Eine reisserische Überschrift…

…zeigt dem Leser nach Beendigung des dazugehörigen, aber blutleeren Artikels (oder bereits schon vorher), daß man ihn nicht respektiert, sondern betrügt. Dabei wären reißerische Headlines genau das richtige, um eigene Leser wertzuschätzen und zu respektieren.

Es ist sinnlos, Leser zu betrügen, nur weil man hofft, heute ein paar Klicks mehr zu bekommen, damit die Zahlen stimmen. Aber Zahlen sind auch betrügerisch oder dienen höchstens als Alibi. Beispielsweise für Werbepartner. Dadurch gehen die besten Leser weg. Wo sie auch bleiben.

Es ist ebenso sinnlos, einen minderwertigen Artikel eine adäquate Überschrift zu verpassen. Das wäre dann zwar ehrlich, interessiert aber keinen, da die Langeweile schon angekündigt wird. Das hat den gleichen warnenden Charakter, wie vollmundige Ankündigungen ohne entsprechenden Inhalt.

Die eigentliche Kunst und gar Herausforderung ist es, den Inhalt entsprechend der Aussage der Überschrift (die durchaus was reißerisches haben kann) aufzuwerten oder noch besser, zu übertreffen. Jene, die es dann lesen, werden umso überraschter sein, wenn der Inhalt zur Überschrift tatsächlich paßt. Oder ein erkenntnisreiches Aha-Erlebnis erleben.

Wenn Blogger, Journalisten und Autoren ihre Leser wirklich respektieren, dann kreieren sie ihre Artikel oder Beiträge wie hochwertige Kunst. Dann steckt Wahrhaftigkeit drin und das merkt man.

Reisserische Überschriften sind wie mitreißende Intros bei exzellenten Musikstücken. Wenn man sie richtig einsetzt, dann das Stück zuende gehört hat und noch mehr hören will, dann hat das Intro seine Schuldigkeit getan. Dasselbe gilt für Artikel und Beiträge.