Jobhölle Deutschland

Das Böse ist hierzulande das Gute. Wenn man 42 Millionen Erwerbstätige als Erfolg feiert, dann sollte man auch die Zunahme auf 28 Millionen übermäßig gestresste, die Zunahme auf 17 Millionen mit finanziellen Sorgen geplagte und entsprechend mehr psychisch Kranke ebenfalls als Erfolg feiern.

Von der Großindustrie mal abgesehen, werden die Champagnerkorken auch bei der Arbeitsagentur, der Pharma- und Alkoholindustrie und bei den Psychiatern knallen. Sonst aber bei niemanden.

Um sich ins System (Jöbhölle) einfügen zu lassen, muß man vorher gehirngewaschen (trainiert, überzeugt und verängstigt) werden. Dann ist man der Sicherheit einer Jobkarriere verfallen. Mit anderen Worten, den Leuten wird schon früh der Glaube ausgetrieben, ein richtiges Leben zu führen.

Von Eltern, Lehrern und Autoritäten wurde allen von Kind an eifrig gelehrt, das man durchschnittlich ist und daher nichts besonderes zustande bekommt. Das Herausragende überläßt man lieber fernen Lichtgestalten.

Die Frage ist: Wie kann man der Jobhölle entkommen? Die Leute müssen zu Kreativität ermutigt werden. Ihnen muß gesagt werden, daß sie eigene Ideen zusetzen können. (Als Angestellter geht das kaum.) Zu viele sind wie Vögel, denen man die Flügel gestutzt hat. Dann bleiben sie schön in der Hölle, um sich im täglichen Stess (Haßjob) für die Machteliten aufzureiben.

Das Problem ist, daß die Hölle hier als der „beste“ Platz gilt. Der beste Platz für ein Rädchen ist die Maschine, das System. Damit dieses System Ihr (wahres) Leben nicht auffrißt, müssen Sie sich selbst neu erfinden. Und Sie müssen sich dies auch selber zutrauen, denn andere trauen es Ihnen nicht zu.

Entscheiden Sie sich, Sie selbst zu sein und nicht das Rädchen. So einen Weg in Deutschland zu gehen ist gewiß abenteuerlich. Aber es gibt keinen besseren Ausweg aus der Jobhölle der Jasager.

„Der hat wiedermal den Vogel abgeschossen!“

Es wäre besser um unsere Gesellschaft bestellt, wenn es mehr Leute geben würde, die bereit wären, im übertragenden Sinn (hin und wieder mal) „den Vogel abzuschießen“.

Dieser uralte Spruch mit dem Vogel hat immer noch einen negativen Beigeschmack. Nicht deshalb, weil ich gerne auf echte Vögel schießen würde (was ich nicht tue). Ich meine den schrägen Vogel selber, diesen unbedarften Spinner, den taktlosen Tolpatsch oder komischen Kauz. Dieser tut oder sagt Dinge, die nicht konform (oder normal) sind. Wer irgendwie verdreht oder nicht ganz helle im Kopf ist, der schießt „den Vogel“ eben ab. Scheinbar.

Richtig ist, daß die paar Vogelabschießer die Regeln nicht so genau nehmen, daß sie neue Ideen platzieren oder Querdenker mit hohem Kreativitätspotential sind. Damit wären sie eigentlich von hohem Nutzen für exakt jene Gesellschaft, die sie klein halten will. Wenn sie gegen diesen Konformitätszwang nicht bewußt rebellieren, was kritisch ist, dann verkümmern diese Leute innerlich.

Seit Generationen werden uns Deutschen Disziplin, Ordnung, Gehorsam und Perfektion als Tugenden eingetrichtert. Das war und ist Gleichmacherei. Jeden wurde falscher Stolz eingeimpft, damit er sich bei „Fehlverhalten“ als strafende Scham entpuppt. Damit formt man („in guter Absicht“) aus vielversprechenden jungen Menschen ängstliche Loser. Das System ist da gnadenlos.

