Wenn der Blitz zweimal kommt

Vor ein paar Jahren gab es im Nachbarhaus eines Bekannten einen Besitzerwechsel, der mit einer Einstands-Party gefeiert wurde. Daraus wurde eine tagelange Dauerorgie. Die Nachbarn beschwerten sich wegen der Lautstärke und der vielen Fahrzeuge nachts. Aber der Lärm ging weiter. Bis der Blitz einschlug und das Haus niederbrannte. – Nachts kurz vor Halb 3.

Die feierlaunigen Bewohner kamen mit leichten Verbrennungen und Blessuren davon. Das Haus wurde neu aufgebaut und ein pensionierter Verkehrspolizist zog nun mit seiner Frau ein. Es wurde wieder ruhig und beschaulich.

Mit der Zeit häuften sich nunmehr Strafanzeigen und Kontrollen, vor allem gegenüber „Parksündern“, die selbst vor ihren eigenen Grundstücken nicht mehr sicher waren. Jemand, der besonders genervt war meinte, der Blitz solle mal wieder einschlagen.

Die kommenden Gewitter waren aber eher sanft. Etwas anderes passierte dafür. Man erfuhr, daß der Ex-Polizist eine Erbschaft im höheren Hunderttausenderbereich gemacht hatte, kurz bevor er das Haus übernahm. Einige Monate später kaufte er sich ein neues Auto. An einem Sonntag Morgen sah man den Wagen des Ex-Polizisten im Gartenteich des besonders genervten Nachbarn stecken.

Es stellte sich heraus, das unser Ex-Bulle von einer Feier nach Hause fuhr, er schlagartig an den neu aufgestellten Blitzer erinnert wurde, bremste und somit die Kontrolle über seinen Karren verlor. Es ist außer ein paar erschreckten Fröschen niemand zu Schaden gekommen.

Er durchbrach den Gartenzaun und rammte mit der Front in den Teich von genau dem Nachbarn, der besonders von ihm genervt war und ihm am liebsten den Blitz wünschte.

Ob er angetrunken war, konnte nicht ermittelt werden. Angeblich war er nüchtern. Fakt ist aber eines: Dieser Nachbar war so nervig, der brauchte kein Gewitter, um vom „Blitz“ getroffen zu werden.

…und was unsere Wünsche für andere angeht, so sollten wir davon ausgehen, daß – falls der Wunsch in Erfüllung geht – Begleiterscheinungen oder Kollateralschäden entstehen könnten.