Schön hässlich

Beschäftigen Sie sich mit Schönheit. Wenn aus Ihrer Sicht das Häßliche Überhand gewinnt, dann produzieren Sie was Schönes. Wenn alle nur nur noch schön sein wollen (und werden), dann wird auch dies eine Form von Häßlichkeit annehmen, da diese Schönheit nun allgegenwärtig ist. Sie verliert dadurch Ihren Reiz. Zumindest für Sie.

Im Falle, daß alle dasselbe tun, hat es wiederum seinen ganz eigenen Reiz genau dessen zu widersprechen. Das einzige was Sie dazu brauchen ist Mut.

Wann Sie aufgeben können

Es gibt Zeiten, da kommt man nicht mehr weiter und ist mit seinem Latein am Ende. Dann sollten Sie loslassen und sich an den Gedanken gewöhnen, daß das bisherige nicht funktioniert hat.

Wenn Ihnen ein Projekt, Unternehmen oder Berufswahl zuviel Zeit frißt oder ruinös ist oder auf Dauer keine akzeptablen Ergebnisse oder Resultate liefert, dann sollten Sie loslassen. Wenn Sie letzteres schaffen, dann sind Sie bereit für Neues. Was Sie bisher gemacht haben hat Sie fit gemacht, für das, was Sie bisher nicht konnten.

Falls Sie zu alldem wissen, daß Sie noch etwas anderes können, dann tun Sie es. Versuchen Sie nicht etwas zu retten, was nicht zu retten ist. Aufgeben bedeuet für Künstler und Entrepreneure stets und immer wieder neu anzufangen. Ich selbst bin oft genug auf die Schnauze gefallen, daß ich weiß wovon ich schreibe. Ich weiß, daß ich immer Anfänger bin. Wenn Sie Profi werden wollen, müssen Sie anfangen. Täglich.

Das Scheitern negativ ist, ist ein deutscher Mythos. Das Scheitern ein Teil späteren Erfolges ist, ist eine Tatsache. Sie können gern aufgeben – sofern Sie wieder anfangen.

Pläne zu überdenken bedeutet, Pläne nicht auszuführen…

…weil ein Überdenken oft endlos weitergeht. Wenn man ein Kunstwerk, Produkt oder Service plant, dann sollte man das richtig durchdenken. Ein überdenken der eigenen Pläne hingegen birgt die Gefahr, daß sich ihr Vorhaben nie realisieren läßt.

Pläne, um neue Ideen umzusetzen sind alles andere als perfekt. Warum? Es gibt keine Blaupausen dafür. Das heißt, eigene Ideen in die Welt zu setzen ist immer das Erste Mal.

Zu gerne würden wir sämtliche Hindernisse oder Unwägbarkeiten schon von vornherein verhindern. – Indem wir alles nochmal (und nocheinmal) überdenken. Dies blockert, daß man in Aktion tritt und verhindert eventuelle Möglichkeiten bevor Sie in Erscheinung treten.

„Eventuell“ bedeuet, daß die Risiken, Gefahrenquellen und Möglichkeiten noch kommen.

Während Sie planen, dann können und sollten Sie offensichtliche (und verdeckte) Risiken frühzeitig erkennen und ausschalten. Aber wenn der Plan erst einmal steht, ziehen Sie ihn durch. Risiken und Möglichkeiten verändern sich tagtäglich – insbesondere dann, wenn Sie aktiv werden. Erst wenn Sie in „Action“ sind und eine andere Sichtweise bekommen haben, dann können sie angemessen auf positive oder negative Eventualitäten reagieren.

Sie schaffen ein lebendiges Gebilde und keine Planwirtschaft.

Viele Gründer und auch begabte Künstler benehmen sich wie Mütter, die ihre Kinder (Projekte) derart vor jeder möglichen Gefahr bewahren wollen, so daß jene vor lauter Überbehütung oder Bemutterung später Probleme bekommen.