Autoritäten galten als unfehlbar und wurden nicht hinterfragt. Von wem auch? Sie waren streng. Wehe dem, der auch nur geringfügig von der Norm abwich. Es gab nur Pflichten, aber nie Erfüllung.

Jeglicher Anflug von Kreativität wurde erdrosselt und die angehende Persönlichkeit verkam damit zur Drohne mit Fehlfunktionen, die es zu „korrigiren“ galt. Neigungen wurden so zu Macken deklariert, anstatt zu Talenten oder Fähigkeiten. Deutschland (und klassische Industriegesellschaften im allgemeinen) leiden unter diesem Dilemma nach wie vor.

Den meisten Deutschen sind zu viele Dinge einfach immer noch viel zu peinlich, um sie zu denken, zu äußern oder gar zu machen. Es fühlt sich sicherer an, nicht aus der Reihe zu tanzen, um weder Posten noch Status zu riskieren. Oder das Gesicht zu verlieren. Deshalb kommen sie erst gar nicht auf die Idee, von geltenden Meinungen abzuweichen. Strafe in Form von Gelächter oder ewige soziale Isolierung könnte ihm drohen.

In so einer Angst-Gesellschaft darf man nicht zu schlecht sein. Und erst recht nicht zu gut. Man wird zur Mittelmäßigkeit, zur unauffälligen Nummer unter vielen erzogen. Wissen Sie was das Ergebnis ist? Nur Experten für Nichtigkeiten, unproduktive Haarspalter (typische Erbsenzähler) und Pfuscher profitieren davon. Derjenige, der tatsächlich was bewegen könnte, bleibt auf der Strecke und Bedenkenträger geben den Ton an.

Viel zu wenige begehren aus obigen Gründen dagegen auf. Was können Sie tun? Schießen Sie den fetten Vogel ab. Holen Sie Ihre Ideen-Bazooka raus und zielen Sie sehr genau. Fette Vögel lassen sich gut teilen, die sind mehr Wert. Man wird Sie dafür schätzen. Sie aber müssen dafür schießen.

Mach einfach, wovor Du Dich am meisten fürchtest

Am besten das, wovor Du zurückschreckst. Unternimm einen Ausflug in eine abenteurliche (unmögliche) Situation.

Die seichten, sicheren (oder „unangreifbaren“) Dinge sind selten das Wahre, bringen kaum irgendwas in Bewegung, die haben wenig Nutzen für irgendjemanden. (Weil jene nicht inspirierend sind.) Geben Sie sich nie mit dem zweitbesten zufrieden, von dem, was Sie tun können.

Diesmal war ich nicht nur inspiriert, sondern habe gleich direkt geklaut: Die Überschrift und die ersten beiden Sätze stammen von Lou Reed, der wie kein Zweiter seine Fans dazu gebracht hat, selber was auf die Beine zu stellen.

Das Ende aller Privatsphäre

Privatsphäre gibt es zum jetzigen Zeitpunkt nur noch eingeschränkt und in sehr naher Zukunft so gut wie gar nicht mehr. Wir sollten uns auf diese Gegebenheiten einstellen. – Der Spruch könnte von Tante Merkel sein. Ist er aber nicht.

Ich würde ihr meinen obigen Spruch gerne per SMS schicken (dann braucht sie ihn nur noch laut vorzulesen), habe aber leider ihre Privatnummer nicht. Vielleicht wäre es zielführender, den Text zur amerikanischen Botschaft zu schicken, mit der Bitte, ihn unverzüglich auf Muttis Smartphone als scrollbares Hintergrundbild zu installieren.

Nein, mir geht es hier nicht um Spionage. Obwohl es uns (Deutsche) am wenigsten wundern sollte, wenn man hier rumspioniert. Wir sind halt viel zu interessant. Das waren wir schon immer.

