Dem eigenen Unternehmen einen katastrophalen Start ins Leben zu geben gleicht der selben Methodik, wie Eltern das mit ihren Kindern tun. Man steckt viel Geld hinein und gibt ihnen einen richtig langen und vor allem bekloppten Namen.

Das Musikfestival Rock am Ring findet dieses Jahr zum letzten mal am Ring statt. Durch das Ringen der neuen Betreiber um die örtliche Vorherrschaft kroch nun nach Monaten der Schwangerschaft bei dem neuen Veranstalter eine monströse Geburt unterm Rock hervor.

Was genau ist das? In erster Linie ist es der neue Name der dortigen Jahreshauptversammlung von Topmusikern. Und der lautet „Grüne Hölle — Rockfestival am Nürburgring“. Kein Witz.

Erstens, da ist nicht viel mit Grün, außer das Drumherum. Innen ist alles Matsch-Braun und riecht entsprechend. Andere Farben gibt’s je nach Sponsor. Das mit der Hölle ist Ansichtssache. Und rocken tut dort auch nicht jeder, vor allem die Deutschen nicht. Die meisten von denen machen irgendwas zwischen Jaulen und Rap. Und dass es am Nürburgring stattfindet ist schon klar.

Der Name ist ein deutsches Ungetüm. Ich verstehe auch, dass Umlaute für Angelsachsen herrlich aggressiv aussehen. Aber es ist lang, sperrig, unaussprechbar und schlecht zu merken. Internationale Gäste, Pilger, Musiker werden verwirrt. Es hätte auch genauso gut heißen können:

„Süffstädl — Rennstreckennebennützüngsünterhältüngsveränstältüng mit Röckmüsikänten“.

Ich schätze, die Kreativität und der Rock’n Roll gehen mit dem alten Veranstalter ihres Weges und somit im hohen Bogen vorbei an BWL-verseuchte Managerhirne. Und das ist gut so.