Wenn eine Supermarktkette Lebensmittel liebt…

… dann haßt sie vielleicht ihre Kunden.

Als Kunde entwickelt man irgendwann eine gewisse Unlust oder Antiphatie und damit eine Abneigung, in Supermärkten einzukaufen. Aber wenn man keine Wahl hat, dann muß man wohl oder übel widerkommen. Für viele ist das nicht weniger als regelmäßig wiederkehrender Stress.

Bei Lebensmitteln hilft zunehmend auch der Online-Einkauf, Stress zu umgehen oder zu verlagern. Dann können Sie sich mit dem Postboten, dem Nachbar oder ihrem Stalker herumschlagen.

Meine Erfahrung ist, daß Discounter rein qualitätsmäßig oft mit Supermärkten mithalten können. Die Mitarbeiter sind genauso gelaunt. Die Auswahl in Supermärkten ist groß, aber eintönig-einheitlich.

Wieso spart man jetzt am Personal und damit am eigentlichen Kontakt zum Kunden? Jemand, der an der Kasse sitzt muß nicht unbedingt viel sprechen, daher kommt das wenige Gesagte umso deutlicher rüber. (Und die ständig Überlgelaunten haben auffallend selten viel zu tun.)

Eine Lösung wäre, teures Werbegetöse runterzufahren und kein Geld mehr an Prominente zu verheizen, die zwar Sympathie aufbauen. Aber wenn die knurrige Tante an der Kasse alles wieder kaputt macht, dann sind Werbekampagnen und Pappfiguren ganz lustig, aber ziemlich nutzlos.

Man sagt häufig, daß gutes Personal heutzutage schwer zu kriegen sei. Ich sage denen, zahlt solange mehr Gehalt und stellt die Schichten nach persönlichen Präferenzen ein, bis selbst der Kunde sich geliebt fühlt. Es muß nicht gleich Tante Emma persönlich sein, die bei mir abkassiert.

Ein Gefühl, nicht unerwünscht zu sein reicht mir schon aus, um gern wiederzukommen.