Kapitalgetriebene und kreativitätsgetriebe Unternehmen

Erstere leben von der Ausbeutung von Mensch und Material. Letztere von Ideen und Mehrwert. Erstere sind (zynische) Ausgeburten des Systems. Letztere dessen Erzfeind, weil sie es aushebeln.

Kapitalgetriebene Unternehmen von A bis Z, egal ob neue oder etablierte, sind einem rechnerischen (mathematischen) Druck ausgesetzt. [Profit/Rendite/Zinsen/Zinseszinsen/Return on Investment] Alle im Geschäftsprozess involvierten Personen (Management-Team, Lohnarbeiter* und Zulieferer) stehen in unterschiedlicher Form unter diesem Druck. Der erzielte Mehrwert geht in Richtung Kapitaleigner.

Der Mehrwert geht nicht an die Kunden. Warum? Bei erreichter Marktmacht steigen mit höheren Profiten die relativen Preise (z.B. durch geringere Qualität) und der Kunde zahlt mehr. Selbst wenn dieses Ziel nicht erreicht wird, zahlt der Kunde drauf. Wie? Durch eine höhere Steuerlast aufgrund Förder- und Subventionsanteile, die kapitalgetriebene Unternehmensformen während ihrer Wachstumsphase (hier Verdrängungsstrategie) oft beanspruchen. Bestenfalls bleibt alles wie gehabt.

Kreativitätsgetriebene Unternehmen sind deutlich modernere Unternehmensformen. Jene sind keinen Druck von außen und damit dem Ausbeuten einer endlichen Ressource ausgesetzt. Der Vorteil hierbei sind die zur Reife gebrachten Ideen, um mit minimalem (ressourcenschonenden) Aufwand maximalen Mehrwert für Kunden, Zulieferer und Beschäftigte zu kreieren. Mehrwert geht hier in alle Richtungen und das überholte Prinzip der Ausbeutung wird somit, nun ja, überholt.

Kreativitätsgetriebene Unternehmensformen können sich daher ohne Kapital durchsetzen, was hoffentlich zu mehr kreativen Gründungen führt. Dies belebt das Geschäft in dem Sinne, daß mehr und bessere Waren und Dienstleistungen, sowie mehr und bessere (und würdigere) Beschäftigungsverhältnisse entstehen.

Lohnsklaven gehören dann der Vergangenheit an. Warum? Die einen werden selber kreativ gründen, da Kapital nicht mehr nötig ist. Die übrigen werden umgarnt, besser bezahlt und besser behandelt.

Fakt ist, wer Mehrwert schafft, der schafft auch bessere Lebensumstände, schon allein deshalb, weil er seine Leute besser bezahlen kann. Wer keine Leute beschäftigt und stattdessen auslagert, kann sich seine Partner oder Zulieferer so aussuchen, daß sie zum eigenen Unternehmen passen. Nachhaltig. (Damit meine ich nachhaltig gegenüber Menschen und keinen Ökoquatsch.)

Kreativitätsgetriebene Unternehmen sind von Natur aus ideengetriebene Organsationen. Und Ideen sind das „Kapital“ von Künstlern und Entrepreneuren. So, jetzt sind Sie Ideenkapitalist.

*Hier greift der Begriff „Human Ressources“ (Menschen werden nicht als Personen oder Individuen betrachtet und entsprechend behandelt, sondern als auszubeutende bzw. zu verbrauchende Ressource.)