Online Shopping bis der Arzt kommt

Soll ich lieber „Onlineshopping“ schreiben? Das ist deutscher. Es wird über den (bösen) Onlinehandel gemeckert, geschimpft, gejammert, gewallrafft und gejaucht bis der Arzt kommt. Oder der Zusteller.

Es kommt darauf an, auf welcher Seite Sie stehen. Sie können Kunde sein, Sie können auch Angestellter bei einem Onlinehändler sein. Oder Sie sind selber ein kleiner Onlinehändler, der von zuhause aus arbeitet. Dann gehören Sie zwar noch nicht zu den Großen, aber garantiert zu den Bösen. Erst recht, wenn Sie keine Angestellten haben.

Warum ist Amazon gerade im amerikafeindlichen Deutschland so dominant? Weil sie leichtes Spiel haben mit ihren typisch amerikanischen Unsitten: Service und Gesetzeskonformität a-la USA. (Was nicht ausdrücklich verboten ist, das ist erlaubt. Punkt.)

Die deutschen gucken gern in die Röhre, können sich gut beschweren und auf andere zeigen. Selber kriegen sie aber – von Ausnahmen mal abgesehen – nicht viel auf die Reihe. Es wurde ja auch allen beigebracht, daß (und wie) man eben nichts auf die Reihe bekommt. Jeder könnte auf Service setzen. Macht aber keiner, bis man sich beschwert. (Z.B. über „Dominanz“ und „Leistungseffizienz“.)

Wenn Sie richtig gut sind und auf nichts und niemanden (hierzulande) hören, dann wird man vielleicht eines Tages im guten alten deutschen Fersehen über Sie und Ihre „Machenschaften“ diskutieren. Dann sind sogar richtige Experten mit dabei, die vielleicht mehr Ahnung haben als Sie, obwohl die nie das gemacht haben, was Sie machen. Wetten?

Es gibt kleine und große Dinge, über die man in Deutschland meckert. Wenn schon gemeckert wird, daß sollte es sich lohnen. Oder lustig sein. Oder absichtlich „böse“. Oder alles zusammen.