geringen Mengen“. Spätestens seit Heisenberg (nicht Werner, der andere) wissen wir, dass es auch große Mengen gibt. Und seit Charles Bukowski wissen wir, dass von ihm viel Hervorragendes geschrieben und getrunken wurde. So gesehen schreibe ich hier auch nur in geringen Mengen. Aber darum geht es nicht.

Viele scheinen zu wissen, warum gerade Meth-Michael’s heimliche Leidenschaft zu Gehirnatombomben aufgedeckt wurde. Nein, schuld sind nicht die voyeuristischen Ferkel von der NSA, die er im Vollrausch saufrech angegrunzt hat. Sondern die eigene Gier nach Macht, Anerkennung, Befriedigung — alles das, was jeder Politiker erwartet, wenn er Politiker wird. Mehr nicht. Irgendwann fliegt es auf. (Bei Politikern und Funktionären fliegt immer irgendwas auf, denn perfekte Fassaden sind auf Dauer schwer in Schuss zu halten.)

Wenn ich mir die Birne zuknallen würde, dann wäre es wenig überraschend und alles läuft seinen knieweich gedopten Gang. Oder, bleiben wir realistisch, es würde keinen Interessieren. Schlimmstenfalls.

Politiker tun so, als ob sie vorbildhaft anständig wären, verhalten sich aber andersherum. Die Guten sitzen in Berlin und die Bösen im Knast oder in Tschechien. Die sind für mich so glaubwürdig wie Hooligans auf einer Friedensdemo. Lieber wäre mir jemand, der von vorn herein sagt „Ja, ich bin geil auf Meth!“ Oder „3 Gramm sind doch lächerlich.“ Dann wäre er ein ehrlicher Mann. Aber gewiss kein Politiker.