Technologie vs. Zukunft

Technologien, wohin man schaut. Wie viele Unternehmen gibt es in Deutschland, die das Wort Technik im Firmenamen haben, obwohl jeder weiß, das irgendeine Technik im Spiel ist? Es sind bestimmt relativ viele. Jedenfalls ist deren Anteil nicht gering. Ich habe auch gar nichts dagegen, denn jeder kann sich so beschreiben oder nennen, wie er will.

Beim Begriff Technologie bedient man sich lieber dem Englischen Technology. Auch ich benutze Anglizismen. Aber eine Ingenieursgetriebene Industriegesellschaft zu sein wird nicht länger nur Deutschland vorbehalten sein.

Wer weiterhin nur auf Technologien setzt, wenn er damit „Innovationen“ meint, wird noch mehr investieren und noch abhängiger von seiner Technologie werden als bisher. Und auf Patente kann man sich nicht (mehr) ausruhen. Mit anderen Worten, schlimmstenfalls (und das ist am wahrscheinlichsten) kann einem die eigene Technologie die Zukunft verbauen.

In Deutschland wird man es zwar zuletzt merken. Aber die Industriegesellschaft, die traditionell auf eigene Technologien baut, stirbt. (Und der Mythos „Fachkräftemangel“ gleich mit.)

Technologie war in der Vergangenheit wichtig, wo die Industrien, Fabriken und Forschungs- und Entwicklungszentren die Treiber der Wirtschaft waren. Eben, wo streng nach Lehrbuch gearbeitet wurde und man jeden Erfolg nach Leistung messen konnte.

In Zukunft, also im Hier und Jetzt, sind neue wirtschaftliche Verflechtungen, neue Beziehungen zu Kunden und Partnern gefragt. Ressourcen (Leistungen) werden für den unternehmerischenn Erfolg an Bedeutung verlieren. Mini-Ökonomien werden neben den alten Wirtschaftsstrukturen prosperieren.

Gleichzeitig wird seitens der traditionellen Industrie paradoxerweise immer mehr Leistung von allen Ressourcen (Mensch und Technik) gefordert. Warum? Technologien, wie Angestellte sind austauschbarer, berechenbarer und kopierbarer geworden. Was also ist zu tun, wenn sich die Deindustrialisierung auch in Deutschland breit macht? Auf die Politik verlassen würde ich mich nicht. Da kann man gleich den Bock zum Gärtner machen. Etwas anderes wird kommen.

Mit künstlerischer Kreativität erschaffene, radikale Kundenorientierte Unternehmensformen werden die Zukunft beherrschen. Manche tun es bereits. Bei manchen gärt es schon. Und bei manchen ist die Katze noch im Sack.

Egal, wie man es dreht oder wendet, wir werden es erleben. Bald.

Die einzige Frage von Belang ist nur: Wer ist mit dabei?