Machen Sie was Sie wollen

Das, was Sie wirklich wollen, sollten sie in unternehmerischer Form auch tun. Klingt plausibel.

Nicht so plausibel klingt folgendes: Das, was sie lieben, sollten sie lieber nicht tun. Warum? Weil es gefährlich ist und zu Verbitterung führen kann. Sei es eine Liebhaberei zu einem bestimmten Produkt oder die Liebe zu einer Tätigkeit. Man kann es machen. Es funktioniert nur selten. (Nicht, daß es unter Umständen nicht funktionieren würde.)

Bei mir hat es jedenfalls nicht funktioniert, als ich  vor ca. 15 Jahren (1998) eine Firma für Industriedesign gründete. (Obwohl ich mich eher wie ein Freiberufler verhielt.) Ich liebe Formensprachen und Ästhetik. [Auch wenn dieser Blog gegenwärtig noch nicht danach aussieht.]

Aber:

Wenn man etwas liebt, will man nichts anderes mehr machen. Selbst dann noch, wenn es nicht mehr funktioniert. Viele, insbesondere Freiberufler können nicht loslassen, jagen von Auftrag zu Auftrag. Und man tut und opfert so einiges für diese Aufträge, seien sie noch so mickrig.

Man frisst sich in seine eigene Liebe hinein, wie bei einem Kolbenfresser. Dadurch verliert man den Blick für alles andere, auch weil man denkt, nur dieses eine Talent zu haben. (Was nicht stimmt, denn jeder hat mehrere schlummernde Talente bzw. Neigungen.) Ich konnte nach einigen Jahren schließlich kein Design mehr sehen und habe aufgehört, das zu tun, was ich zuvor noch liebte.

Allerdings, wenn man tut, was man will, kann man mehrere Talente gleichzeitig einsetzen und bleibt zudem flexibler. Man ist weniger frustriert, der Kopf bleibt kühler und man fällt bessere Entscheidungen. Nun opfert man ja nichts mehr für die geliebte Tätigkeit. Dabei ist das beste, daß Sie (und ich) jetzt – sofern Sie wollen – gern dickere Bretter bohren können. Vorher waren selbst dünne Bretter nicht möglich.

Wenn Sie machen, was Sie wollen, dann haben Sie schlicht mehr Möglichkeiten, was sie tun können.