Den ersten Absatz öffentlich vorzutragen wäre daher für Merkel – heitere Miene vorrausgesetzt – eine freudige Botschaft, vor allem für diejenigen, die sich langsam benachteiligt fühlen, weil sie glauben, immer noch nicht abgehört (oder erhört) zu werden. Wer will schon links liegen gelassen und ungehört bleiben?

Ich empfehle uns und unserem Merkelinchen die Flucht nach vorn anzutreten und dieses Erhörtwerden doch mal zu nutzen. Mit jeder weiteren Zeile aus dem Newsticker verbessert sich ohnehin Muttis Verhandlungsposition gegenüber Präsident Barack No Drama. Wäre ich die Kanzlerin, dann würde ich ihm ein Zugeständnis aus den Rippen leiern, daß man unter normalen Umständen nie und nimmer bekommen könnte.

Wie wärs mit einer US-weiten Quersubventionierung (erstmal) bayerischer Autos durch eine höhere Besteuerung importierter Japaner? Letztere wären dann gezwungen, sogar ihre Oberklassewagen in den USA zu bauen und schaffen dort wieder mal Arbeitsplätze. Damit steckt sie womöglich den US-Präsidenten, die (Kohle der) Quandts und auch gleich den knurrigen Seehofer* mit in die Tasche. Das wäre ein Coup der zu Mutti passen und ihr weltweite VerBewunderung bringen würde.

[*Angie könnte damit vielleicht auch Seehofer’s Mautpläne gegen Ausländer (Österreicher) Einhalt gebieten und sich damit für den Friedensnobelpreis positionieren.]

Spaß beiseite. Das, was ich hier etwas satirisch vorschlage ist tatsächlich mein Ratschlag. Man kann sich nicht mehr wirklich verstecken, sowie man sich nicht mehr den heutigen Möglichkeiten verschließen kann. Und das Thema ist nicht beendet, sondern geht in die nächste Runde. Sich daher einzuigeln, während unzählige potentiell abzuhörende Bytes an einem vorbeirauschen ist einfach nur noch albern. Der gewaltige Nutzen wird dabei übersehen. Kein Witz.

Wir könnten tatsächlich die uns zur Verfügung stehenden Plattformen nutzen, um gesellschaftliche, wirtschaftliche, kulturelle Veränderungen herbeizuführen. Nicht alles auf einmal, aber gezielt. Und wenn da jemand mithören will, nur zu! Andere bekommen es auch mit. Es bekommen viele mit. Auf jeden Fall diejenigen, die es interessiert. Was der „unbefugte“ weiß, das weiß auch der „befugte“.

Die Alternative dazu wäre, daß überhaupt keiner was weiß. Also was soll’s?

Nur wenn sich niemand für einen interessiert, man sprichwörtlich uninteressant ist, dann hat man Privatsphäre. Wobei ich selbst das in dieser unperfekten Welt für fragwürdig halte. Es wäre trotz allen Mißbrauchs durch unbefugte (der natürlich aufgeklärt werden muß) immer noch besser, sich auf die Möglichkeiten zu konzentrieren, die man im Tausch gegen den Verlust der Privatsphäre bekommt.

Ob man das will, kann jeder selbst entscheiden und ist weiterhin freiwillig. Telefone und Internet sind Gebrauchsgegenstände und Infratstrukturen wie Autos und Straßen. Nicht jeder benutzt sie gern und gefährlich sind sie auch. So wie das Leben. Entdecken wir die Möglichkeiten. Trotz der Gefahren.

Der Problem-Regenwald

Wenn Ihr Unternehmen mit Ihrem Privatleben (Meinungen, Freunde, Hobbies) kollidiert, dann verlieren Sie in der Regel eher Kunden als das Sie welche hinzugewinnen. Warum? Traditionell versuchte man Massenkunden anzusprechen. Nur damit kann man es nie allen recht machen. Was hier bei Unternehmen zu weniger Umsatz führt, führt bei Politikern üblicherweise zu einem Skandal.

