Die Gegend unsicher machen

Erstens, irgendwas wird immer gebraucht in der Welt. Zweitens, unsere Neigungen, Talente und Interessen treiben uns an. Wenn wir ein auch nur halbwegs (und dauerhaft) funktionierendes Projekt aufbauen wollen, dann bedienen und verbinden wir das erstere mit dem zweiten.

Viele, die ein Projekt starten, tun das oben genannte und verschaffen ihrem Geschäft und ihren Kunden einen Vorteil. Aber einige, die dies tun, fahren ihr Projekt trotzdem an die Wand. Obwohl sie oder wir alles richtig gemacht haben.

Das Problem ist, wir haben auch nichts falsch gemacht. Wir haben keine Regeln gebrochen, keine Linien übertreten (oder überfahren) und zumindest versucht, niemanden zu brüskieren.

Wenn Sie in einen Markt eintreten (auch erfolgreiche Künstler und echte Hallodries tun das), dann beeinflussen Sie andere Menschen und deren Leben.

Sie verändern, durchkreuzen, stören, zerstören, errichten und betreiben Meinungsmache. Und vor allem sieht man Sie, man nimmt Sie durch Ihre Aktionen wahr. Sie werden angefeindet, einige Spießer schütteln den Kopf über Sie, Sie kriegen womöglich noch eins auf den Deckel. Warum?

Sie machen als Neuling den Bereich, in dem Sie aktiv werden zu Ihrem und zu dem Ihrer Leute.

Vorher war dieser Bereich relativ sicher. Natürlich aus Sicht von Rivalen, Konkurrenten und Ordnungsbürgern. Die meisten Märkte sind heutzutage gesättigt, bereinigt und somit aufgeteilt. Regularien erledigen den Rest.

Wenn Sie ihr Geschäft riskieren wollen, dann nehmen Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Befindlichkeiten derer Rücksicht, denen Ihr Geschäft, Produkt oder Kunstwerk bestenfalls egal sind.

Wenn Sie Ihrem Geschäft Leben einhauchen wollen, dann lassen Sie doch mal in Richtung der eben genannten so richtig einen fahren. Reißen Sie für sich und Ihre Leute Barrieren ein. Machen Sie die Gegend unsicher. Dann fahren Sie Ihr Geschäft auch nicht an die Wand, weil diese – jetzt in Ihrer Gegend – nicht mehr existiert.