Die Drohnen der Geasi

Bei dem, was ich hier tue – in aller Öffentlichkeit wohlgemerkt – kann ich fast schon das Summen hören. Nein, nicht dieses Summen von gewöhnlichem Ungeziefer, sondern das von Miniflugkörpern die mit Spähkameras (später dann mit Waffen) ausgerüstet sind. Ich warte schon auf die ersten Drohnen bei mir hier. Zur Beobachtung meines Treibens…

Wie komme ich darauf? Als Unternehmensgründer steht man in Deutschland unter Generalverdacht. Warum? Man stört die öffentliche Ordnung und weicht vom genormten (gemeinhin akzeptierten) Lebenskonzept ab. Das ist auch der Grund, warum überall so viele Fallgruben ausgehoben wurden.

Damit meine ich öffentliche finanzierte Gründungsberatungen, Regularien, die Fänge der Bürokratie. Beispiel:

Versuchen Sie mal eine Garagengründung (die deutsche Politiker ja so toll finden) durchzuführen. Dann bekommen Sie es schnell mit der Geasi (Gewerbeaufsicht) zu tun. Alles verboten. Und es wird schlimmer.

Lesen Sie bitte den kurzen Kommentar von Hans (auf welt.de), der das Problem in Deutschland mit wenigen Worten auf den Punkt bringt. Ich hätte es nicht besser ausdrücken können.

Die Strukturen verdichten und verfestigen sich. Aus dem Thema Unternehmensgründung wird mehr und mehr eine komplexe Wissenschaft für Akademiker, anstelle einer reinen Einstellungsfrage. (Ich meine eine Frage der persönlichen Einstellung und nicht die Frage, ob Sie jemand einstellt.)

Der Aufwand, der von staatlicher Seite betrieben wird, um Gründungen in Zukunft verstärkt zu verhindern erzwingt auch einen erhöhten Planungs- und Kostenaufwand für Entrepreneure. Das ist wie ein Katz- und Maus-Spiel. (Staat kontrolliert aufmüpfige Bürger.) Das Klokain-Kartell wird den Spieß umdrehen und erstmalig die Rolle der Katze übernehmen. Das ist doch mal was!

Auf den Punkt gebracht: Ich will ja, daß die Überwachungsdrohnen kommen. Ich brauche was zum Spielen und meine Kartellmitglieder (Kunden und Leser) was zum Lachen. Kommentator Hans hätte sicher seine Freunde daran.

Übrigens, Henryk M. Broder hat mit seinem sehr lesenswerten Artikel der ambivalenten Psyche des deutschen Norm- und Ordnungsbürgers mal wieder einen Tritt verpaßt. Sonst hätte ich Hans seinen Kommentar, der da drunter steht, erst gar nicht gelesen.

[Edit: Im vorletzten Absatz mußte ich den Namen „Terek“ löschen, weil der nichts mit der Sache zu tun hat. Der Grund, daß ich ihn zuerst hinschrieb, war die Annahme, daß es Hans‘ zweiter Nickname sei. Ich habe bei der Kommentarstruktur auf welt.de einfach nicht durchgeblickt. Entschuldigung.]