Ein fiktives Beispiel:

Falls Sie ein (bekanntes) Dienstleistungsunternehmen mit Kunden in Deutschland haben und Sie mit vollem Enthusiasmus bei einem (zwar behördlich genehmigten), aber in Deutschland umstrittenen Offroad-Rennen im brasilianischen Regenwald teilnehmen, dabei gefilmt werden und das Video ins Netz gestellt wird, verlieren Sie einen Teil ihrer Kunden hier. (Z.B. Grüne.)

Ein paar weitere Kunden sind ebenfalls entrüstet und gehen. (Z.B. Wähler der Grünen.) Der Rest bleibt. Einige wenige kommen hinzu, aus Solidarität mit Ihnen bzw. den Fahrzeug- oder Ölproduzenten (welcher der Sponsor ist). Das heißt, sie haben einen Teil der Kunden verloren. Streng genommen waren das nie Ihre Kunden gewesen. Dem Rest ist die Angelegenheit eher gleichgültig.

Die Farce geht aber weiter. Sie könnten nun versuchen sich zu rechtfertigen und den Regenwald kurzerhand zum Problem-Regenwald erklären, der die örtliche Motorsportzuliefererwirtschaft bedroht. Ich sage Ihnen aber gleich, daß das schwer wird und nochmals Kunden kostet. (Z.B. Grüne Nichtwähler.)

…daß der Teil des Regenwaldes, indem Sie waren, gar nicht richtig zum Regenwald gehört, das wissen unter Umständen nichtmal Sie….

Zurück zum Thema. Könnte man Unternehmen und Privatleben/Hobby so vereinen, daß gewisse Kunden von vornherein ausgeschlossen, aber andere dafür umso mehr umgarnt werden?

Überspitzt ausgedrückt könnte dies bedeuten, daß Sie bei jedem Ihrer „Fehltritte“ Kunden gewinnen. Gerade wegen Ihrer Fehltritte. Das würde Ihr Entrepreneursleben erheblich vereinfachen. Sie kämen jetzt authentisch rüber, was für Ihre Kunden eine Art Echtheitsgarantie wäre. Sie sind, der Sie sind.

Als Entrepreneure sind wir weder traditionelle Unternehmer noch Politiker. Somit müssen wir nicht politisch korrekt sein. Am besten geben wir uns gleich so, wie wir wirklich sind. Mit all unseren Widersprüchen, Ecken und Kanten. Derartige Künstler haben gerade deshalb Erfolg bzw. deren Kunst hat Bestand. Entrepreneure sind Künstler. Und wir müssen nicht jeden gefallen. Den harten Kern unserer Kunden dafür umso mehr.

[Edit: Den folgenden (kursiv geschriebenen) Text hatte ich zuerst am Anfang des Beitrags zu stehen. Der Lesbarkeit halber und damit es weniger verwirrend ist, kommt er hierher:

Ein Regenwald kann für Entrepreneure durchaus zum Problem werden. Eher hier als vor Ort.]

Faultiere

Funtionäre sind Faultiere, denn sie erschaffen keinen Wert. (Das erledigen wir für sie.) Politiker sind Faultiere, denn sie arbeiten nicht gern. (Das erledigt Mutti für sie.)

Es gibt aber noch eine weitere Art von Faultieren. Und das sind wir Künstler und Entrepreneure. In Momenten der Faulheit, also mittendrin sind wir am produktivsten. Wir erschaffen, kreieren und entwickeln Konzepte, Strategien, Details, treffen unabhängige Entscheidungen und lösen Probleme, die für andere schier unlösbar erscheinen. (Das erledigt niemand für uns.)

Es gibt viele Faultiere. Aber nur die produktiven sind wirklich interessant.

Für Gekkos: Wenn Sie richtig Reibach machen wollen, dann tätigen Sie besser Termingeschäfte

Wer ausschließlich am Geld interessiert ist, der sollte vielleicht das tun, was in der Überschrift steht. Dazu empfehle ich den Klassiker: Erdöl. Gehen Sie daher schnell an die Börse und lesen Sie diesen Beitrag nicht weiter.

