Um zu einer Gemeinschaft dazuzugehören ist ein gewisser Stallgeruch von Vorteil. Der ist wie eine Qualifikation, der Charakter oder das Aussehen. Unser Stallgeruch bestimmt, zu wem wir gehören.

Wenn Sie den falschen Stallgeruch aus Sicht eines bestimmten Teils der Gesellschaft haben, sich aber trotzdem dazugesellen, merken Sie sehr schnell, daß Sie Fehl am Platze (das 5. Rad am Wagen) sind. Das passiert heutzutage öfters und führt im Extremfall zu Vereinzelung oder Isolation.

Wenn eine Gruppe von Leuten den gleichen Stallgeruch aufweist, dann haben jene meist eine übereinstimmende Gesinnung, Überzeugung, Ideologie, Schicht, Status, Geschmack oder Erfahrung. Genauer gesagt sind es diejenigen, mit denen Sie exakt dieselbe Weltsicht teilen.

Meiner Meinung nach sollte man bewußt andere Menschen finden, deren Stallgeruch mit dem eigenen übereinstimmt. Diese Menschen findet man nicht so häufig im eigenem Verwandtschafts- oder Bekanntenkreis. Auch nicht unbedingt bei Kollegen des gleichen Faches oder dem selben Ort.

Es würde sich durchaus lohnen, „wildfremde“ Menschen anzusprechen oder kennenzulernen, die den richtigen Stallgeruch haben. Man ist dann unter seinesgleichen und kann sich über weite Strecken hinweg austauschen und sich damit gegenseitig bereichern. Diese Menschen erkennen Sie deshalb am richtigen Stallgeruch, weil sie diesen auch über Stall- und Ländersgrenzen hinweg wahrnehmen.

Freunde, Stammkunden, Clubs, Gangs, Cliquen, Hardcore-Fans, langjährige Geschäftspartner oder schlichtweg Seelenverwandte haben meist den richtigen Stallgeruch. Riechen und finden Sie sie.