Wieviel verdiene Ich?

Wieviel wiege Ich? Wie alt bin ich? Wieviel Followers habe ich bei Twitter, „Freunde“ bei Facebook? Wieviel Haare habe ich (noch) auf dem Kopf? Fragen nach Zahlen, Zahlen, Zahlen.

Zahlen sind nicht immer eine verlässliche Größe, weil sie oft betrügen und wir das (wie bei einem guten Betrüger) nicht merken. Und wer mir nach obigen Zahlen fragt, der will anscheinend betrogen werden. Warum? Es ist einfach und bequem, Dinge, die eigentlich nicht meßbar sind, anhand mathematischer Größen zu kategorisieren.

Beispiel: Wenn ich wirklich wissen will, ob ich zu dick (oder zu dünn) bin, dann stelle ich mich vor dem Spiegel. Der Spiegel erzählt mir die brutale (und unbequeme) Wahrheit direkt ins Gesicht. Die Waage betrügt, indem sie mich vom eigentlichen Problem auf diplomatische Weise fern hält. „Wenn die Zahl stimmt, ist alles toll.“ Na dann Guten Appetit.

Dasselbe können Sie auf Einkommen (sehr realtiv, wenig real), Followers beim Zwitscherdienst (viele belanglose oder wenige glühende Fanatiker) oder beim Alter, was von Person zu Person sowohl biologisch als auch geistig erheblich schwanken kann, beziehen.

Tip: Wenn wir unseren Allgemeinzustand zurecht zu rechnen, lenken wir uns selber ab vor dem was wir haben. Nicht was wir nicht haben. Haben wir was, können wir daraus immer noch was neues, anderes machen. Akzeptieren wir uns.