Das ist eine typisch deutsche Frage. Diese hören Sie, falls Sie von irgendeiner Konvention oder einer gesellschaftlichen Norm abweichen oder etwas Neues wagen. Ich höre diese Frage oft. Woher rührt diese Frage?

Es ist selbstverbieterisches Denken, ein Quasi-Denkverbot, eine freiwillige Selbstbeschränkung.

Ein Deutscher macht sich eigentlich schon strafbar (oder schuldig), indem er auf die Welt kommt, also in genau dem Moment, indem er geboren wird. Aus dieser Sichtweise heraus wäre es wohl am besten, wenn man gar nicht erst existieren würde. Dann kann man nichts „falsch“ machen. Nun existiert man zwar, aber man lebt nicht. Denn Leben bedeutet Veränderung, Vielfalt, Neuentwicklungen, Vitalität und Prosperität.

Umzingelt und eingeengt von Verboten, Geboten und chronisch „richtig“ liegenden Autoritäten tappen viele Mitbürger in die Falle, Regeln mit Gesetzen gleichzusetzen. Zumindest herrscht Unsicherheit bezüglich dem Meinungsdiktat von Eltern, Lehrer oder Vorgesetzten. Kompetent sind die, die immer nur dasselbe machen.

Egal, wer was wie vor hat, ohne Angst läuft gar nichts. Die schwebt immer mit. Aber wenn man sich von ihr dominieren läßt, dann fällt man bestenfalls schlechte Entscheidungen, schlimmstenfalls gar keine.

Leute, die auf Sicherheit bedacht sind, sind bei jeder geringsten Abweichung unsicher. Diktatoren lieben solche Memmen, da sie einerseits leicht kontrollierbar sind und anderseits – in Machtpositionen gehievt – ohne jegliches Verantwortungsgefühl oder Gewissen bereitwillig Unheil über ihre Mitmenschen bringen.

Jemand, der abweicht macht sich zum Zielobjekt, weil er auffällt. Dadurch wird er angreifbar. Darf man das? Ja, man darf abweichen und sich angreifbar machen. Sofern Sie es sich erlauben und dabei Veränderungen bewirken können. Wenn Sie es nicht machen, dann macht es niemand.