Das Geld bleibt in der Familie

Wer sich über kleine Parteispenden von netten Familien beschwert, hat keine Ahnung wie der Hase läuft. Er beschwert sich nur gern. Und Schafe blöken gern, sowie Ziegen meckern.

Die Strukturen in diesem Land sind auf gegenseitige Abhängigkeiten aufgebaut, weil sie industriell sind. Politik, Konzerne, Sozial- und Bildungssystem sind eine geschlossene Einheit. Sie stützt sich selbst. Keiner kann ohne den anderen, wie in Symbiose. Ein reiner Selbstschutz. Das funktioniert, weil dieses alte System durch seine Geschlossenheit keine nennenswerten inneren Feinde hat. Noch.

Die Strukturen in Deutschland waren schon immer darauf ausgelegt, daß nur das funktionieren sollte, was für „Deutschland“ am besten funtionierte. Nämlich Industriepolitik. Und wer Industriepolitik macht, der denkt auch wie ein Industrieller. Man sollte das erkennen, aber nicht darüber meckern.

Wenn Politiker innerhalb einer Regierung Ihrer Industrie (Gesetzes-, Kosten- oder Wettbewerbs-) Knüppel aus dem Weg räumen, gehört das zum guten Ton, es ist selbstverständlich. Für die Bestimmer der klassischen Industrie-Konzerne (Ankeraktionäre, Eigentümer, Investoren) wäre es das mindeste, und das sieht das Steuerrecht auch so vor, entsprechende Spenden zu übermitteln.

Bekommt eine Schwarze Partei anstandshalber eine symbolische Mini-Spende von einer netten Familie, die auch sonst großzügig – z.B. gegenüber ihrer Belegschaft – ist, dann regt sich die Rot-Grüne Presse riesig darüber auf. Warum? Sie hätten’s selber ganz gern. Und an diesem Futterneid darf der Medienkonsument nun teilhaben: „Mutti böse“. Nichts als Ablenkung vom wirklich wichtigen. So als wäre eine Meldung über normale Spenden wichtiger als selber zu denken. Beispiel:

Kein Hahn hat danach gekräht, als in Merkel’s früheren Kanzlerjahren (bis ca. 2008) ein Industrie-Manager(!) als Innovationsberater in die Regierung geholt wurde. Das ist der eigentliche Skandal. Mutti hat den Bock zum Gärtner gemacht, weil auch Sie vom industriellen Denken beeinflußt war, genauso wie alle anderen. Inklusive der Jungpolitiker. Die können nicht anders. Wir schon.

Gesellschaftliche Erneuerung samt deren gerechte Wohlstandsverteilung kann nicht von denen initiiert werden, die das alte System erlernt haben. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin kein neuer Möchtegern-Lenin, bartloser Fidel Castro oder sonst ein Kommunist. Ich will, daß wir uns spielerisch praktisches Wirtschaftwissen aneignen, um jederzeit unabhängig und mündig zu sein.

Unsere Aufgabe ist halbwegs informiert zu sein, um zu erkennen, was funktioniert und was nicht. Wir brauchen nicht zu warten, bis ein Industriemensch uns den roten Teppich der Selbstverwirklichung auslegt. Und Jammern ist mentale Energieverschwendung. (Unser eigentliches Engergie-Problem.)

Die Wirtschaftwunderjahre sind lange vorbei. Der heutige Rest ist ein Strohfeuer auf Kosten der kleinen Leute. Das hält nicht mehr lange an. Die Gesellschaft kann Wohlstand für alle nur dann schaffen, wenn sie sich von unten heraus erneuert. Selten von Oben. Wir sind die Unteren. Heben wir den metaphorischen Gullideckel über uns an und mischen den Laden auf. Die Gaudi kann losgehen!