Angst vorm Führer

Sie müssen keine Angst haben, denn es gibt gar keinen Führer. Und genau das ist das Problem. Denn der gute Ruf des Führers ist dahin.

In Deutschland darf man schon so einiges sein. Aber bloß kein Führer! Das ist Tabu, das will (und vor allem soll) keiner sein. Der Grund? Mit den bisherigen „Führern“ (eigentlich war es nur einer) hat man schlechte Erfahrungen gemacht. Und schlechte Erfahrungen will man in Zukunft vermeiden. Zu recht.

Man geht hierzulande bis heute wohl davon aus, daß eigenständiges Denken samt der damit verbundenen Verantwortung zwangsläufig katastrophale Folgen haben muß, für sich und für andere. Oder anders ausgedrückt, man kennt hier nur die negative Variante des Führers. Man hatte ja nur diesen einen. Die vielen positiven Varianten haben es dieser Tage dementsprechend schwer.

Diese anderen Führer arbeiten auf verschiedenen Gebieten und sind geistige Talente, das heißt, potentielle Künstler, Unternehmer, Beweger oder alles zusammen. Sie wären in der Lage Verantwortung zu übernehmen und ihre Mitmenschen mit Respekt zu behandeln. Und sie wären schräge Vögel. Aber nicht zwingend schlechte Menschen.

Das Ergebnis der Führerangst erleben wir jeden Tag in Form von Konzerndenken und strikten Regeln. Teams, die nach Handbuch arbeiten werden überbewertet. Individuen wiederum werden eingeengt und ausgegrenzt. Damit wird geistige Armut gefördert.

Ich erinnere nochmal daran, daß Deutschland über 80 Millionen Einwohner hat. Aber wieviele echte Entrepreneure oder internationale Stars gibt es in Deutschland, die man weltweit namentlich kennt? Mit Entrepreneure meine ich Leute vom Schlage eines Richard Branson, Elon Musk oder Mark Cuban. Und keine Provinzpatriarchen, die mit Lokalpolitikern kungeln.

Mit internationalen Stars hat Deutschland auch nichts am Hut. Es gibt wenige geistige (Regisseure, Modemacher), aber viele körperliche Talente (Sportler und Models). Die weltweit bekanntesten deutschen Musiker existieren als Teams, nicht als Individuen.

Ihre Chance liegt genau darin, den ollen Führerkomplex abzulegen und einfach gut zu sein, Sie selbst zu sein. Darf man in Deutschland gut sein? Natürlich nicht. Treten Sie genau deshalb dieser Nicht-Mentalität in den Hintern und zeigen Sie, wie gut Sie sind. Lassen Sie’s krachen. Sie können das und ich bin auf jeden Fall auf Ihrer Seite.