Gut, jetzt sind wir wieder unter uns. Einigen Leuten kann man es nicht ausreden, aber die Gier nach dem schnellen Geld ist eben da. Und allgegenwärtig.

Wenn man die Wirtschaftspresse liest oder News aus „der Wirtschaft“ im TV bzw. im Web sieht, geht es zu einem großen Teil nur um die Börse und deren Kurssprünge im Millisekundentakt. Dabei machen Investitionen nur langfrisstig Sinn. Damit meine ich Jahrzehnte und keine Haltedauer von Optionen wie bei heißen Kartoffeln, wie sie heute üblich sind.

Wer dort keine schnellen Erfolge verbuchen kann, der Betrügt dann eben.

Zu weit verbreitet ist leider immer noch das „moderne“ Märchen vom erfolgreichen Abzocker a-la Gordon Gekko. Ja, Gekkos gibt es auch in echt. Im speziellen Zoo, hinter Gittern. Fragen Sie Bernie Madoff. (Der freut sich bestimmt auf Ihren Besuch! Der hat außer seinen Anwalt praktisch keine Freunde mehr.) Andere Gekkos, wie Markus Frick bereichern womöglich bald die Artenvielfalt im Gekko-Zoo.

Man muß sich vom verbreiteten Schnelle-Kohle-Denken lösen. Selbst wenn Sie wirklich sehr schnell Geld machen sollten (was in einigen Fällen möglich ist), dann ist dieses Geld mindestens genauso schnell wieder weg. Daher das biblische Sprichwort „Wie gewonnen, so zerronnen“.

Dubioses Handeln erlaubt darüber hinaus kein kreatives Denken mehr, weil man sich selbst blockiert. Man muß ständig ein Lügengebäude aufrecht erhalten und sich sowohl vor anderen Betrügern als auch Betrogenen in Acht nehmen. Das ist ungefähr so angenehm, wie das Leben in einer Schlangengrube.

Bleiben Sie sauber. Setzen Sie ihre Kreativität ein. Sie gehört bereits Ihnen.

Richtiges Timing

Wenn man bestimmte Dinge erreichen will (Kunst präsentiert, Markt erschließt, Machenschaften aufdeckt), braucht man Einsicht in die Materie. Um diese Einsicht zu gewinnen, ist es am besten, man arbeitet bereits an seinem Projekt.

Wenn man seine Nummer durchziehen will braucht man neben Ausdauer auch Fokussierung. (Fans, Kunden, Gallionsfiguren/Politiker) Zudem darf man nicht jeden Trend hinterherjagen. Das spart Kraft und macht es selbst mit bescheideneren Mitteln einfacher.

Wenn man eine ausreichende und langfristige Wirkung entfalten will, dann platziert man die richtigen Sprengladungen (Event, Produktpräsentation, Skandalenthüllung) sehr gezielt und läßt sie erst dann hochgehen, wenn die Gegebenheiten für einen selbst am besten stimmen. (Festival, Messe, Wiederwahl, EU-Gipfel) Dazu braucht man Weitsicht, Sachkenntnis und Starke Nerven.

Manchmal muß man warten, bis der Staub von jemand anderem verflogen ist, bevor man selber zum Zuge kommt. (Sportereignis, Konkurrenzprodukt, Weltpolitik.) Oder einige Dinge sind unsicher und ziehen sich hin bzw. werden offiziell für erledigt [oder für „beendet“] erklärt oder man nimmt Rücksicht.

Letzteres ist willkommen. Man kann somit jemanden den (unfreiwilligen) Vortritt lassen, indem man dessen Statement widerlegt. Das vertstärkt die Wirkung der eigenen Aktionen. Ich nenne das erwartete Überraschungen. Dazu braucht man Geduld, Fingerspitzengefühl und Liebe zum Detail.

Manchmal hilft auch das Glück. Und vielleicht ist es auch Zufall. Aber wenn dann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, sollte man zuschlagen. Edward Snowden [oder Der Spiegel] lassen grüßen.

