Zugedröhnt und angezählt

Kinder aus „gutem Hause“, also mit reichen Eltern, haben beekanntermaßen einen leichteren Zugang zu höherer Bildung. Der Wohlstand ihrer Eltern setzt sich demnach in der folgenden (De)Generation fort. Das ist unfair, gefährlich und selbstzerstörerisch.

Unfair ist es, weil man für ein würdiges Leben in die richtige Familie hineingeboren werden muß.

Gefährlich ist es, weil immer die selben Leute, Cliquen, Dynastien mit der selben Weltsicht, den selben relativen Besitzverhältnissen, dem selben Systemdenken und dem selben Wissensmonopol in den selben Schlüsselpositionen über den großen Rest der Menschen bestimmen. – Es kommt kein frisches Wissen, Sichtweisen und Talent hinzu.

Selbstzerstörerisch ist es aus den eben genannten Gründen. Das ist wie Inzucht bei Adligen. Dessen Folge ist Degeneration. Nur hier degeneriert ein Gesellschaftsystem vom Kopfe her.

Die traditionellen Spitzen des Systems (Dynastien, Konzerne, Politik) verhalten sich zunehmend wie ein drogenabhängige Irre mit Hirnschrumpfung, die manchmal noch wild um sich schlagen. In ruhigen Momenten sehen sie sich dann, wie üblich, als Zentrum des Universums. Die Drogen sind hier Macht und Geld.

Keiner kann die „Verantwortlichen“ daran hindern, Entscheidungen mit hoher Tragweite zu fällen, die Auswirkungen auf die restliche Gesellschaft haben. Diese Auswirkungen bringen zunehmend auch Nebenwirkungen mit sich. Das ist so eine Sache mit diesen verflixten Drogen. Und die richten sich letztendlich gegen das System selber.

Angesichts dieser Situation bin ich geneigt zu sagen: Laßt sie nur machen.

Die Gesellschaft wird nach wie vor von Leuten bestimmt, die zwar mächtig, aber ebenso verblendet, paranoid, selbstherrlich und in ihren Verlustängsten und dem eigenen System wie in einer Sucht gefangen sind. Die taumeln hin und her zwischen Hybris und Panik. Sie sind zugleich vollgefressen und angeschlagen wie ein übergewichtiger Schwergewichtsboxer.

Was macht man, wenn ein Boxer angeschlagen ist und taumelt? Man schlägt ihn K.O.