Was glauben Sie passiert, wenn der Bundespräsident oder gar Mutti zu Besuch kommen? Alles sieht super aus. Es wird gefegt, bis der Besen Feuer fängt und poliert, bis man sich die Augen verblitzt. Wieso?

Die besuchen (fast) nur Großkonzerne. Und bei denen gibt’s Heile Welt. Die Elite besucht die Elite. Es ist so, als wenn die Verwandtschaft zu Besuch kommt. Da ist man zwar froh, wenn die wieder weg sind. Aber solange die da sind, gibt man ein gutes Bild ab. Es wird getäuscht und getrickst.

Das ist wie früher in der DDR als Erich Honecker zu Besuch kam. Wo der sich gerade aufhielt oder langfuhr, da wurden Straßen saniert, Fassaden verputzt und neue Bäume verpflanzt. (Die alten kamen vorher raus.) Wenn er anschließend zur Jagd ging, wurden extra viele Viecher in unmittelbarer Nähe freigelassen, die alle vorher stark betäubt wurden, damit er sie auch noch im Suff traf.

Honecker kam nie zu den normalen Leuten oder wollte wissen, woran es wirklich hapert. Erich, besser seine Regenten, glaubte(n) bereits zu wissen, was gut für’s Volk war. Für Erich gab es nur einstudiertes Geschauspiel mit einigen Vorzeigebürgern, die hübsch bekleidet den lumpigen Rest „vertraten“. Danach hat er seine Rede gejault, bis einem das Ohrenschmalz heiß rauslief.

Diesen Honeckerismus praktizieren Spitzenbeamte auch heute wieder. Solange die nur die Machteliten besuchen, sind sie unberührt von den Untertanen. Komischerweise hat dies auch gewisse Vorteile. Wir bleiben bis zu einem bestimmten Grad unbehelligt. – Solange man sich nicht an die Regeln hält.

Halten Sie sich aber an die Regeln, so werden Sie bemerkt. Der Grund dafür ist, daß jeder streng nach den Regeln lebt und arbeitet. [Unde dadurch leichter nach geltenden Normen bzw. Regeln kontrolliert bwerden kann.] Das ist wie mit einem Radar. Wenn Sie tief genug fliegen und die Strahlen noch etwas ablenken, erscheinen Sie nicht oder nur sehr verschwommen auf dem Schirm. [Sie unterlaufen somit einer gewissen Kontrolle, die nicht erwartet, daß Sie die Regeln brechen.]

Regeln sind nicht zwangsläufig Gesetze. Das können sie aber werden. Daß genau dies bei zuviel Duckmäusertum passieren kann, hat bereits die DDR und davor der tobsüchtige Giftzwerg mit den Ölhaaren bewiesen. Dem sollten wir (Entrepreneure, Künstler, Nonkonformisten, Outlaws) vorbeugen.

In der DDR ging es den damaligen Machteliten ganz gut. Aber nicht jeder gehörte dazu. Von den gemeinen Bürgern waren die am gefragtesten und damit am erfolgreichsten, die in den Stealth-Modus schalten und abseits aller Regeln improvisieren und für andere Nutzen stiften konnten. – So wie Entrepreneure das heute tun. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie Unternehmer oder Komiker sind.