Auf Business Schools lernt man, wie man auf der Autobahn fährt

Auf der Autobahn fährt man schnell, es wird gedrängelt und „gelichthupt“. Genau wie bei einigen Geschäftsmodellen, wo es heißt: Mehr Geld, mehr PS. Aber komischerweise nehmen sie alle den gleichen Weg bis zur geplanten (oder ungeplanten) Ausfahrt.

So sieht auch das Geschäft derjenigen aus, die ihren MBA oder einen vergleichbaren „Business-Doktor“ absolviert haben. Daran ist auch nichts verkehrt. Nur: Wenn wir deren Methoden anwenden, werden wir da kaum mithalten können. Schlimmer noch, wir stecken mit denen zusammen im Stau mit deren Verfahrensregeln, deren Bürokratie, deren Kosten und deren Verwaltungsaufwand.

Das aber müssen wir auch nicht. Statt dessen können wir alternativ denken, das wiederum heißt, quer zu denken. (Wissenschaftlich auch „Laterales Denken“ genannt.)

Dazu mal ein Beispiel im übertragenden Sinn:

Was wir brauchen, sind echte Offroad-Fähigkeiten (kein Schicke-Tanten-SUV für Boulevard und Autobahn). Da wir hart im Nehmen sind, kommt noch eine gewisse Unempfindlichkeit gegen Dreck dazu. (Den wir abbekommen könnten.) Das ist unbequemes Querfeldein für unbequeme Denker, eben Querdenker. Einfach geradeaus denken kann ja jeder. (Siehe oben.)

Sie können die Autobahn der Großindustrie und der Millionen-Start-Ups mit deren Venture Capitalists links liegen lassen. Denken Sie abseits, so wie man abseits befestigter Straßen fahren würde. Dann kommen Sie ans Ziel, während die schnellsten wieder mal (oder immer noch) im Stau stecken.

Unser Stallgeruch

Um zu einer Gemeinschaft dazuzugehören ist ein gewisser Stallgeruch von Vorteil. Der ist wie eine Qualifikation, der Charakter oder das Aussehen. Unser Stallgeruch bestimmt, zu wem wir gehören.

Wenn Sie den falschen Stallgeruch aus Sicht eines bestimmten Teils der Gesellschaft haben, sich aber trotzdem dazugesellen, merken Sie sehr schnell, daß Sie Fehl am Platze (das 5. Rad am Wagen) sind. Das passiert heutzutage öfters und führt im Extremfall zu Vereinzelung oder Isolation.

Wenn eine Gruppe von Leuten den gleichen Stallgeruch aufweist, dann haben jene meist eine übereinstimmende Gesinnung, Überzeugung, Ideologie, Schicht, Status, Geschmack oder Erfahrung. Genauer gesagt sind es diejenigen, mit denen Sie exakt dieselbe Weltsicht teilen.

Meiner Meinung nach sollte man bewußt andere Menschen finden, deren Stallgeruch mit dem eigenen übereinstimmt. Diese Menschen findet man nicht so häufig im eigenem Verwandtschafts- oder Bekanntenkreis. Auch nicht unbedingt bei Kollegen des gleichen Faches oder dem selben Ort.

Es würde sich durchaus lohnen, „wildfremde“ Menschen anzusprechen oder kennenzulernen, die den richtigen Stallgeruch haben. Man ist dann unter seinesgleichen und kann sich über weite Strecken hinweg austauschen und sich damit gegenseitig bereichern. Diese Menschen erkennen Sie deshalb am richtigen Stallgeruch, weil sie diesen auch über Stall- und Ländersgrenzen hinweg wahrnehmen.

Freunde, Stammkunden, Clubs, Gangs, Cliquen, Hardcore-Fans, langjährige Geschäftspartner oder schlichtweg Seelenverwandte haben meist den richtigen Stallgeruch. Riechen und finden Sie sie.