Die selben Leute, die Sie im Straßenverkehr nicht sehen (schneiden, die Vorfahrt nehmen) und daher in durchaus ernste Gefahr bringen, sind die selben, die sich im restlichen Leben genauso verhalten.

Meistens haben Blindpesen das größere oder teurere Fahrzeug und damit gewisse Machtkomplexe. (Radfahrer gegen Fußgänger, Autofahrer gegen Radfahrer, SUV-Fahrer gegen Autofahrer.) Das Blech stützt bei letzteren noch zusätzlich die mentalen Ellbogen.

Bei diesen Leuten ist die Wahrnehmung verzerrt, das heißt, sie sehen ganz einfach keine Menschen „unter“ ihnen. Allerdings lässt sich dieses Problem leicht beheben, und das ganz ohne Fahrzeug.

Wenn die kleineren Mitbürger nur genug auffallen würden ginge das. Durch etwas, daß man sowieso bei sich hat, also herumträgt, wenn man so durch die Gegend läuft. Nur eben größer, auffälliger, wirkungsvoller. (Frisur, Hut, Kleidung, Blumenstrauss, Gesichtsausdruck, Patronengürtel, Knarre.)

Aber wie sieht es im Rest des alltäglichen Lebens aus? Genauso. Das bedeutet, man kommt auch hier unter Umständen schnell unter die Räder. (Beruf, Karriere, Ehe).

Man könnte über die mächtigeren Übeltäter jammern oder versuchen mit denen zu konkurrieren. Besser wäre aber unser eigenes Licht erstrahlen zu lassen. Oder martialischer Ausgedrückt, unsere Warnleuchte oder unser Mündungsfeuer.

Kurz: Machen Sie sich auf Ihre ureigene Art bemerkbar. Dann respektiert Sie jede Blindpese.

[Nein Warnwestenträger sind hier nicht gemeint. — Individuell und eigen geht anders.]