Die Leistungskurve in den Schulen ist systemrelevant

Das System fordert Leistung von seinen Rädchen. Daher die Relevanz.

Die Kinder werden in den Schulen immer mehr unter Druck gesetzt, steigende Vorgaben zu erfüllen. Ihnen werden Berge von hochkomplexem Wissen eingebläut, daß sie in ihrem späteren Leben kaum gebrauchen können. Wenn sie es bräuchten, können sie es sich in Minuten auf ihr Smartphone laden.

Den Schülern wird beigebracht, für das System zu funktionieren. Es wird so getan, als gäbe es keine Alternative zum braven Angestelltendasein. Und von den Juristen, BWLern und Funtionären/Politikern gibt es auch schon mehr als ausreichend.

Selbst Peter Higgs, der jetzt den Nobelpreis für Physik bekam, war im Physikunterricht eben nicht sonderlich gut. Kein langweiliger Physiklehrer, sondern das spätere Erkennen der eigenen Interessen erweckten den wirklich erfolgreichen Physiker in ihm.

Viele Freunde, Bekannte und Verwandte von mir sind Lehrer. Und sie sind Personen, die ich sehr schätze. Aber: Zu viele Lehrer sind auch gelernte Spielverderber. Und bei einigen verschlimmert ihr Wichtigkeitszertifikat (Beamtenstatus) die Situation zusätzlich.

Was Kinder und Jugendliche dringend bräuchten sind Inspirationen, Freiraum, unabhängiges Denken und die Erlaubnis für spielerisches Problemlösen. Kein striktes Abarbeiten von dogmatischen Formeln und Verfahrensregeln, nur damit sie abgerichtet und von ihrem Selbstvertrauen enteignet genug sind, um dem System als kleines Rädchen zu dienen. Dieses Rädchen wird in unmittelbarer Zunkunft vermehrt Verschleißerscheinungen zeigen. Die rasant zunehmende Nachfrage an Psychiatern und deren Giftpillen ist ein klares Indiz dafür.

Eine Leistungsfokussierung hat im Industriezeitalter funktioniert. Mittlerweile wandelt sich dieser Vorteil zum Nachteil. Entscheidender als wissenschaftliche Analysen der Leistungskurve in den Schulen ist eine Antwort auf die Frage, ob wir die Kreativitätskurve noch kriegen.

[Mit „Leistungskurve“ ist der gemessene Leistungsunterschied in den Schulen zwischen den Bundesländern gemeint. Artikel darüber gibt es zuhauf.]