Was ist mit Wulffie los?

Ich kann ihn bellen hören. Eigentlich ist Wulffie ein harter Hund. Er kungelt, setzt rücksichtslos Machtinteressen durch und läßt sich von Gönnern gern den Bauch kraulen. Seit 2 Jahren bellt und wufft er die Presse an. Aber nur die, die er nicht leiden kann. So einer beißt (auch) sein Herrchen.

Erst mit 52 Jahren ist er weich geworden und hat erstmals in seinem Leben geheult, wie es sich für einen Wulff – oder in diesem Falle Schlosshund – gehört. (Ich habe das bereits bei der Geburt getan.) Wulffie muss demnach schon eiskalt auf die Welt gekommen sein. Außerdem ist das die plausibelste Erklärung seiner quakigen Stimme. So bellt nur Wullfie.

Christian Wulff ist ein typischer Karrierepolitiker, der gern Kanzler geworden wäre, wenn nicht die Dauerpräsenz von Präsidenten-Mutter Merkel schon damals für die Ewigkeit gemacht zu sein schien. Das erinnert an Prince Charles. Auch der weiß mittlerweile, das die Queen (seine Mutti) nicht weicht.

Also hat Wulffie in dem Maße Unfug getrieben, wie es sein Psychopathenhirn hergab. Was treibt so einen an? Das selbe wie alle Politiker: Gesicherter Wohlstand, Gesichtswahrung/Stolz, wichtig sein, Prestige, Außenwirkung, enge Bande mit der Machtelite (Deutschland AG), Champagner trinken, Vorführweib, Applaus und die Überzeugung, dass für ihn die Bürger nur dummes Nutzvieh seien.

Einiges davon hat er nicht mehr. Außerdem beklagte er sich seinerzeit über den Antrag der Staatsanwaltschaft, seine Immunität aufzuheben. Nun ja, mit der legalen Kriminalität und fehlender Demut ist es so eine Sache. Wulffie wurde schließlich zum geprügeltem Hund, was ihn erstaunte.

Aus Rache, dass er zu politischem Sondermüll deklariert wurde, hat er jetzt ein Buch geschrieben, dass ich weder gelesen habe noch lesen werde. Ich blogge heute nicht über Wulffie’s Werk, sondern über Wulffie’s Wirkung auf mich. Das heißt, die Zitate aus der feindlichen Presse reichen mir, denn ich habe schon weit besseres nicht gelesen. Sturheit und Hybris scheinen dennoch durch.

Trotzdem bin ich überzeugt, er hat das Zeug zum Schreiben: Büro, Büroleiter, kostenlosen Internetzugang, Lektor, Dienstwagen, fast 200 Mille Jahresbudget und Zeit ohne Ende.

Müssen wir uns jetzt um den unwichtigsten aller Wichtigtuer sorgen machen? Ist der geistige Zustand von Christian Wulff stabil? Hat er Beißhemmungen? Erwähnt die Presse sein Buch nicht? Kauft es einer? Wird er verhungern, so ausgestossen und fernab des Jetset? Ist er wirklich ganz unten? Nein, keine Sorge. — Wulffie geht es gut. Wulffie geht es blendend….

[Teilweise inspiriert von James Cameron/Terminator2 („Wolfey“).]