Mehr Ladedruck für träge Gehirne

Bevor Sie wieder wegnicken, werde ich versuchen, Ihre heimlichen Begierden zu wecken und Sie somit zu kreativen Höchstleistungen zu treiben. Ich schraube Ihnen zur künstlerischen Leistungssteigerung mal einen imaginären Roots-Kompressor auf die Hirnwindungen. Mal sehen, was jetzt passiert.

Der mobbende Kollege, die (oder der) Ex, der lästige Nachbar sind Leute, die Sie vielleicht gern eins auswischen würden. Stellen Sie sich die kriminellste, durchtriebenste Methode vor, denen einen Denkzettel zu verpassen oder sie umzulegen. So richtig nach Gangster-Art. (Bitte nur in Gedanken, so wie es ein Autor oder Drehbuchschreiber tun würde, nicht in Echt, sonst heißt es noch, der Finsterwalder schlägt seinen Lesern vor, ihre Mitbürger umzulegen.)

Entweder Sie denken sich fantasievoll eine Geschichte aus, wie sie dies gern tun würden. Oder Sie sehen sich einen richtig guten Gangsterfilm (keine Tatort-Scheiße) an. Ein Gangster-Buch zu lesen (egal ob real oder fiktional) ist mindestens genauso wirkungsvoll.

Bei Kriminalgeschichten sind ausgesprochen clevere Gangster sehr stimulierend für die Kreativität des Lesers oder Zuschauers. Jene sind ja auch nur ein Produkt eines (wohlgemerkt sehr kreativen) Autors.

Echte Gangster sind natürlich eine ganz besondere Spezialität. Die geben einen den gewissen (und nötigen) Kick und auch Realitätsnähe. Er, oder sein Handlanger, könnte praktisch schon vor der eigenen Haustüre stehen.

Setzen Sie sich mit solchen Geschichten auseinander. Diese bieten den größten Reiz, unsere trägen Gehirne in andere Denkrichtungen zu lenken. Gerade nach einer kriminellen Lektüre oder Kinofilm fängt das Gehirn ganz von selber an, unter Hochdruck zu arbeiten.

Man fantasiert oder denkt darüber nach, wer in der Geschichte dies oder jenes warum so und nicht anders gemacht oder gesagt hat. Durch diesen automatisierten Denkvorgang wird einerseits unser Gehirn trainiert und aktiv gehalten. Und andererseits bergen jene „erlebten“ Geschichten ein enormes Potential an Inspiration, wie wir reale Dinge, insbesondere Lösungen auf höchst unübliche, aber dynamische Art, abwandeln, ändern oder erschaffen können.

Die Übeltäter, die Bösen tun das, wovon Spießer nur träumen. Genau das können wir Kreative für uns bewusst – das heißt konstruktiv – durchdenken, forcieren und kultivieren. Ja schließlich anwenden.

Die Gangster waren in der Geschichte unsere Stellvertreter. Jetzt werden wir zu geistigen Stellvertretern der Gangster.

Das einzige, was wir jetzt noch machen müssen, ist einen praktischen Weg zu finden, der die Sache legal und machbar werden lässt. Viel Spaß beim kreativen Hochleistungsnachdenken!

 

Dieser Beitrag wurde inspiriert von Joel Goldman. — Danke an Cyd Madsen für den Tip!

Der Mann auf den verlinkten Bildern (außer Premierminister Frankie Costello) ist der Charakterdarsteller Joe Don Baker, den ich schon als Kind mochte.