Sie tun, was Sie können. Das, was Sie nicht können lassen Sie sein. Und das, was Sie noch nicht herausgefunden haben werden Sie noch herausfinden. Zum richtigen Zeitpunkt. Vielleicht werden Sie dann herausfinden, daß so einige Ihrer Sorgen überflüssig waren. (…oder froh sein, daß Sie sie nicht verhindert haben.)

Unfehlbare Entscheidungen treffen

Fast immer haben wir die Wahl zwischen Pest oder Cholera. Selten gibt es ideale Optionen. Entscheidungen sind daher langfristig zu verstehen. Allerdings nur, wenn man die Zeit hat, darüber nachzudenken….

In Notlagen oder schwierigen, delikaten Situationen ist jene Entscheidung die beste, welche eine Lösung, ein Ergebnis oder den beabsichtigten Erfolg zeitlich näher bringt bzw. komplettiert. (Nicht perfektioniert.)

Wenn man schwerwiegende Entscheidungen treffen muß, dann gehört ein Abwägen des Für und Wieder aufgraund sämtlicher bekannter (und relevanter) Informationen dazu. Wenn man allerdings in eine Situation kommt, wo man innerhalb eines Augenblickes eine sehr wichtige Entscheidung treffen muß, dann hilft unser Bauchgefühl.

Wenn wir sowohl auf die Fakten als auch auf unser Bauchgefühl hören und beides weitgehend übereinstimmt, dann liegen wir meist richtig. Wenn sich aber Fakten und Bauchgefühl widersprechen, und wir dennoch eine höchst wichtige Entscheidung treffen müssen, dann wiegt das Bauchgefühl schwerer als sämtliche harten Fakten. Warum?

Auf Tatsachen basierende Fakten sind scheinbar unfehlbare Entscheidungsgrundlagen. Aber egal, was wir erreichen wollen, wir können es nur mit Hilfe anderer (fehlbarer) Menschen tun. Da wir alle fehlbar sind, müssen wir mit diesen fehlbaren Menschen, die wir nunmal sind, lange klarkommen. Bei Menschen ist unser Bauchgefühl nahezu unfehlbar.

Warum man es (besser) nicht schafft

Wann hat man „es“ eigentlich geschafft? Nie. Egal, was man macht oder vorhat, man hat es nie geschafft.

Falls es jemand „geschafft“ hat, dann ist sein Ziel abhanden gekommen und er entwickelt sich nicht weiter. Wer denkt, etwas bedeutendes geschafft oder erreicht zu haben, will die Position halten, hat häufig Angst vor Rivalen, neuen unerwarteten Kosten, Pflichten, Rufschädigung und weiterem Ungemach. Wir alle sind mehr oder weniger so.

Alternativ können wir unsere Ziele möglichst weit stecken, um dann mit kleinen Schritten jeden Tag dorthin, in die richtige Richtung zu gehen. Sie wissen ja, daß der Weg das Ziel ist.

Das Ziel haben wir also schon. Indem wir jeden Tag das, was uns wichtig ist vor Augen haben und ein Stück weit erreichen (nicht schaffen) und darin leben, merken wir, daß es immer anders kommt als man denkt. Diesen Zustand nennt man Leben. Wir tragen unseren Beitrag dazu bei. Tun wir es nicht, dann sind [haben] wir fertig. Im doppelten Sinne.

Zwei Arten von Kontrolle

Wenn Sie jemanden zwingen etwas zu tun, was ihm nicht liegt, das müssen Sie ihn kontrollieren. Im Grunde müssen Sie jeden kontrollieren, der für ein System arbeitet, das Menschen als auszubeutende Ressourcen betrachtet. Diese Art der Kontrolle bewegt nichts, sie verhindert nur. (Kontrollwahn.)

Für kreative Problemlöser, die Wert erschaffen ist Kontrolle in soweit von Bedeutung, daß das Resultat in deren Hand liegt. Das ist die zweite Art von Kontrolle.

