Sexiest Woman Alive – Für wen?

Scarlett Johansson bakam nach 2006 diesen Titel jetzt zum zweiten mal vom Esquire Magazin verliehen. Sie ist toll, hübsch, vielleicht sexy aber nicht ganz mein Typ. Dasselbe gilt für Angelina Jolie, Jessica Biel, Halle Berry usw., die den Titel ebenfalls mal gewannen. In meinen Augen sind eher andere Frauen sexy. Andere, speziellere Typen halt.

Nur, die eben genannten Damen sind (oder waren) Mitglied eines sehr kleinen Kreises von Personen, die häufig in der Öffentlichkeit stehen und einen ökonomisch relevanten Wert darstellen. Das heißt, die Auswahl war auf die (üblichen) bekanntesten Stars begrenzt. So wurden die Leser des Esquire ganz demokratisch schon lange vor der Wahl darauf eingestimmt, wer gewinnen wird.

Also: Müssen wir Frau Johansson jetzt sexy finden, wie keine zweite, nur weil sie vom Esquire gewählt wurde? Wenn Sie und ich zum Esquire oder dessen Leserschaft gehören, dann ja. Müssen wir einen Song gut finden, nur weil er in den Top 40 rauf und runter gespielt wird? Wenn wir nur Top 40 hören, dann ja.

Muß man Bud Light lecker finden, nur weil es eine sich sehr gut verkaufende Biermarke in den U.S. ist? Wenn Sie amerikanischer Leichtbiertrinker sind, dann ja. Und man kann davon ausgehen, daß das besagte Magazin den Mainstream, also den seichten Massenmarkt bedient.

Der jeweilige Markt bestimmt, was „gut“ ist. Nicht unbedingt Sie oder ich. Das heißt im Umkehrschluß aber nicht, das die eben genannten Damen und Getränke automatisch schlecht seien. Sie sind nur nicht speziell genug.

Auf unsere kleine Entrepreneurs-Welt übertragen heißt das, daß unsere „Scarlett Johansson“ keine Scarlett Johansson sein sollte. Sie muß schräger, eigener und nur für wenige sein. Viele etablierte Unternehmen, wie Massenmedien sind aufgrund ihres Geschäftsmodells selbstredend auf die Masse angewiesen. Es ist auch einfacher und sicherer, auf etablierte Stars zu setzen. Mit denen gehen sie kein Risiko ein.

Wir hingegen sollten im übertragenden Sinne mal diejenigen ins Auge fassen, die diese Hollywood-Tussen nicht mögen. Genauer diejenigen, die von den üblichen Marktteilnehmern links liegen gelassen werden, weil sie nicht (massen)“relevant“ sind. Diese Leute sind unsere Leute, Kunden, Fans oder Leser.