Unsere tägliche Ablenkung

Nach schlimmen Ereignissen, wie z.B. Tragödien oder Trauerfällen, rät man, sich der Arbeit hinzugeben. Das lenkt ab. Und das ist in Ordnung.

Zu viele Zeitgenossen geben sich täglich ihrer Arbeit in einer Form hin, als ob jeder einzelne Tag in ihrem Leben eine solche Tragödie oder Trauerfall wäre. Man lenkt sich ab, vom Leben, von Menschen, die einem was bedeuten und vor allem vor einem selbst. Dazu kommt, daß man nicht auf „dumme Gedanken“ kommt.

Eventuell sollten wir mal unsere (einzigartigen und unwiederholbaren) Tage – von denen wir nicht wissen, wie viele wir noch haben – aus der gegenüberliegenden Sichtweise betrachten. Wir haben nur selten die Chance dazu, weil wir zu viel zu tun und zu wenig Zeit haben.

Wir haben hier und da noch unsere Freiräume (oder Freizeit). Diese füllen wir meist mit Aktivitäten aus, die uns vor der Arbeit ablenken. Das heißt, wir lenken uns von der Ablenkung ab, um uns vor uns selbst abzulenken.

Sollten wir unsere kurze freie Zeit (sofern wir sie bekommen) nicht nutzen, um uns selbst zu erkennen? Kennen und verstehen wir uns selbst, lernen wir andere besser kennen und zu verstehen. Dann können wir (oder Sie, oder ich) eine Verbindung herstellen, die sowohl für Sie als auch für die Gemeinschaft einen erheblichen Gewinn darstellt.

Ihre höchste Freude könnte auf ein eben so tiefes Verlangen bei genug anderen Treffen. Spätestens dann erkennen Sie neben sich selbst auch Ihre Berufung.