Kontrolle hat mit Verantwortung zu tun. Sie sind Herr Ihrer selbst und damit kontrollieren (entscheiden, bestimmen, beherrschen) Sie, wer Sie sind und was Sie tun. Glauben Sie mir, diese zweite Kontrollart ist von keinem Wahn behaftet, die ist frei (davon).

Der Ritterschlag

Steigender Kostendruck erzeugt eine immer betriebswirtschaftlichere (wissenschaftlichere) Denkweise, die Risiken und Nebenwirkungen mit sich bringt. Kunden, Partnerfirmen und Mitarbeiter werden dadurch paradoxerweise geschädigt [hier als Beispiel der Kunde durch Produkt und Service]:

  • Beschiß wegen falscher Angaben (Menge, Eigenschaft, Kulanz, Kompatibilität)
  • Frechheit gegenüber den Kunden (Bedienunfreundlichkeit, saumäßiger Service, lange Wartezeiten, irritierende Produkt-Updates oder störende Wartungsmodi)
  • Verantwortung wird auf Kunden und Zulieferer geschoben (Nützt keinem was.)
  • Produkttests von dafür anerkannten (oder berüchtigten) Testern und dadurch eine mögliche Verunsicherung der Kunden, weil zu wenig oder zu falsche Zutaten enthalten seien (Falls dies nach hinten losgeht, ein herber Schlag für Traditionsmarken.)
  • teures Marketing, um Marktanteile (zurück) zu gewinnen, was das eigentliche Problem noch verschlimmern könnte

Man kann aber auch die Flucht nach vorn antreten. Beispiel:

Ein Ritterschlag für jedes neue Produkt ist kostenlose Werbung, weil [bzw. wenn] sie bei Stamm- und potentiellen Kunden den Nerv trifft. Ich weiß immer noch nicht, ob es Absicht oder ein glückliches Versehen (Happy Accident) war, als die vor einigen Jahren neu eingeführte Cola von Red Bull (anfangs) Spuren von Kokain (Blow/Koks) enthielt. Aber es war die falsche Zutat im richtigen Produkt zur richtigen Zeit.

Didi’s Produkte waren und sind immer begehrt. (Auch bei mir.) Aber sicher nicht, weil irgendwas gespart oder ersetzt wurde. Sondern weil Sie zusätzlich dieses gewisse Etwas hatten.

Effizenz (oder Sparsamkeit) ist für jedes Unternehmen schon die richtige Zutat. Für einige kommt noch eine falsche Zutat hinzu. Am besten man sucht sich letztere sorgfältig aus.

Neue Unternehmer sind keine Opportunisten mehr

Früher passten sich Unternehmen oft den jeweiligen Herrschern (Regierung, Regime, Diktatur, Monarchie, Staatsreligion, Staatsführung) an, um Aufträge zu erhalten oder um (in mehr oder weniger makabrer Weise) gestützt zu werden oder den Marktzugang zu sichern.

Ikea wird aus meiner Sicht wohl langsam alt, denn dieses einst innovative Unternehmen macht das jetzt anscheindend in Russland (letztes Jahr Saudi Arabien). Früher war das undenkbar. Jetzt nehmen sie Frauen aus den Prospekten und ein Lesbenpaar aus der Firmenlektüre, obwohl die in Russland mit den alten Homoweibern wohl kaum gegen ein Gesetz verstoßen hätten. (Aber bei Vladimir weiß man ja nie….)

Heute werden die Unternehmer (die sich nur noch selten so nennen) erfolgreich sein, die eben nicht massenkompatibel sind und nicht mit der Politik kungeln. (Obwohl viele es noch versuchen, um zu manipulieren oder der Fördertöpfe bzw. Steuergelder wegen.)

Es sind eher die kleinen Start-Ups, die sehr spezielle Kundenkreise mit maßgeschneiderten Angeboten entzücken. Nicht (nur) um eine klassische Nische zu bedienen. Sondern um gemeinsam mit den Kunden eine Beziehung zum beiderseitigen Nutzen aufzubauen, die langfristig (Vertrauen) stärkt.

Dem Geschäftspartner (Kunde, Zulieferer) werden sie (wir) auf Augenhöhe begegnen. Ich nenne das eine Respektbeziehung. Die Zeit der Abzock-„Beziehungen“ von Oben nach Unten neigt sich dem Ende zu. Es entstehen Konzepte, wo alle Beteiligten gewinnen. Vom Kunden bis zum Entrepreneur.

Die neuen Entrepreneure, bestehend aus Künstlern, Gründern und Freischaffenden sind weder Opportunisten noch Ideologen. Nein. Sie sind 100% authentisch, weil sie wie ihre Kunden ticken. Jene Kunden wollen eine Echtheitsgarantie.

„Wann ist es denn nun soweit?“

Kennen Sie diese Frage? Wenn ja, dann wissen Sie, wie unangenehm es ist, sich rechtfertigen zu müssen.

Sie können gern erzählen, was Sie vorhaben und was Sie so tun. Sie müssen nur nicht alles sofort preisgeben. Das hat weniger was mit Ideendiebstahl zu tun als vielmehr mit Druck.

Wenn Sie abgebrüht sind, dann macht es Ihnen vielleicht nichts aus, vorab schon einiges zu Ihrem Projekt zu sagen. Wenn nicht, dann halten Sie sich bedeckt. Sie werden merken, wann Sie mit Ihrer Idee hinausgehen können.

Ansonsten können Sie die neugierigen Frager sehr diplomatisch und höflich durch sprachliches Aikidō effektiv zur Beendigung der Befragung bewegen. Erzählen Sie so laaangweilig wie möglich über sich und Ihre Arbeit und rücken Sie unwichtige, aber komplexe Details in den Vordergrund. Das Eigentliche, das worum es wirklich geht, das verbergen Sie dabei noch. Ich liebe diese Methode.

Es war Einstein, der sagte, das jemand solange als Spinner gilt, bis seine Idee etabliert ist. Sie sind der einzigste, der Ihr Vorhaben sehen kann, ohne es sehen zu müssen. Es ist Ihr Baby. Sie haben das Sagen.

Problemlösungen sind Sonderanfertigungen

Wie bei einer Sonder- oder Einzelanfertigung müssen Sie mit viel Liebe und Detailwissen an die Sache gehen. Wenn das nicht funktioniert, kommt schnell Frustration auf. Und wer frustriert ist, der bekommt plötzlich noch mehr Probleme.

Wenn ein Architekt, Maler, Schneider oder Autoveredler seine Kunden trifft, dann versucht er deren Wünschen entgegenzukommen. Das ist löblich. Die wahre Kunst ist es, seinen Kunden – insbesondere wenn diese viel Geld ausgeben – Vorschläge zu machen, die besser sind als deren eigene. Denn Sie sind der Experte. Als solcher machen Sie Vorschläge, auf die Ihr Kunde von selbst nie gekommen wäre.

Wenn Sie Ihren Kunden von Ihren Ideen überzeugen können, dann ist Ihr Kunde meist zufriedener mit dem Ergebnis, als wenn Sie Punkt für Punkt seine Wünsche umsetzen. Bei letzterem muß häufig nachgebessert werden. Das zu tun (statt sich um zahlende Kunden zu kümmern) kostet Ihnen Geld, Zeit und Energie.

Kunden, besonders die wohlhabenen, sind meist konservativ und bringen selten Fantasie oder Geschmack mit in die Partie. Oftmal wissen sie auch nicht immer, was sie wollen oder ändern häufig ihre Meinung. Wohlhabene Kunden können so zu Problemkunden werden. Das ist ein Problem.

Große Probleme sind wie wohlhabene Kunden. Versuchen Sie nicht das Problem nachzubessern. Erfinden oder kreieren Sie lieber eine proaktive Lösung, eine Sonderanfertigung aus Ihrem Fundus, die diesem Problem adäquat begegnet und es zur Lösung macht.